Knipping / Rampp: Eisenbahn im Zweiten Weltkrieg

„Eisenbahn im Zweiten Weltkrieg – Vom Blitzkrieg zum Untergang“ ein Titel, der bereits erahnen lässt, dass es im Buch nicht nur um die Eisenbahn geht, was man erwarten könnte.

Wenn man sich dann über die Autoren informiert, stösst man darauf, dass Andreas Knipping nicht nur Autor ist, sondern auch Richter am Sozialgericht war.
Wikipedia „In seiner Spruchpraxis war Knipping unter anderem mit Streitigkeiten um Entschädigungszahlungen nach dem Ghettorentengesetz befasst.“
Damit erklären sich solche manche Passagen im Buch, die keinen Bezug zur Eisenbahn haben.
Brian Rampp wurde geboren in den USA und hat in München Ökonomie studiert.

Im Buch erfährt man recht viel zur Geschichte der Eisenbahn generell im Zweiten Weltkrieg. Es geht nicht nur um die Reichsbahn, sondern auch andere Bahnen in Europa werden beleuchtet.
Viele Fotos im Buch stammen von Hitlers Leibfotografen Heinrich Hoffmann.
Sie dokumentieren, dass Hitler und seine Offiziere die Reichsbahn für Propagandzwecke genutzt haben.
Auch werden Truppentransporte aber auch Transporte von Juden in Vernichtungslager in Fotodokumenten gezeigt.

Das Buch dokumentiert einen Teil des 2.Weltkrieges und auch die Beteiligung der Eisenbahn in mehreren Ländern Europas am Krieg.
Die Fotos haben dokumentarischen Wert man bekommt sie in dieser gebündelten Form sonst eher nicht zu sehen.

Ein Buch für Geschichtsinteressierte mit einem Titel, der in die Irre führt.

ISBN: 9783956130731

ich freue mich, wenn der Post geteilt wird

Helmut Schmidt und der Scheißkrieg: Die Biografie 1918 bis 1945 Gebundene Ausgabe – von Sabine Pamperrien (Autor)

Mein Vater war Jahrgang 1918 und viele Verwandte in dieser Zeit geboren. Sie haben diese Zeit, um die es im Buch geht, erlebt. Es wurde bei uns in der Familie auch viel über diese entsetzliche Zeit gesprochen. Daher weiß ich sehr genau, dass die Menschen in der Zeit nicht alles, was sie machten, freiwillig taten. Oft wurden auch Erlebnisse verdrängt, damit man sein Leben noch weiterführen konnte.
Mit diesem Hintergrund habe ich die unten stehende Rezension geschrieben.

Die Autorin Sabine Pamperrien hat Rechtswissenschaft, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert und arbeitet als Journalistin.

Sie ist wissenschaftliches Arbeiten gewöhnt und das Buch ist voll von Quellenangaben. Dies ist zwar lobenswert, man kann immer schauen woher sie ihre Kenntnisse hat, aber es stört auch den Lesefluss.

Die Autorin schildert das Leben Helmut Schmidts von 1918-1945.

Im Vorwort steht über Helmut Schmidt „Bei den Erinnerungen an sein eigenes Leben verlässt ihn jedoch sein phänomenales Gedächtnis.“
Ich frage mich da schon, ob ein Mensch in dem Alter nicht mal Jahreszahlen, und um die geht es im weiteren Text u.A., durcheinander bringen darf.
Überhaupt empfinde ich das Vorwort so, dass die Autorin gleich mit einer negativen Einstellungen gegenüber Helmut Schmidt dieses Buch geschrieben hat.

Nachdem ich das Buch komplett gelesen habe empfinde ich dies um so stärker.

Auch finde ich diese These im Vorwort befremdlich „Die soldatische Sozialisation ist bis heute Dreh- und Angelpunkt von Schmidts Wertesystem. Die „Tragödie des Pflichtbewusstseins“ besteht im Missbrauch des Patriotismus und Pflichtbewusstseins seiner Generation durch den Nationalsozialismus.“
Mein Vater war auch Jahrgang 1918 und ich verwehre mich dagegegen, dass die Autorin hier eine ganze Generation in eine bestimmte Ecke drängt. Dies stimmt auch so nicht, ich kenne und kannte genügend Altersgenossen.

Im Buch erfolgt eine Darlegung der Jahre 1918-1945 im Leben des Helmut Schmidt, so lässt der Titel vermuten. In Wahrheit beginnt es aber eher, nämlich schon vor der Geburt. Die Autorin beleuchtet schon die Herkunft. Es geht um den Vater, der unehelich geboren wurde, usw.
Aus diesen Tatsachen zieht die Autorin Schlüsse.
Zulässig?
Weiter geht es dann mit Helmut Schmidts Geburt, Schulzeit, es werden Dinge aufgezeigt, die die Autorin anders recherchiert hat, als sie in Helmut Schmidts Erinnnerungen oder Biographien vorhanden sind.

Einen grossen Teil nimmt die Zeit Schmidts in der Hitlerjugend ein.
Hier wird er von der Autorin in die Ecke der Nationalsolizialisten geschoben.
Immer alles durch Quellen belegt.
Ich frage mich nur, ob man wirklich behaupten kann, dass dies alles bewusst passiert ist oder ob es nicht eher so war, dass man ja in der Zeit keine andere Chance hatte. Und sicher, wie ich aus Gesprächen in meiner Familie weiß, auch viele Menschen dies verdrängt haben.

Es geht weiter mit den Kriegsjahren, Schmidts Großvater, der Jude war usw.

Die Autorin schildert Fälle wie den der Erna Stahl, ehemalige Lehrerin der Schmidts, die mit der „Weißen Rose“ in Zusammenhang gebracht wurde und ein Hilfegesuch an Helmut Schmidt in seiner Eigenschaft als Offizier. Helmut Schmidt teilte hierzu mit, er habe das Schreiben als Falle angesehen, die Autorin sieht das anders.

Unbestreibar hat die Autorin ein gut recherchiertes Buch vorgelegt. Die Quellenangaben sind entsprechend umfangreich von Seite 297-337. Zumindest gut recherchiert in der Richtung, dass sie die Quellen konkret benennt und ich unterstelle dies mal, auch gelesen hat.
Das Buch ist aber für mein Empfinden recht tendenziös gegen Helmut Schmidt geschrieben.
Die Fakten sind klar, was die Autorin daraus macht, finde ich teilweise fragwürdig.

Mein Fazit: Für dieses Buch wurde viel recherchiert, man erfährt viel über die frühen Jahre des Helmut Schmidt. Die Schlüsse, die die Autorin aus ihren Recherchen zieht, sind oft nicht nachvollziehbar. Ich hätte es begrüsst, wenn die Autorin alles sachlich geschildert hätte, ohne Schmidt zu verunglimpfen. Man kann als Leser, so wie ich es gemacht habe, viele Informationsquellen aus dem Buch beziehen und muss dann für sich entscheiden, ob man den Auslegungen der Autorin folgt oder seine eigenen Schlüsse zieht.

Helmut Schmidt und der Scheißkrieg
Sabine Pamperrien
Die Biografie 1918 bis 1945
Erschienen am 08.12.2014
352 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-492-05677-9

ich freue mich, wenn der Post geteilt wird