Ignaz Lozo : Gorbatschow

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Ignaz Lozo hat diese Biografie von Michail Gorbatschow geschrieben.
Dr.Ignaz Lozo ist Historiker, Journalist, Autor.
1997 – 2000 war er als Journalist für das Fernsehen in Moskau.

Lozo hat Gorbatschow persönlich kennengelernt und viele Gespräche mit ihm geführt.
„Gorbatschow der Weltveränderer“ so tituliert er ihn in der vorliegenden Biografie.

1985 tritt Gorbatschow sein Amt im Kreml an.
1990 findet das entscheidende Treffen zwischen Gorbatschow und Kohl statt, das Gespräch, das die deutsche Wiedervereinigung ermöglicht.
Diese Wende in der deutschen Geschichte wäre ohne Michael Gorbatschow nicht möglich gewesen.
Ich fühle mich beim Lesen dieses Kapitels gleich erinnert an die 2 Staatsmänner in Strickjacken, die wie Freunde wirken.

Der Autor schildert das Leben Gorbatschows schon seit sehr frühen Jahren.
1941 der Überfall des „3.Reiches“ auf Gorbatschows Heimat. Gorbatschow ist gerade mal 10 Jahre alt, Helmut Kohl 11 Jahre.
Man lernt im Buch auch den privaten Michael Gorbatschow kennen, der in nicht gerade in reichen Verhältnissen groß wurde.
Auch können wir verfolgen wie er und seine Frau Raissa ein Paar wurden, mit allen Hürden und Unterschieden.
Raissa, die Karriere machen will und Dozentin wird.
Man findet im Buch auch ein Foto aus 1953 , das Paar im Standesamt.
Auch die familiären Probleme, dass Gorbatschows Mutter Raissa ablehnt und der Vater sie akzeptiert, belastende private Situationen, findet man im Buch.
Gorbatschow, der Jurist, arbeitet zunächst bei der Staatsanwaltschaft, nicht seine Welt, um dann poliltische Karriere zu machen.

Dieses Buch bringt uns, auch in vielen Fotos, private und offizielle, den Menschen und den Politiker Michael Gorbatschow nahe.
Man erfährt von der Machtbesessenheit dieses Menschen und auch der Karriereplanung seiner Frau.

Ein sehr interessantes Buch und eine tolle Biografie, die Ignaz Lozo geschrieben hat.

ISBN 978-3806241730

Quelle : Verlag

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Tony Husband : Mach´s gut mein Sohn!

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Tony Husband ist Cartoonist. Er wurde für seine Arbeit mit mehr als 15 bedeutenden Preisen ausgezeichnet.
Ron Husband der Vater von Tony erkrankt an Demenz. Eine Diagnose, die sein Leben und das Leben seiner Familie verändert.

Das Buch, das mit den letzten Worten von Ron Husband, der an Demenz leidet, an seinen Sohn Tony Husband beginnt „Mach´s gut mein Sohn“, enthält die autobiographische Geschichte von Ron Husband und seiner fortschreitenden Demenz.
Tony Husband, der Zeichner, hat das Buch liebevoll illustriert. In seine Zeichnungen sind Situationen eingeflossen, die für seinen Vater wichtig waren in der Zeit des mentalen Abschieds.
Der Hund Lossie, der stets ein treuer Begleiter von Ron war, dessen Anwesenheit ihm gut tat.
Die Erinnerungen ans Golfspiel, sein liebgewordene Hobby. Und viele Szenen mehr aus Rons Leben, aus seinen Erinnerungen im Dialog mit Tony.

Der Übergang zur Betreuung durch einen Pflegedienst ebenso wie die unvermeidbare Unterbringung im Heim ohne den geliebten Hund.
Die Sorge um Lossie, der bei Tony einzieht.
Tony Husband hat hervorragend die Mimik seines Vaters eingefangen. Die Mimik, die starr wird im Laufe der Zeit, freudlos.

Da meine Mutter an Alzheimer erkrankt war, kann ich so gut nachvollziehen was Tony erlebt hat., dessen Vater eine vaskuläre Demenz hatte.

Den Dialog zwischen Tony und seinem Vater verfolgen, erleben wir Ron noch einzelne Erinnerungen wach rufen kann geht sehr ans Herz.

Das Buch ist für mein Empfinden sehr gut geeignet für alle Angehörigen und Freunde von Demenz-Kranken, für Personen, die beruflich mit der Thematik zu tuen haben und für jeden Leser, der dieses langsame Abschiednehmen zwischen Tony und Ron erleben möchte.

Tony Husband hat die Geschichte seines Vaters und dessen Demenz liebevoll in Bild und Wort aufgezeichnet.
Eine Geschichte, die bedrückend ist, aber auch wachrüttelt was wichtig ist für den Erkrankten aber auch für die Familie.

Ich kann das Buch nur empfehlen, es zeigt das wirkliche Leben der Kranken.

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Helmut Schmidt und der Scheißkrieg: Die Biografie 1918 bis 1945 Gebundene Ausgabe – von Sabine Pamperrien (Autor)

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Mein Vater war Jahrgang 1918 und viele Verwandte in dieser Zeit geboren. Sie haben diese Zeit, um die es im Buch geht, erlebt. Es wurde bei uns in der Familie auch viel über diese entsetzliche Zeit gesprochen. Daher weiß ich sehr genau, dass die Menschen in der Zeit nicht alles, was sie machten, freiwillig taten. Oft wurden auch Erlebnisse verdrängt, damit man sein Leben noch weiterführen konnte.
Mit diesem Hintergrund habe ich die unten stehende Rezension geschrieben.

Die Autorin Sabine Pamperrien hat Rechtswissenschaft, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert und arbeitet als Journalistin.

Sie ist wissenschaftliches Arbeiten gewöhnt und das Buch ist voll von Quellenangaben. Dies ist zwar lobenswert, man kann immer schauen woher sie ihre Kenntnisse hat, aber es stört auch den Lesefluss.

Die Autorin schildert das Leben Helmut Schmidts von 1918-1945.

Im Vorwort steht über Helmut Schmidt „Bei den Erinnerungen an sein eigenes Leben verlässt ihn jedoch sein phänomenales Gedächtnis.“
Ich frage mich da schon, ob ein Mensch in dem Alter nicht mal Jahreszahlen, und um die geht es im weiteren Text u.A., durcheinander bringen darf.
Überhaupt empfinde ich das Vorwort so, dass die Autorin gleich mit einer negativen Einstellungen gegenüber Helmut Schmidt dieses Buch geschrieben hat.

Nachdem ich das Buch komplett gelesen habe empfinde ich dies um so stärker.

Auch finde ich diese These im Vorwort befremdlich „Die soldatische Sozialisation ist bis heute Dreh- und Angelpunkt von Schmidts Wertesystem. Die „Tragödie des Pflichtbewusstseins“ besteht im Missbrauch des Patriotismus und Pflichtbewusstseins seiner Generation durch den Nationalsozialismus.“
Mein Vater war auch Jahrgang 1918 und ich verwehre mich dagegegen, dass die Autorin hier eine ganze Generation in eine bestimmte Ecke drängt. Dies stimmt auch so nicht, ich kenne und kannte genügend Altersgenossen.

Im Buch erfolgt eine Darlegung der Jahre 1918-1945 im Leben des Helmut Schmidt, so lässt der Titel vermuten. In Wahrheit beginnt es aber eher, nämlich schon vor der Geburt. Die Autorin beleuchtet schon die Herkunft. Es geht um den Vater, der unehelich geboren wurde, usw.
Aus diesen Tatsachen zieht die Autorin Schlüsse.
Zulässig?
Weiter geht es dann mit Helmut Schmidts Geburt, Schulzeit, es werden Dinge aufgezeigt, die die Autorin anders recherchiert hat, als sie in Helmut Schmidts Erinnnerungen oder Biographien vorhanden sind.

Einen grossen Teil nimmt die Zeit Schmidts in der Hitlerjugend ein.
Hier wird er von der Autorin in die Ecke der Nationalsolizialisten geschoben.
Immer alles durch Quellen belegt.
Ich frage mich nur, ob man wirklich behaupten kann, dass dies alles bewusst passiert ist oder ob es nicht eher so war, dass man ja in der Zeit keine andere Chance hatte. Und sicher, wie ich aus Gesprächen in meiner Familie weiß, auch viele Menschen dies verdrängt haben.

Es geht weiter mit den Kriegsjahren, Schmidts Großvater, der Jude war usw.

Die Autorin schildert Fälle wie den der Erna Stahl, ehemalige Lehrerin der Schmidts, die mit der „Weißen Rose“ in Zusammenhang gebracht wurde und ein Hilfegesuch an Helmut Schmidt in seiner Eigenschaft als Offizier. Helmut Schmidt teilte hierzu mit, er habe das Schreiben als Falle angesehen, die Autorin sieht das anders.

Unbestreibar hat die Autorin ein gut recherchiertes Buch vorgelegt. Die Quellenangaben sind entsprechend umfangreich von Seite 297-337. Zumindest gut recherchiert in der Richtung, dass sie die Quellen konkret benennt und ich unterstelle dies mal, auch gelesen hat.
Das Buch ist aber für mein Empfinden recht tendenziös gegen Helmut Schmidt geschrieben.
Die Fakten sind klar, was die Autorin daraus macht, finde ich teilweise fragwürdig.

Mein Fazit: Für dieses Buch wurde viel recherchiert, man erfährt viel über die frühen Jahre des Helmut Schmidt. Die Schlüsse, die die Autorin aus ihren Recherchen zieht, sind oft nicht nachvollziehbar. Ich hätte es begrüsst, wenn die Autorin alles sachlich geschildert hätte, ohne Schmidt zu verunglimpfen. Man kann als Leser, so wie ich es gemacht habe, viele Informationsquellen aus dem Buch beziehen und muss dann für sich entscheiden, ob man den Auslegungen der Autorin folgt oder seine eigenen Schlüsse zieht.

Helmut Schmidt und der Scheißkrieg
Sabine Pamperrien
Die Biografie 1918 bis 1945
Erschienen am 08.12.2014
352 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-492-05677-9

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Wolfgang Bosbach: Jetzt erst recht!: Die Biografie [Gebundene Ausgabe] Anna von Bayern

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Anna von Bayern , die Journalistin und Autorin ist und Geschichte und Politik studiert hat, hat Wolfgang ein Stück des Weges begleitet, den er gerdade nimmt.

Sie hat den Menschen und den Politiker Bosbach kennengelernt und viele Gespräche geführt mit Menschen, die ihn gut kennen.
Mit seiner Familie ebenso wie mit Freunden und anderen Wegbegleitern.

Wolfgang Bosbach, der als Lehrling im Supermarkt anfing, dann das Abitur nachgemacht hat und Jura studiert hat.
Ein Mann, der bei diesem Weg von seinen Eltern stets unterstützt wurde und diese Unterstützung  auch noch heute erfahren darf.
Seine Familie, Eltern genauso wie seine Frau und seine Kinder, gibt ihm die Kraft für sein Tuen.

Viele Gespräche mit Anna von Bayern fanden statt bei einem Kurzurlaub auf Mallorca, den er mit seiner Tochter verbrachte. In den Aufzeichungen dieser Gespräche erfährt der Leser ganz viel über das Denken des Wolfgang Bosbach.

Das Leben und Handeln von Wolfgang Bosbach ist geprägt von seinem Glauben, von seinem Selbstbewusstsein.
Er lässt sich nicht blind einem Fraktionszwang unterwerfen, er wagt es zu widersprechen. Das ihn dies auch durchaus mal einen erhofften Ministerposten kostet, tut weh, aber das ist ihm egal.

Bosbach trotz auch seinen Krankheiten. „Jetzt erst recht!“ ist das Lebensmotto dieses Mannes. Er lässt sich auch nicht vom Krebs bezwingen. Er lebt sein Leben einfach weiter.

Diese Biografie kann ich nur jedem empfehlen, der mit seinem Schicksal hadert, weil er krank ist.
Ein rundum gelungenes Buch, das ich kaum weglegen konnte.

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