Perdita Lübbe-Scheuermann , Frauke Burkhardt : Der ganz normale Wahnsinn!

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Die beiden Hundetrainerinnen Perdita Lübbe-Scheuermann und Frauke Burkhardt haben das Buch „Der ganz normale Wahnsinn!: Von Hunden und ihren Menschen“ geschrieben.

Bevor ich schreibe was ich vom Buch halte, möchte ich etwas vorweg erklären.
Beide Hundetrainerinnen kenne ich persönlich. Das ist auf der einen Seite gut, da ich weiß wie sie „ticken“ und arbeiten, auf der anderen Seite schlecht, da ich noch genauer hinschaue.
Ich nehme mir auch die Freiheit an manchen Stellen persönliche Erfahrungen einfliessen zu lassen.

Das Thema des Buches “ Der ganz normale Wahnsinn!Von Hunden und ihren Menschen “ ist keine leichte, seichte Kost.
Das würde aber auch nicht zu den Autorinnen passen.
Charakterisiert wird es ganz gut durch einen Satz von Dorit Feddersen-Petersen in deren Vorwort „Kurzweilige Lektüre mit massivem Hang zur Wahrheit.“
Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf.
Es steht ganz viel, auch unbequeme, Wahrheit im Buch.

Es gibt viele Gründe einen Hund zu halten.Ein zunehmendes „Problem“ ist, dass Gebrauchshunde modern und chic sind.
Wie der Begriff aber sagt, ist es ein Gebrauchshund und kein Schoßhund.
Und das bedeutet ganz viel Arbeit, um dem Hund gerecht zu werden und ihn zu führen.
Ich weiß wovon ich spreche, wir haben den 2.Golden Retriever und es kostet Kraft und Zeit ihn zu erziehen und ihm als Jagdhund auch gerecht zu werden.

Mir gefällt sehr gut ein Statement der Autorinnen dazu im Buch „Trainer sind nicht dazu da, den Hund passend zu machen, sondern dem Menschen die Besonderheiten seines Hundes als Chance oder auch als Geschenk aufzuzeigen.“
Im Buch geht es nicht darum was mit dem Hundebesitzer ist, im Gegenteil, der muss damit rechnen, dass er im Buch auch mit harten Tatsachen konfrontiert wird, die ihm möglicherweise nicht passen, nein es geht um den Hund und was unser – des Menschen – Zutun mit ihm macht.

Früher hatte man einen Hund, weil man ihn für den Job brauchte, zur Jagd, um Haus und Hof zu bewachen, als Herdenschutzhund… Kurzum der Hund hatte eine Aufgabe, einen Job.
Heute ist der Hund oft Sozialpartner, wird vermenschlicht, ist Accessoire, wenn ich an die armen Tea-Cup-Hunde denke.

Die Autorinnen geben auch im Buch Denkanstösse, z.B. ob es ein eigener Hund sein muss, ob nicht auch als Gassigeher im Tierheim helfen kann, wenn es nur um die eigene Bewegung geht, etc.

Ein grosses Thema ist Bindung und Beziehung. Der Hund mein Freund, ob das funtioniert? Ich bin Chef sonst klappt es nicht, das kann ich bei unserem Hund nur bestätigen.
Die Führungsrolle muss der Mensch übernehmen, im Buch wird beschrieben was Führung bedeutet.

Mir gefallen Sätze wie „Die Hunde sollen bitte nicht vor uns Menschen rumstehen, rumsitzen oder rumhampeln.“ und dazu die Frage, die man stellen muss „Wo denkt der Hund hin?“.

Das Buch ist in einer deutlichen Sprache geschrieben, man wird aufgerüttelt und aufmerksam gemacht auf Fehler, die sich unbewusst einschleifen.
Oft kann man nur sagen oh ja, muss ich (mal wieder) dran denken oder man sieht den Nachbarshund vor sich, wenn es um den Bällchen-Junkie geht.
Ja wir als Halter sollen „das Klassenbuch und somit auch den Stundenplan unserer Hunde fest in der Hand halten..“

Mir gefällt die deutliche Sprache, die die beiden Damen sprechen sehr gut. Ich mag das, aber Achtung das Buch ist nichts für Leser,
die gleich beleidigt sind, wenn sie sich ertappt fühlen. und auch nicht für ganz empfindliche Menschen geeignet, die jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Es kommen auch Themen zur Sprache wie Hundeausstellungen zu denen man die Gedanken der Autorinnen findet, z.B. was sie davon halten, wenn der Hund den ganzen Tag im Kennel am Stand sein muss unter nicht hundegerechten Bedingungen, auch wird das Thema Tierheim und Pflegestellen kritisch beleuchtet, ebenso Züchter und der Umgang mancher Halter mit dem Hund, ich sage nur „Manny Schlauchschneider“.

Und in mir kamen viele Erinnerungen hoch. Erinnerungen an deutliche Worte zur Züchterin unseres jetzigen Hundes beim Welpentest.
Unser Anjo war nicht für uns vorgesehen, Perdita hat aber erkannt welcher Chararkter in dem Mini steckte und hat deutlich darauf bestanden,
dass er nicht zu Anfängern darf sondern ihn für uns ausgesucht, da sie uns bereits vom ersten Hund kannte.
Ich war damals auch erst traurig hatten wir uns doch unseren Favoriten schon ausgesucht.
Bis heute bin ich sehr froh und dankbar, dass es so kam. Perdita hatte die sensible Seite und den Dickkopf von Anjo erkannt.
Er ist ein Traumhund aber er versucht auch heute mit seinen 8 Jahren seinen Kopf durchzusetzen, wenn man mal nicht konzentriert ist,
und doch ist er immer zur Stelle, wenn es einem von und mal nicht gut geht und muntert gleich auf einfach durch seine Art mal flott zu Kuscheln, etc.

Und noch eine Erinnerung kam hoch, das Wort, dass Hunde „Menschenbenutzer“ sind. Das ist bei uns ein gefügeltes Wort geworden, denn das sind sie wirklich, wenn man sie lässt.

So genug geschrieben über den geschriebenen Inhalt.
Erwähnen möchte ich auch die wundervollen und stets passenden Zeichnungen (Karikaturen) von Fred Fuchs, die das Gesagte lebendig werden lassen und das Kopfkino anschalten.

Mein Fazit: Ich kann das Buch allen Hundebesitzern und auch denen, die planen einen Hund anzuschaffen, Hundeliebhabern .. empfehlen, die auch klare Worte nicht übelnehmen.
Diese werden vom Buch profitieren. Es hilft beim Reflektieren des eigenen Tuns.
Jemand, der sehr empfindlich ist, sich schnell angegriffen fühlt, die Mimosen, werden nicht glücklich mit dem Buch. Sie würden sich angefriffen fühlen.
Sorry, aber diesen rate ich von diesem Buch ab.

ISBN : 978-3440170106

Quelle : Kosmos-Verlag

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Liane Rauch : Hundetraining ohne Worte

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„Hundetraining ohne Worte – Führen mit der leeren Hand“ heisst das Buch von Liane Rauch.
Die Autorin ist Hundetrainerin und Hundepsychologin.

Hundetraining ohne Hilfsmittel und ohne Worte, wäre das praktisch.
Darum verzichtet die Autorin auch auf alles. Nur die leere Hand braucht sie.
Praktisch, eine leere Hand hat man immer dabei.

Hunde kommunizieren untereinander oder mit dem Menschen durch Anstupsen mit der Nase oder der Pfote. Dabei ist es ganz leise. Worte braucht es nicht.
Dies hat sich die Autorin zunutze gemacht und ein Training entwickelt das nur auf Berührungen mit der Hand beruht.
So kann man die Bindung aufbauen bei Welpen und diese festigen bei älteren Hunden.
Praktisch finde ich, dass man diese Art der Kommunikation mit dem Hund in jedem Hundealter nutzen kann.
Dies hat auch den Vorteil, wenn „graue Schnauzen“ nicht mehr richtig hören oder sehen, die Berührung mit der Hand nehmen sie meist noch wahr.

Die Autorin hat das Buch unterteilt in mehrere aufeinander aufbauende Kapitel:
– Konditionierung – Andere Wege gehen, Handtouch – führen ohne Bestechung…. auch Übungen sind dabei in jedem Kapitel
– Generalisierung – Generalisierung der leeren Hand, Erste kurze Führungswege, Konzentration unter Ablenkung..
– Erziehung – Die Hand als einziges Hilfsmittel mit vielen Übungen
– Beziehung – Beziehung durch Bindung – Blickkontakttraining, Verbotswort etablieren, Sicherheit, etc. und viele praktische Übungen, z.B. an der Haustür, für draußen..

Liane Rauch hat das Buch mit kurzen, prägnanten Absätzen geschrieben.
Teilweise verdeutlichen Fotos was gemeint ist und immer ist der kurze Absatz dabei „Kurz gefasst“, quasi die Merksätze zum jeweiligen Trainingspunkt.

Mir gefällt das Buch und der Ansatz sehr gut.
Man kann gut danach üben, auch, wenn unser Hund erst mal irritiert war.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die diesen Weg beschreiten wollen.

ISBN: 978-3818605162

Quelle : Ulmer-Verlag

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Gansloßer , Kriwy : Verhaltensbiologie Hund Praxisbuch

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„Verhaltensbiologie Hund Praxisbuch“ ist das neue Gemeinschaftswerk von Udo Gansloßer und Petra Krivy.
Der Untertitel „Wie Rasse, Geschlecht, Aussehen und Alter das Verhalten beeinflussen“ verrät schon viel über den Inhalt des Buches.

Das Buch ist für Hundehalter geschrieben und soll helfen zu verstehen wieso der Hund nun gerade so agiert oder reagiert wie er es tut, weil nun mal eine Verhaltensweise biologisch bedingt ist und wie man darauf reagieren sollte.

Die Autoren geben ganz viele Tipps anhand von 40 Fällen, die sie vorstellen.

Oft wundern sich Hundehalter über die Hyperaktivität ihres Hundes, andere wundern sich gar nicht, wenn sie dem Hund begegnen samt Halter.
Mir fiel beim Thema Hyperaktivität gleich ein Hund samt Frauchen ein, die ich nicht ohne Ball kenne.
Er ist ein richtiger Balljunkie, er wurde dazu gemacht.
Hier erinnern die Autoren auch daran, dass ein Hund viel Schlaf braucht.
Jeder, der selbst einen Hund hat, kennt es sicher. An Tagen, an denen viel los war, Besuch da war, etc., dreht der Hund leicht durch.
Es fehlen die Erholungsphasen.
Ein Satz aus dem Buch passt da „Je mehr Spaziergänge, desto größer das Hyperaktivitätsrisiko.“

Die Autoren zeigen auch auf, dass viele Verhaltensweisen angezüchtet sind, so reagiert und agiert ein Jagdhund nun mal anders als ein Herdenschutzhund.
Sie machen bewusst, dass man schon vor der Anschaffung des Hundes überlegen muss, was man mit dem Hund machen möchte, in welche Umgebung er kommt.
Ein Hütehund, der nicht bellen und nicht wachen soll, das passt halt nicht.

40 Fälle und jede Menge Grundlagenwissen werden vorgestellt, genau analysiert, verhaltensbiologische Anmerkung ergänzen die Tipps.
Egal ob es um das Thema Handfütterung, Kind und Hund, Stress, Fellfarbe, Hundesenioren, etc. geht, man findet in mehreren Kapiteln, wissenschaftliche fundierte Artikel zum Thema.
Unterteilt sind die Themen in die Kapitel:
– Biologische Begriffe und ihre Bedeutung
– Verhalten und Rassen
– Verhalten und Geschlecht
– Verhalten und Exterieur bzw. Fellfarbe
– Verhalten und Lebensalter
– Soziales Lebewesen Hund
– Kind und Hund
– Zum guten Schluss – mit hilfreichen Tipps und Adressen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist gut verständlich geschrieben, beinhaltet viel hilfreiches Wissen und Tipps und lässt erkennen was am Verhalten des eigenen Hundes quasi normal ist und unabänderlich und woran man arbeiten kann.

ISBN: 978-3440162897

Quelle :Kosmos-Verlag

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Martin Rütter : Freispruch

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Martin Rütter ist bekannt durch seine Bühnenshows zum Thema Hund.
Naja Hundetrainer und Show ??? Passt das?
Da das Buch „Freispruch“ von Martin Rütter an die Bühnenshow angelehnt ist und Rütter darin Fälle aus den Shows beschreibt, habe ich es gelesen.

Zu denken gibt mir im Vorwort, dass der Autor schreibt „Denn die Arbeit mit Hunden beruht zu 95 Prozent auf Beobachtung ihres Verhaltens, allein, mit anderen Hunden und vor allem mit ihrem Menschenrudel.“
Da habe ich Martin Rütter, den ich so in die Ecke Show geschoben habe, wohl falsch eingeschätzt. Denn genau das ist ja das was man selber erlebt, was Trainer, die man gut kennt, auch so sehen und auch Hundeprofis, die ich richtig gut finde.

Herrlich ist wie der Autor so manche Hundehalter beschreibt, die Dame mit den hochhackigen Schuhen, der Hund der nicht auf Tauschgeschäfte steht, aber na klar immer Futter nimmt.
Und das Thema Begleithundeprüfung ist auch dran. Oh ja und was nutzt es, wenn ein Hundehalter in bestimmten Bundesländern über einer gewissen Grösse des Hundes einen Test machen muss??
Ist der Halter deshalb besser in der Lage seinen Hund zu handeln? Oder benimmt sich der Hund mit Begleithundeprüfung besser??

Im Buch kann man den Autor quasi mit seiner Hündin Emma begleiten und bei der Arbeit.
Ohne Ausnahme ist der Mensch schuld, wenn etwas schief läuft, laut Martin Rütter, und darum Freispruch für alle Hunde.

Die Stories sind aufgebaut wie Gerichtsverhandlungen, man findet den Angeklagten (den Hund), Alter, Rasse, Gewicht, die Anklage und dann folgt die Erklärung des Hundetrainers mit vielen guten Erläuterungen und Emmas Statement für den Freispruch.

Ich habe ziemlich viele bekannte Szenen gefunden. Die Hundehalterin mit dem Handy am Ohr sehe ich fast jeden Tag mit ihren beiden Hunden.
Den grossen Leckerliebeutel, der den Hund so lange interessiert wie er offen ist….

Szenen des Alltags findet man im Buch, sich selber findet man auch.
Dazu Erklärungen von Martin Rütter und Verbesserunsgvorschläge, oft mit einem Zwinkern, nie mit dem erhobenen Zeigefinger.

Es macht Spaß das Buch zu lesen.

ISBN: 9783440167311

Quelle: Kosmos-Verlag

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Günther Bloch: Mein Hundewissen (unbezahlte Werbung)

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Günther Bloch hat sein neues Buch „Mein Hundewissen:Wie ich zum Hundemenschen wurde und was Sie daraus lernen können“ genannt.
Wer einen Hund hat, ist meist schon mal über Günther Bloch „gestolpert“ und wer sich für Wölfe interessiert, sowieso.

Günther Bloch habe ich schon mehrfach erlebt, sowohl in Seminaren zum Thema Hund als auch an Wolfstagen zusammen mit Elli H. Radinger.
Das Buch ist eine Art Zeitreise durch das Leben des Autors und beinhaltet auch wieder ganz viel Tipps für Hundehalter, vor allem für diejenigen, die schon viele Bücher gelesen haben zur Hundeerziehung oder Seminare besucht und doch klappt nichts.
Günther Bloch, Kölner durch und durch spricht eine deutliche Sprache. So ist auch das Buch geschrieben. Kein Gedruckse, sondern wie es sich für ’ne kölsche Jung gehört, klare Worte.

Bloch war in seinem Leben schon ziemlich viel, auch obdachlos, Hippie, Dogsitter, Freilandforscher Wolf und Hund, Hundepensionbesitzer, etc.
Im Buch schildert er seinen Werdegang, der nicht immer gradlinig war.
Auch er hatte Probleme mit manch einem seiner Hunde.
Irgendwann ging sein Traum in Erfüllung, es ging mit seiner Frau Karin nach Kanada, Wölfe im Banff beobachten.
Dieses und viel mehr erfährt man über Günther Bloch und sein Leben.

Ebenso findet man im Buch aber ganz viele Tipps zum Thema Hundeerziehung. Da braucht es kein Quietschi hier und einen Clicker da, sondern klare Handlungen und Worte.
5 Punkte „Anweisungen“ führen zum Erfolg.
Bitte, danke und Tralala kann man sich beim Hund sparen, das habe ich früh bei Günther Bloch gelernt. Deutliche Ansagen und ehrlich gemeintes Lob, das ist die Sprache, die der Hund versteht und der Weg zu einem guten Miteinander.

Ich bin begeistert vom Buch, es ist eine große Hilfe für alle, die gefrustet sind, dass mit ihrem Hund nichts klappt, eine Bestätigung für die, die nicht zur „Wattebauschfraktion“ gehören und für Hundeanfänger ein „an die Hand nehmen“ man kann viel lernen.
Günther Bloch ist, auch im Buch, einfach Bloch.

Bloch-Fans erfahren viel über den Menschen Günther Bloch.

Ein sehr lesenswertes Buch.

Mir wurde das ebook via Netgalley kostenlos zur Verfügung gestellt.
#MeinHundewissen #NetGalleyDE

ISBN: 9783833862526

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Gülay Ücuncü : Der gelassene Hund

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„Der gelassene Hund“ von Gülay Ücüncü heißt der neue Ratgeber aus dem Kosmos-Verlag.
„Ein Navigationssystem für die Mensch-Hund-Beziehung“ verspricht der Rückeinband.

Gleich vorweg, konkrete Anleitungen finden Sie in diesem Buch nicht.

Dorit Urd Feddersen-Petersen hat das Vorwort zum Buch geschrieben und gibt schon mal einen Hinweis was uns Leser erwartet:
„Ein ganz wichtiges Buch zum Verständnis der Beziehung zum Hund in unserer nicht selten widersprüchlichen Zeit.“
Wie recht sie hat, wenn man Bücher oder Artikel zum Thema Hundeverhalten, etc. liest, ins Fernsehen schaut, mit dem Hund unterwegs ist,.., kann es einem als Hundebesitzer schon mal Angst und Bange werden, was Hunden da zugemutet wird, was von ihnen erwartet wird.
Ich sage nur rosa Schleifchen im Haar des Hundes, rosa Halsband, usw. so habe ich es heute Morgen erlebt.

Die Gesellschaft hat heute Erwartungen an den Hund, die teils unrealistisch sind. Darf er noch Hund sein?
Wie schafft man es als Hundebesitzer, dass der Hund ruhig bleibt, wenn die Umgebung mal wieder gar nicht hundgerecht ist.

Wer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sucht für Alltagssituationen, wird bei diesem Buch enttäuscht sein.
Wer aber ganz strukturiert erfahren möchte, wie der Hund im Allgemeinen strukturiert ist, was ihn stört, beeinträchtigt, freut, lernen lässt, ihn gesellschaftsfähig macht und vor allem was man als Halter dafür wissen und tuen muss, der ist hier genau richtig.

Die Autorin hat akribisch recherchiert in den Studien, die es gibt, was heutiger Stand der Wissenschaft ist und beschreibt wie man das umsetzen kann, um den Alltag hundetauglich zu machen.

Mich persönlich stört, dass sie sich Studien an Menschen bedient, Stichwort ADHS, und von diesen ableitet auf Hundeverhalten. Sie schränkt zwar ein, dass es eben nichts zu Hunden gibt, aber ich persönlich habe damit ein Problem. Nun bin ich es auch gewohnt mit Studien zu arbeiten und sehe dabei auch viel Unfug. Es ist halt nur eine Art „Krücke“ so vorzugehen.
Das ist mein Kritikpunkt, der sicher die meisten Leser nicht stört.

Aus meiner Sicht ist das Buch empfehlenswert für alle, die etwas zum Thema Hundeverhalten in der Umwelt, Impulskontrolle, etc. lernen möchten.

ISBN: 9783440153925

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Anton Fichtlmeier : Der Hund an der Leine

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Anton Fichtlmeier hat eine völlig überarbeitete Ausgabe seines Buches “ Der Hund an der Leine “ geschrieben.
Der Hundetrainer ist ja teilweise verschrieen, weil man so hört, dass er mit Stachelhalsband & Co arbeiten würde. So liest es man es dann im Internet.
Ich wollte mir ein Bild von seinen Büchern machen und habe mir dieses Buch ausgesucht.
In “ Der Hund an der Leine “ geht es nicht darum Gewalt gegen den Hund auszuüben, sondern das Thema ist die Leine als Kommunikationsmittel.

Im Vorwort steht ein Satz, den ich so unterschreiben kann „Der Schlüssel für den Gebrauch der Leine als Nebensache ist die ungeteilte Aufmerksamkeit des Hundes.“
Ohne Leine geht es oft nicht. Man hat eine befahrene Straße in der Nähe, ist im Naturschutzgebiet, es besteht Leinenzwang, der Hund hat einen ausgeprägten Jagdtrieb, usw.
Was soll man da ohne Leine machen?

Fichtlmeier unterteilt die Hundeführung in 4 Themen:
1. der Hund – der geführt wird und der nicht vernunftgesteuert ist
2. der Mensch – der führt, hier wird das Konzept der 5 Freiraumzonen vorgestellt
3. die Leine als Nebensache – das ruhige und entspannte Gehen mit angeleintem Hund soll selbstverständlich sein
4. die Leine als Kommunikationsmittel – die Leine dient der Signalübermittlung.

Bevor man zum Thema Leine kommt, geht es darum den Hund zu lesen, was ist Imponiergehabe? welche Symbole gibt es bei Hunden untereinander und gegenüber Menschen?
Der Mensch führt, dazu muss er aber auch die Führung ergreifen, hier geht es auch um das Thema Körpersprache, Haltung.

Im Buch wird Schritt-für Schritt mit gut verständlichen Erklärungen und reicht bebildert der Weg hin zu der Kommunikation Mensch-Hund via Leine aufgebaut.
Das Buch ist gut strukturiert geschrieben und macht Mut die Leine zu nutzen.

Ich habe viele hilfreiche Tipps mitgenommen.

ISBN: 9783440153932

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Anne Krüger-Degener : Wenn Hunde lachen

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„Wenn Hunde lachen: HarmoniLogie® – Kommunikationstraining für Mensch und Hund“ heisst das Buch von Anne Krüger-Degener.
Wer einen Hund hat, weiß, dass Hunde lachen können.
Die Autorin ist Schäferin und ich habe vor längerer Zeit mal einen Filmbeitrag gesehen, in dem ihr Umgang mit ihren Hunden gezeigt wurde.

Das Buch hat mich interessiert weil ihr Ansatz „Ein gelungener Dialog schafft tiefes Vertrauen“ ein Weg im Umgang mit dem Hund ist, den wir im Training schon kennengelernt haben.
Die 4 Säulen der Kommunikation sind
1.Die Ansprechbarkeit – der Hund nimmt Blickkontakt auf, wenn wir seinen Namen sagen
2. Die Störbarkeit – Störung ist ein Hilfsmittel, um die Ansprechbarkeit zu unterstützen
3. Die Lobbarkeit – das Lob muss ankommen und ist nicht zwangsläufig ein Leckerli
4. Die Abgrenzbarkeit.

Auf S.18 verdeutlich eine Grafik wie die Autorin ihr Vorgehen sieht.

Und eins kam mir aus dem Training in den Sinn, als ich das Buch gelesen habe, man muss den Hund lesen können, denn er ist perfekt darin uns zu lesen.
Oft liegt darin sicher ein Missverständnis. Ich kenne das selber, ich interpretiere das was mein Hund mir sagt, falsch oder missachte es und schon klappt nichts.

Das Ziel im Vorgehen der Autorin ist der lachende Hund.

Im Buch werden alle Teile der HarmoniLogie genau erklärt. Wir müssen umdenken, die Hunde sind so wie sie sind. Wir müssen die Hunde dahin führen, dass der Dialog zwischen uns funktioniert.
Die Autorin erklärt sehr gut verständlich wie ihr Weg zum Dialog mit den Hunden ist.
Themen wie, wie lobe ich richtig? über die richtigen Signale, die richtige Tonart und vieles mehr werden detailliert beschrieben. Viele Fotos verdeutlichen das geschriebene Wort.
Ich ertappe mich nach dem Lesen des Buches oft bei Fehlern, bei Dingen, die ich aus dem Training in der Hundeakademie schon weiß, die aber in Vergessenheit geraten.

Ich nehme von fest jedem Hundebuch Tipps für den Alltag mit. So auch aus dem diesem, einige Dinge sind nur Auffrischung, andere neue Impulse.

ISBN: 9783440158463

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Präkelt/Begemann/Auerbach : Retriever – eine Liebeserklärung

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Tatjana Kreidler, die Gründerin von VITA e.V. hat das Vorwort zum Buch „Retriever“ geschrieben.

Annette Präkelt ist Züchterin (Labrador) und hat einen Teil der Texte geschrieben, Verena Begemann hat quasi für das Aussehen des Buches gesorgt und Anna Auerbach hat die wundervollen Fotos beigesteuert.
Eine Reihe von Gastautorinnen haben Beiträge zu den Rasseporträts beigesteuert.

Den Retriever gibt es nicht, sondern es sind 6 verschiedene Rassen unter dem Begriff Retriever zusammengefasst.
Es gibt Labrador Retriever, Golden Retriever, Flat Coated Retriever, Curly Coated Retriever, Chesapeake Bay Retriever und Nova Scotia Duck Tolling Retriever.
Wer, so wie wir, einen Retriever (in unserem Fall Golden Retriever) hat und schon mal beim DRC im Training war, hat die anderen Rassen kennengelernt.

Alleine vom Aussehen her würde man sie nicht alle als Retriever bezeichnen. Toller und Golden Retriever haben äußerlich und charakterlich nicht viel Gemeinsames.

In diesem Buch werden alle 6 Rassen fundiert vorgestellt, von der Herkunft angefangen über die typischen Charaktereigenschaften, die Merkmale, die Durchschnittsgrößen, die Fellfarben und das Gewicht erfährt man als Leser etwas.

Im nächsten Kapitel lernt man kennen wie es ist, einen Retriever als Welpen bei sich zu haben und was einen in der Pubertät erwartet. Danach geht es weiter über die Mitte des Lebens bis zur Phase des alten Hundes.

Die Autorinnen lassen immer wieder passende Zitate einfliessen, wie das auf Seite 42 „Wer einen kleinen Welpen kauft, der bekommt für sein Geld wilde und entschlossene Liebe.“ (Rudygard Kipling)

Zugleich ist das Foto auf den Seiten 42/43 mein Lieblingsfoto im Buch.
Die Fotos sind alle so wunderbar, bringen Gefühl rüber und lassen den Betrachter einfach dahinschmelzen, wie die kleine Nougatnase auf Seite 71.

Im Buch finden sich auch viele Geschichten zu den Hunden, wie die vom Diabeteswarnhund, der den kleinen Sohn der Familie behütet und viele mehr.

Es ist ein wundervolles Buch, das den Autorinnen gelungen ist. Eine Liebeserklärung an die Retriever.
Aufgrund der großformatigen und schönen Aufmachung auch ein tolles Geschenk für Retrieverliebhaber.

ISBN: 9783440149508

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Schmidt-Röger/Blank : Hundeverhalten

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Das Buch „Hundeverhalten“ mit dem Untertitel „Körpersprache und Ausdrucksweise erkennen und verstehen“ haben Heike Schmidt-Röger und Susanne Blank geschrieben.
Susanne Blank ist lange Jahre Hundetrainerin und Heike Schmidt-Röger ist Journalistin, Autorin, Fotografin und Hundehalterin.

Im Buch wird in Wort und Bild erklärt was Hundeverhalten bedeutet. Wie erkennt man es? Wie kann man darauf reagieren und sollte man reagieren?
Zunächst erklären die Autorinnen was ist angeborenes Verhalten? Was ist rassetypisch? Was ist erlernt? Was beeinflusst das Verhalten?
Anhand von Fragebögen kann man in etwa abschätzen welchen Typ Hund man hat.

Die Autorinnen geben Tipps zu dazu wie reagiert man richtig, bezogen auf den Typ des Hundes, das Alter, etc. Mit einem Welpen muss man anders umgehen als mit einem ergrauten Veteranen.
Jagdhundverhalten ist anders als Hütehundverhalten, usw.

Spiel ist nicht gleich Spiel, manchmal ist man als Halter gefordert einzugreifen. Wie erkenne ich wann dieser Zeitpunkt gekommen ist? Diese und ganz viele andere Fragen, die man sich als Hundehalter stellt, werden beantwortet.
Manche Fragestellungen werden auch in Interviews von Hundeexperten, wie Udo Gansloßer, Günther Bloch, usw. beantwortet.

Aus meiner Sicht ist dieses Buch geeignet für Hundeanfänger, Welpenbesitzer und alle, die sich in das Thema Hundeverhalten einarbeiten wollen.

ISBN: 9783440149751

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