Perdita Lübbe-Scheuermann , Frauke Burkhardt : Der ganz normale Wahnsinn!

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Die beiden Hundetrainerinnen Perdita Lübbe-Scheuermann und Frauke Burkhardt haben das Buch „Der ganz normale Wahnsinn!: Von Hunden und ihren Menschen“ geschrieben.

Bevor ich schreibe was ich vom Buch halte, möchte ich etwas vorweg erklären.
Beide Hundetrainerinnen kenne ich persönlich. Das ist auf der einen Seite gut, da ich weiß wie sie „ticken“ und arbeiten, auf der anderen Seite schlecht, da ich noch genauer hinschaue.
Ich nehme mir auch die Freiheit an manchen Stellen persönliche Erfahrungen einfliessen zu lassen.

Das Thema des Buches “ Der ganz normale Wahnsinn!Von Hunden und ihren Menschen “ ist keine leichte, seichte Kost.
Das würde aber auch nicht zu den Autorinnen passen.
Charakterisiert wird es ganz gut durch einen Satz von Dorit Feddersen-Petersen in deren Vorwort „Kurzweilige Lektüre mit massivem Hang zur Wahrheit.“
Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf.
Es steht ganz viel, auch unbequeme, Wahrheit im Buch.

Es gibt viele Gründe einen Hund zu halten.Ein zunehmendes „Problem“ ist, dass Gebrauchshunde modern und chic sind.
Wie der Begriff aber sagt, ist es ein Gebrauchshund und kein Schoßhund.
Und das bedeutet ganz viel Arbeit, um dem Hund gerecht zu werden und ihn zu führen.
Ich weiß wovon ich spreche, wir haben den 2.Golden Retriever und es kostet Kraft und Zeit ihn zu erziehen und ihm als Jagdhund auch gerecht zu werden.

Mir gefällt sehr gut ein Statement der Autorinnen dazu im Buch „Trainer sind nicht dazu da, den Hund passend zu machen, sondern dem Menschen die Besonderheiten seines Hundes als Chance oder auch als Geschenk aufzuzeigen.“
Im Buch geht es nicht darum was mit dem Hundebesitzer ist, im Gegenteil, der muss damit rechnen, dass er im Buch auch mit harten Tatsachen konfrontiert wird, die ihm möglicherweise nicht passen, nein es geht um den Hund und was unser – des Menschen – Zutun mit ihm macht.

Früher hatte man einen Hund, weil man ihn für den Job brauchte, zur Jagd, um Haus und Hof zu bewachen, als Herdenschutzhund… Kurzum der Hund hatte eine Aufgabe, einen Job.
Heute ist der Hund oft Sozialpartner, wird vermenschlicht, ist Accessoire, wenn ich an die armen Tea-Cup-Hunde denke.

Die Autorinnen geben auch im Buch Denkanstösse, z.B. ob es ein eigener Hund sein muss, ob nicht auch als Gassigeher im Tierheim helfen kann, wenn es nur um die eigene Bewegung geht, etc.

Ein grosses Thema ist Bindung und Beziehung. Der Hund mein Freund, ob das funtioniert? Ich bin Chef sonst klappt es nicht, das kann ich bei unserem Hund nur bestätigen.
Die Führungsrolle muss der Mensch übernehmen, im Buch wird beschrieben was Führung bedeutet.

Mir gefallen Sätze wie „Die Hunde sollen bitte nicht vor uns Menschen rumstehen, rumsitzen oder rumhampeln.“ und dazu die Frage, die man stellen muss „Wo denkt der Hund hin?“.

Das Buch ist in einer deutlichen Sprache geschrieben, man wird aufgerüttelt und aufmerksam gemacht auf Fehler, die sich unbewusst einschleifen.
Oft kann man nur sagen oh ja, muss ich (mal wieder) dran denken oder man sieht den Nachbarshund vor sich, wenn es um den Bällchen-Junkie geht.
Ja wir als Halter sollen „das Klassenbuch und somit auch den Stundenplan unserer Hunde fest in der Hand halten..“

Mir gefällt die deutliche Sprache, die die beiden Damen sprechen sehr gut. Ich mag das, aber Achtung das Buch ist nichts für Leser,
die gleich beleidigt sind, wenn sie sich ertappt fühlen. und auch nicht für ganz empfindliche Menschen geeignet, die jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Es kommen auch Themen zur Sprache wie Hundeausstellungen zu denen man die Gedanken der Autorinnen findet, z.B. was sie davon halten, wenn der Hund den ganzen Tag im Kennel am Stand sein muss unter nicht hundegerechten Bedingungen, auch wird das Thema Tierheim und Pflegestellen kritisch beleuchtet, ebenso Züchter und der Umgang mancher Halter mit dem Hund, ich sage nur „Manny Schlauchschneider“.

Und in mir kamen viele Erinnerungen hoch. Erinnerungen an deutliche Worte zur Züchterin unseres jetzigen Hundes beim Welpentest.
Unser Anjo war nicht für uns vorgesehen, Perdita hat aber erkannt welcher Chararkter in dem Mini steckte und hat deutlich darauf bestanden,
dass er nicht zu Anfängern darf sondern ihn für uns ausgesucht, da sie uns bereits vom ersten Hund kannte.
Ich war damals auch erst traurig hatten wir uns doch unseren Favoriten schon ausgesucht.
Bis heute bin ich sehr froh und dankbar, dass es so kam. Perdita hatte die sensible Seite und den Dickkopf von Anjo erkannt.
Er ist ein Traumhund aber er versucht auch heute mit seinen 8 Jahren seinen Kopf durchzusetzen, wenn man mal nicht konzentriert ist,
und doch ist er immer zur Stelle, wenn es einem von und mal nicht gut geht und muntert gleich auf einfach durch seine Art mal flott zu Kuscheln, etc.

Und noch eine Erinnerung kam hoch, das Wort, dass Hunde „Menschenbenutzer“ sind. Das ist bei uns ein gefügeltes Wort geworden, denn das sind sie wirklich, wenn man sie lässt.

So genug geschrieben über den geschriebenen Inhalt.
Erwähnen möchte ich auch die wundervollen und stets passenden Zeichnungen (Karikaturen) von Fred Fuchs, die das Gesagte lebendig werden lassen und das Kopfkino anschalten.

Mein Fazit: Ich kann das Buch allen Hundebesitzern und auch denen, die planen einen Hund anzuschaffen, Hundeliebhabern .. empfehlen, die auch klare Worte nicht übelnehmen.
Diese werden vom Buch profitieren. Es hilft beim Reflektieren des eigenen Tuns.
Jemand, der sehr empfindlich ist, sich schnell angegriffen fühlt, die Mimosen, werden nicht glücklich mit dem Buch. Sie würden sich angefriffen fühlen.
Sorry, aber diesen rate ich von diesem Buch ab.

ISBN : 978-3440170106

Quelle : Kosmos-Verlag

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Anne Krüger-Degener : Wenn Hunde lachen

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„Wenn Hunde lachen: HarmoniLogie® – Kommunikationstraining für Mensch und Hund“ heisst das Buch von Anne Krüger-Degener.
Wer einen Hund hat, weiß, dass Hunde lachen können.
Die Autorin ist Schäferin und ich habe vor längerer Zeit mal einen Filmbeitrag gesehen, in dem ihr Umgang mit ihren Hunden gezeigt wurde.

Das Buch hat mich interessiert weil ihr Ansatz „Ein gelungener Dialog schafft tiefes Vertrauen“ ein Weg im Umgang mit dem Hund ist, den wir im Training schon kennengelernt haben.
Die 4 Säulen der Kommunikation sind
1.Die Ansprechbarkeit – der Hund nimmt Blickkontakt auf, wenn wir seinen Namen sagen
2. Die Störbarkeit – Störung ist ein Hilfsmittel, um die Ansprechbarkeit zu unterstützen
3. Die Lobbarkeit – das Lob muss ankommen und ist nicht zwangsläufig ein Leckerli
4. Die Abgrenzbarkeit.

Auf S.18 verdeutlich eine Grafik wie die Autorin ihr Vorgehen sieht.

Und eins kam mir aus dem Training in den Sinn, als ich das Buch gelesen habe, man muss den Hund lesen können, denn er ist perfekt darin uns zu lesen.
Oft liegt darin sicher ein Missverständnis. Ich kenne das selber, ich interpretiere das was mein Hund mir sagt, falsch oder missachte es und schon klappt nichts.

Das Ziel im Vorgehen der Autorin ist der lachende Hund.

Im Buch werden alle Teile der HarmoniLogie genau erklärt. Wir müssen umdenken, die Hunde sind so wie sie sind. Wir müssen die Hunde dahin führen, dass der Dialog zwischen uns funktioniert.
Die Autorin erklärt sehr gut verständlich wie ihr Weg zum Dialog mit den Hunden ist.
Themen wie, wie lobe ich richtig? über die richtigen Signale, die richtige Tonart und vieles mehr werden detailliert beschrieben. Viele Fotos verdeutlichen das geschriebene Wort.
Ich ertappe mich nach dem Lesen des Buches oft bei Fehlern, bei Dingen, die ich aus dem Training in der Hundeakademie schon weiß, die aber in Vergessenheit geraten.

Ich nehme von fest jedem Hundebuch Tipps für den Alltag mit. So auch aus dem diesem, einige Dinge sind nur Auffrischung, andere neue Impulse.

ISBN: 9783440158463

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Elli H.Radinger : Die Weisheit alter Hunde

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Elli H.Radinger hat mit „Die Weisheit alter Hunde“ ein für sie untypisches Buch geschrieben.
Ich kenne die Wolfsbücher, die sie alleine oder mit Günther Bloch geschrieben hat. Die Kompetenz der Wolfsforscherin schätze ich sehr.

Von dem neuen Herzensprojekt hatte die Autorin mir bereits letztes Jahr auf der Buchmesse berichtet, da war es eine Idee, ein kleines Pflänzchen, das erst noch wachsen musste. Ich habe mit Spannung auf das Buch gewartet.
In 2 Tagen habe ich es verschlungen.

„Die Weisheit alter Hunde“ ist so ganz anders als die anderen Bücher von Elli H.Radinger.
Es ist kein Sachbuch im eigentlichen Sinne, sondern ein “ ich entdecke die private Elli – Buch“, so will ich es mal nennen.
Elli H. Radinger als Menschen mit ganz viel Gefühl, so kennt sie wohl jeder, der sie mal persönlich erlebt hat, diese Elli kann im Buch kennenlernen.
Besser gesagt Elli und ihre Hunde.

Im Moment begleitet Shira, die Labbi – Hündin Elli H.Radinger im Alltag. Shira zuliebe hat die Autorin die Wolfsforschung aufgegeben. Sie will Shira in den letzten Lebensjahren begleiten, nicht weg sein, wenn Shira den Weg über die Regenbogenbrücke gehen muss.
Wir Leser lernen Shira kennen als Welpen und begleiten sie und ihr Frauchen durch Shiras Leben.

Es ist wundervoll zu lesen, dass diese Hündin, die schon ein hohes Alter hat, noch viel Spaß am Leben hat und nun halt das Tempo herausnimmt.
Auch begleitet man als Leser Elli H.Radinger durch ihr Leben, das auch geprägt ist und war von Höhen und Tiefen.

Im Buch habe ich ganz viel Denkanstösse bekommen. Herrlich finde ich das „Döstädning“ das „Aufräumen für den Fall meines Todes“ , ja so geht es vielen Menschen in diesem Alter und auch etwas jüngeren. Klar Schiff machen im Leben und im Haushalt.
Dazu hat die Autorin jetzt Zeit, da sie nicht mehr in die USA reist.

Über Shira, die alte Hündin schreibt Elli H.Radinger „Von der Überholspur der Schnellstraße ist sie in die gemütliche Sackgasse abgebogen“. Wie wahr, so ist es mit älteren Hunden und es ist gut so für Mensch und Hund, wenn bei diese Abzweigung gemeinsam nehmen können.

„Die Weisheit alter Hunde“ heisst das Buch. Ein Titel, der täuschen kann was den Inhalt des Buches angeht. Es ist vielmehr, aus meiner Sicht, die Weisheit einer alten Hündin und einer älter gewordenen Forscherin und Autorin. Beide kommen zur Ruhe, besinnen sich auf das Gemeinsame, auf das was im Leben wichtig ist.

Dieses Buch ist kein Buch über Hunde, kein Sachbuch, sondern ein Buch der Gefühle, die Mensch und Hund vereinen, ein Buch das einen berührt, das Mut macht das Altern des eigenen Hundes, aber auch das eigene Altern zu geniessen und zuzulassen, wenn man das nicht ohnehin schon macht.

ISBN: 9783453281080

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