Andrea Röpke : 2017 Jahrbuch rechte Gewalt

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Andrea Röpke macht mit ihrem „2017 Jahrbuch rechte Gewalt – Hintergründe, Analysen und die Ereignisse 2016“ mit dem Untertitel „Chronik des Hasses“ aufmerksam darauf welches Risiko rechte Gewalt mit sich bringt.
Andrea Röpke ist Politologin und Journalistin. Ihr Schwerpunkt ist der Rechtsextremismus.

In der Einleitung unter dem Titel „Es geht uns alle an“ warnt die Autorin davor rechte Gewalt zu unterschätzen.
Ein Zitat der Autorin zeigt was los ist in diesem Land „Es gibt Orte, an denen Menschen permanent in Furcht leben müssen, nur weil sie bunte Haare haben, homosexuell sind oder Flüchtlingen helfen.“

Die Autorin weist darauf hin, dass das Buch keine komplette Darstellung bieten kann, da es in Deutschland keine Aufstellung rechter Gewalt gibt, die alle Taten erfasst.
Auch ist die Dunkelziffer hoch.
Andere Warner, wie z.B. Jürgen Todenhöfer, warnen aber auch ständig vor der Zunahme und der Bedrohung, die je nach Landstrich, doch enorm hoch ist.

Es gibt bekannte Taten, wie z.B. das Attentat auf Henriette Reker, die Kölner Obergürgermeisterin, aber auch weniger bekannte, wie Brandanschläge, etc.

Diverse Bürgerwehren tummeln sich im Land, Hooligans verbreiten in der Fußballszene Angst und Schrecken. Fußball soll doch ein friedliches Miteinander sein.
Wenn man an den Fall in Dortmund denkt, wo 2016 zwei Borussia-Dortmund-Fans verurteilt wurden , wegen eines Liedtextes, der sich auf die Judenverfolgung bezog, wo bleibt da die Freude am Fußball.
Man denke an HoGeSa, Hooligans, die mit Fußball und dem Spaß am Sport nicht viel zu tuen haben.
Angeheizt durch die Pegida tummelt sich so einiges in der Szene.

Die Autorin hat in ihrem Buch neben der Aufzählung konkreter rechter Taten, in mehreren Kapiteln über rechte Gewalt geschrieben:
– Die rechte Hassbewegung und ihre Facebook – Armee
– Die Scharfmacher, Pegida und die Hooligan – Szene
– Das Reker – Attentat in Köln, der terroristische Akt eines braunen Schläfers
– Der neue Kampf um die Straße, Rechte Hooligans wüten in Leipzig
– Als Bürgerinitiative getarnt : Rechtextreme Hetzer
– Der Ballstädt – Prozess und das rechtsextreme Spektrum in Thüringen
– Rechtsextreme Terrorzellen : NSU und „Oldschool Society“
– Niedersachsen und die rechtsextreme Szene, die keiner sehen wollte
– Nauen : Die Brandserie und der NPD – Rädelsführer
– Opfer, Überfälle, ein „Klima der Angst“.

Ich fand es erschreckend das Buch zu lesen, das Ausmass der rechten Gewalt war mir bislang nicht so bewusst.
Die Rolle der AfD, der Pegida, etc. wird von der Autorin detailliert beleuchtet.

Die Autorin hat reichhaltige Quellenangaben im Buch. Man kann kontrollieren ob sie die Wahrheit schreibt, wenn man will.

Aus meiner Sicht, ein lesenswertes Buch, das zunächst einmal auf den Schreibtisch aller Politiker und für die Sicherheit Verantwortlichen gehört.

ISBN: 9783426789049
Bestellen können Sie das Buch hier.

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Helena P. Hanrath : Als unsere Welt die Farbe verlor

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„Als unsere Welt die Farbe verlor“ lautet der Titel der Kurzgeschichte.
Ich konnte mir unter dem Titel nichts vorstellen.

Sie hören und sehen in den Medien auch ständig etwas von Flüchtlingen und Menschen, die ihnen helfen auf der einen Seite und Pegida, Ablehnung aller Ausländer, Rufe wie „wir sind das Volk“ auf der anderen Seite?

Ganz ehrlich, manchmal nerven mich diese Gegensätze, diese unvereinbaren Szenarien. Ja und nach Vorkommnissen wie in der Silvesternacht in Köln, graust es mich auch.

Der Autorin geht es genauso, ich habe bei ihr nachgefragt. Auch sie stören fremdenfeindliche Parolen, usw. Aber sie und ihre Familie haben auch Angst, darum schreibt sie unter einem Pseudonym.
Schlimm genug, dass man heute so weit gehen muss.

Die Kurzgeschichte rund um Emma Petters spielt in der Zukunft. Ob die Geschichte in 5, 10, 20 oder 30 Jahren passieren kann oder nie, vermag heute keiner zu sagen.
Emma hat ihren Mann verloren. Sie will wachrütteln was der Bürgerkrieg ausgelöst hat und was er noch auslösen kann.

Und genau das will diese Geschichte auch. Sie ist nicht soft, nein, schonungslos schildert sie Auswüchse, die auf durchaus aus Parolen wie „Wir sind das Volk“ und den Aktionen der Urheber solcher Sprüche, entstehen können.

Der Autorin ist es gelungen Realität und Fiktion eins werden zu lassen.
Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger schreibt sie, aber durchaus so realitätsnah, dass es einem grauen kann.

Emma bietet in der Geschichte auch Lösungsansätze für das Problem der unzufriedenen Flüchtlinge.
Vielleicht sollten manche Verantwortliche die Kurzgeschichte mal lesen.

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