Werner Bartens : Empathie

Werner Bartens hat das Buch „Empathie“ mit den Untertiteln “ die Macht des Mitgefühls“ „Weshalb einfühlsame Menschen gesund und glücklich sind“ geschrieben.

Empathie scheint mir persönlich im Moment ebenso wie Resilienz in Mode zu sein.
Dr.Werner Bartens ist Mediziner, arbeitet aber seit 1997 als Autor und Journalist.
Aufgrund seiner Vita bin ich davon ausgegangen, dass ich hier ein Buch eines kompetenten Autors lesen könnte.

Eins vorweg, ich habe mich schwer getan das Buch zu lesen. Dies nicht etwa, weil es schwierig zu lesen ist, sondern weil es streckenweise einfach nur langweilig ist.
Der Schreibstil des Autors ist geprägt von Redundanz in diesem Buch.

Das Buch beginnt damit erst einmal verständlich darzustellen was Empathie ist und das erklärt Bartens sehr gut verständlich.
Dann geht es in die Details. Zusammenhänge wie Depression und Endorphine, Resilienz, „Gähnen steckt an“, was ist bei Mensch und Tier gleich, über Frans de Waals „egoistische Besorgtheit“, liefert der Autor viele gute Denkanstösse.

Wenn Werner Bartens dies kurz und knapp gemacht hätte, wäre das Buch gut, aber auch nur halb so dick. Stattdessen verstrickt sich der Autor in Wiederholungen und teils auch Widersprüche.

Sehr schade, das Thema hat Potenzial für ein richtig gutes Buch, ich hätte das dem Autor auch zugetraut.
So habe ich über ein halbes Jahr gebraucht, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte.
Es war mühsam.

Bestellen können Sie das Buch hier.
ISBN: 9783426276518

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Michael de Ridder : Welche Medizin wollen wir?

Michael de Ridder ist Mediziner. Ein eindrucksvolles Porträt des engagierten Arztes findet man hier.

Der Autor hat jahrelange als Arzt gearbeitet. Eine Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses war lange seine Arbeitsstelle. Er selber nannte sie den „Gully von Kreuzberg“.

Dr.de Ridder schildert engagiert und mit viel Empathie wie er zur Medizin von heute steht.
Er berichtet über seine Anfangsjahre, verloren als Anfänger im grossen Medizinbetrieb. Ganz einfach rein ins Geschehen ohne große Anleitung. Gut, dass es Schwestern gab, die alle Handgriffe bestens kannten und ihn im wahrsten Sinne des Wortes an die Hand nahmen.

Wer erklärt heute die geplanten Eingriffe und Therapien so, dass der Patient es auch versteht. Wenige Ärzte finden dazu noch die Zeit.
Klar sind Gespräche mit dem Patienten lästig und zeitintensiv, aber sie sind auch wichtig.

Der Autor lässt uns Leser reinschauen in den Medizinbetrieb von heute. In die Welt der Krankenhäuser mit den DRGs, etc., die oft jede Menschlichkeit auf der Strecke lassen.
Personalmangel, Kostendruck, usw. verhindern das wichtige Reden mit dem Patienten, ihn real oder gedanklich in den Arm nehmen, ihn mitnehmen auf dem Entscheidungsweg.

Da der Autor auch den Medizinbetrieb von der anderen, der Patientenseite kennenlernte, kann er um so mehr auch für die Patienten sprechen.
Er weiss wie man sich als Patient fühlt, alleine gelassen mit seinen Fragen. Oft wird man als Patient mit Tatsachen konfrontiert ohne Alternativen. Es scheint als gäbe es nur einen Weg. Der Umweg, die Alternative sind nicht lukrativ oder machen Mühe.

Das Buch ist ein Plädoyer für ganz viel Menschlichkeit in der Medizin. Empathie heilt oft besser als manche Therapie.
De Ridder prangert Missstände an.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für alle Verantwortlichen in der Politik, bei den Krankenkassen, in den Klinikverwaltungen, beim GBA,etc.

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