Amy Reed : Abschied für immer und nie

Amy Reed ist in der Gegend rund um Seattle groß geworden. Sie machte ihren Master in Creative Writing auf dem New York College in California.
Sie hat ein eher rastloses Leben geführt. Ruhe hat sie in North Carolina gefunden, wo sie heute mit ihrem Mann lebet.

Amy Reed ist mit „Abschied für immer und nie“ ein wundervolles, emotionales Buch zum Thema Krebs gelungen.

Evie ist 17, eine junge Frau, die mit Will befreundet ist, Cheerleaderin ist und das Leben geniesst.
Leider wird dieses Leben jäh durch die Diagnose Krebs unterbrochen.
Fortan besteht Amys Leben aus OPs, Bestrahlungen, Chemotherapie und Krankenhaus. Aber auch Stella und Caleb, die sie in der Onkologie kennenlernt, gehören nun zu ihrem Leben.
Es ist ein Leben, dass Amy so nicht leben will.

Sie kämpft und gewinnt den Kampf. Stella verliert ihn.
Was aber die Zeit mit der Krankheit mit Amy macht, ist sehr aufwühlend. Sie sieht ihr Leben plötzlich anders.
Der Weg zurück ins normale Leben ist nämlich nicht leicht.
Ein Teil der Sorglosigkeit ist weg. Ein grosser Kampfgeist ist da.
Will passt nicht mehr in das neue Leben.

Auch wird eine Medikamentenabhängigkeit thematisiert. Eine Sache, die Evie fast das Leben gekostet hätte.

Dieses Buch ist anrührend, manchmal traurig, aber vor allem extrem positiv. Es macht Mut, führt vor Augen was ein fester Wille ausrichten kann.

Das Buch von Amy Reed sollte man jedem Krebskranken empfehlen. Die Kraft, die diese junge Frau, aber auch ihre Ohnmacht in manch einer Situation, können sie zum Vorbild machen für Menschen im Kampf gegen eine Krebserkrankung.

Amy Reed hat das Buch mit einem enormen Einfühlungsvermögen geschrieben. Man könnte meinen sie hätte all das selbst erlebt.

Auch für alle Gesunden, die nicht nur „heile Welt“ lesen wollen, kann ich dieses Buch nur empfehlen, es geht zu Herzen.

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Michael de Ridder : Welche Medizin wollen wir?

Michael de Ridder ist Mediziner. Ein eindrucksvolles Porträt des engagierten Arztes findet man hier.

Der Autor hat jahrelange als Arzt gearbeitet. Eine Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses war lange seine Arbeitsstelle. Er selber nannte sie den „Gully von Kreuzberg“.

Dr.de Ridder schildert engagiert und mit viel Empathie wie er zur Medizin von heute steht.
Er berichtet über seine Anfangsjahre, verloren als Anfänger im grossen Medizinbetrieb. Ganz einfach rein ins Geschehen ohne große Anleitung. Gut, dass es Schwestern gab, die alle Handgriffe bestens kannten und ihn im wahrsten Sinne des Wortes an die Hand nahmen.

Wer erklärt heute die geplanten Eingriffe und Therapien so, dass der Patient es auch versteht. Wenige Ärzte finden dazu noch die Zeit.
Klar sind Gespräche mit dem Patienten lästig und zeitintensiv, aber sie sind auch wichtig.

Der Autor lässt uns Leser reinschauen in den Medizinbetrieb von heute. In die Welt der Krankenhäuser mit den DRGs, etc., die oft jede Menschlichkeit auf der Strecke lassen.
Personalmangel, Kostendruck, usw. verhindern das wichtige Reden mit dem Patienten, ihn real oder gedanklich in den Arm nehmen, ihn mitnehmen auf dem Entscheidungsweg.

Da der Autor auch den Medizinbetrieb von der anderen, der Patientenseite kennenlernte, kann er um so mehr auch für die Patienten sprechen.
Er weiss wie man sich als Patient fühlt, alleine gelassen mit seinen Fragen. Oft wird man als Patient mit Tatsachen konfrontiert ohne Alternativen. Es scheint als gäbe es nur einen Weg. Der Umweg, die Alternative sind nicht lukrativ oder machen Mühe.

Das Buch ist ein Plädoyer für ganz viel Menschlichkeit in der Medizin. Empathie heilt oft besser als manche Therapie.
De Ridder prangert Missstände an.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für alle Verantwortlichen in der Politik, bei den Krankenkassen, in den Klinikverwaltungen, beim GBA,etc.

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