Michael de Ridder : Welche Medizin wollen wir?

Michael de Ridder ist Mediziner. Ein eindrucksvolles Porträt des engagierten Arztes findet man hier.

Der Autor hat jahrelange als Arzt gearbeitet. Eine Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses war lange seine Arbeitsstelle. Er selber nannte sie den „Gully von Kreuzberg“.

Dr.de Ridder schildert engagiert und mit viel Empathie wie er zur Medizin von heute steht.
Er berichtet über seine Anfangsjahre, verloren als Anfänger im grossen Medizinbetrieb. Ganz einfach rein ins Geschehen ohne große Anleitung. Gut, dass es Schwestern gab, die alle Handgriffe bestens kannten und ihn im wahrsten Sinne des Wortes an die Hand nahmen.

Wer erklärt heute die geplanten Eingriffe und Therapien so, dass der Patient es auch versteht. Wenige Ärzte finden dazu noch die Zeit.
Klar sind Gespräche mit dem Patienten lästig und zeitintensiv, aber sie sind auch wichtig.

Der Autor lässt uns Leser reinschauen in den Medizinbetrieb von heute. In die Welt der Krankenhäuser mit den DRGs, etc., die oft jede Menschlichkeit auf der Strecke lassen.
Personalmangel, Kostendruck, usw. verhindern das wichtige Reden mit dem Patienten, ihn real oder gedanklich in den Arm nehmen, ihn mitnehmen auf dem Entscheidungsweg.

Da der Autor auch den Medizinbetrieb von der anderen, der Patientenseite kennenlernte, kann er um so mehr auch für die Patienten sprechen.
Er weiss wie man sich als Patient fühlt, alleine gelassen mit seinen Fragen. Oft wird man als Patient mit Tatsachen konfrontiert ohne Alternativen. Es scheint als gäbe es nur einen Weg. Der Umweg, die Alternative sind nicht lukrativ oder machen Mühe.

Das Buch ist ein Plädoyer für ganz viel Menschlichkeit in der Medizin. Empathie heilt oft besser als manche Therapie.
De Ridder prangert Missstände an.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für alle Verantwortlichen in der Politik, bei den Krankenkassen, in den Klinikverwaltungen, beim GBA,etc.

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Dietrich Grönemeyer : Gesundheit

Dietrich Grönemeyer ist Arzt, Autor, Unternehmer.
Eine Zeitlang war er auch an Der Universität Witten-Herdecke tätig.

Er hat bereits mehrere Bücher geschrieben, die teilweise nicht unumstritten sind.

Das neue Buch „Gesundheit“ ist ein Appell von Dr.Dietrich Grönemeyer, sich mit seinem eigenen Körper, seiner eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen.

Der Autor schreibt offen über die Probleme, die das deutsche Gesundheitssystem mit sich bringt.
Ganz egal, um es nun im Fallpauschalen im Krankenhaus geht oder die Budgets der niedergelassenen Ärzte, die eine Pauschale pro Patient und Quartal bekommen. Um den individuellen Patienten mit seinen Problemen, geht es nun mal in diesem System nicht. Zeit für Gespräche, die in vielen Situationen eher zur Diagnose führen könnten, bleibt dabei nicht.

Auch ist die Vernetzung der einzelnen Fachrichtungen oft nicht gegeben. Patienten gehen auch von sich aus von Arzt zu Arzt, oft ohne die Befunde, die schon vorliegen, zu haben oder gar mitzunehmen.
Den Patienten als Ganzes sieht der Arzt oft nicht, er kann es auch meistens nicht.

Genau da legt Dr.Grönemeyer den Finger in die Wunde. Ein System, das dies fördern würde, muss her und würde auch den Patienten helfen.

Der Patient selber ist aber nicht unschuldig. Tut er genug für sich?? So ist z.B. Bewegung wichtig.
Es kann sein, dass Rückenschmerzen ganz einfach mit Bewegung zu beseitigt werden können. Dazu bedarf es aber einer einwandfreien Diagnostik, dem Zusammenarbeiten von Patient, dem Arzt oder den Ärzten, Physiotherapeuten, etc. Und genau da hapert es.

Dr.Dietrich Grönemeyers Buch ist eine Anregung für alle Beteiligten des Systems, an einem Strang zu ziehen. Auch die verantwortlichen Politiker und Krankenkassenmanager sollten ein neues System schaffen, in dem der Patient als Ganzes gesehen wird und nicht als Fall pro Quartal.

Ich sehe es so, dass dies auch auf Dauer Kosten sparen würde, wenn man auch den Patienten dabei in die Pflicht nimmt.

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