Thomas Gottschalk : Herbstbunt

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„Herbstbunt“ hat Thomas Gottschalk sein neues Buch genannt.
Bunt ist nicht nur er und seine Kleidung, nein bunt ist auch sein Leben auch mit 70.

„Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd“ damit beginnt Thomas Gottschalk sein Buch.
Recht hat er.
Die Kapitel sind nach Songs benannt, z.B.“Everybody hurts, In the army now, Little lies…
Und die Titel passen zu den Erlebnissen des Showmasters beim Älterwerden.

Thomas Gottschalk nimmt im Buch, wie im Leben, kein Blatt vor den Mund.
Immer auf der Überholspur leben klappt nicht immer. Manchmal muss man auch kriechen im Leben.

Und sein Lebensweg führte dann nicht als Lehrer in die Schule, sondern erst vor das Mikrofon im Radio und dann ins Fernsehen.

Dass auch er älter wurde und das letzte Drittel des Lebens anbrach hat er begriffen als ihm „nach meinem beruflichen auch mein privates Leben um die Ohren flog“.

Das auch sein Körper  alt wird, merkte Thomas Gottschalk als er mit 60 im Kloster auf dem Berg Zion war, dann rutscht und hinfällt. Er kann kaum noch gehen, ruft Dr.Müller-Wohlfahrt an, ab geht es im Rollstuhl zum Flugzeug. Der Arzt stellt dann fest, dass der Quadrizeps gerissen ist. Kein Kinderspiel ist das in dem Alter.
Viel geht ihm in der Zeit durch den Kopf, hat er alle Passwörter, Codes in der Familie weitergegeben? Ist das Testament gemacht? Hat er eine Patientenverfügung gemacht?..
Das Leben auf de Überholspur ist vorbei.

Der Entertainer lässt uns Leser teilhaben an seinem Leben, seinen Gedanken, an Dingen, die ihn geprägt haben, wie die Kindheit.
Er ist dabei erstaunlich offen.
Oft scheint es als müsse er sich das alles von der Seele schreiben.
Egal ob es um den Tod des Vaters geht, die Spurensuche bzgl. der Familiengeschichte, die Wanderung mit der schwangeren Schwiegertochter, das Verhältnis zu den Söhnen und zu seiner Frau, die katholische Erziehung, die Taufe des Enkels, seine Zeit bei Twitter, die Abrechnung mit den sozialen Medien, die Trennung von seiner Frau, die mehr für ihre Katzen lebt als für die Ehe…

Man kann lesen und gut nachempfinden, dass der Brand des Hauses, das er und seine Frau gemeinsam eingerichtet haben, in dem die Kinder aufgewachsen sind, die Zuflucht, die Heimat, war und diese gemeinsame Grundlage nun fehlt.

Spät erfährt er, dass der Vater vor der Ehe mit seiner Mutter schon einmal verheiratet war. Alles Dinge, die ihn betroffen gemacht haben.

Im Buch lernt man eine ganz andere Seite des immer heiter wirkenden Thomas Gottschalk kennen, die melancholische, oft einsam wirkende Seite. Er offenbart, dass er auch sensibel und verletzlich ist.

Aus meiner Sicht ist Thomas Gottschalk ein sehr ehrliches Buch gelungen, ein Buch das nachdenklich macht, auch in Bezug auf das eigene Älterwerden. Was sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben??? fragt man sich beim Lesen.

ISBN: 978-3453207066

Quelle: Heyne

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Paul van Dyk : Im Leben bleiben

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Paul van Dyk hat im Buch „Im Leben bleiben“ seine Biografie niedergeschrieben und auch über  den Unfall, der ihn das Leben hätte kosten können und die Zeit danach berichtet.
Das Buch ist geprägt vom Lebenswillen des Autors.

Paul van Dyk ist einer bekanntesten DJ’s der Welt.
Sein Leben findet zum grossen Teil auf den Bühnen der Welt, im Hotel und im Flugzeug statt.
Begleitet wird er von seiner Freundin Margarita, die meistens dabei ist.

Im Februar muss Paul van Dyk nach Utrecht zum „State of Trance Festival“. Ausnahmsweise mal ohne Margarita, die macht in der Zeit Bürokram.
Die beiden sind kaum mal getrennt und kurz bevor er auf die Bühne geht, ruft er sie noch an.
Margarita schaut sich das Konzert via Livestream an. Dieser ist plötzlich verschwunden. Sie wird unruhig, ruft den Tourmanager an, erreicht ihn nicht.
Dann im Stream Stille, dann Pfiffe, plötzlich die Meldung, dass Paul gestürzt sei.
Panik, was ist passiert, Margarita erreicht niemand.
Dann sagt Armin van Burren im Stream „Paul ist von der Bühne gefallen. Aus Respekt vor Paul werden wir jetzt auffhören.“

Irgendwann erreicht Margarita Pauls Agent, der nur sagt“Paul atmet“.
Armin van Burren ruft bei ihr an und sagt Paul sei nun im besten Krankenhaus Hollands.

Margarita eilt so schnell wie es geht zu Paul, spricht mit den Ärzten, die Lage ist ernst. Wird Paul überleben? Wird er je wieder der Alte sein?
Als Leser dürfen wir teilhaben an den Ängsten von Margarita, dem unglaublichen Überlebenswillen von Paul und dem gemeinsamen Weg der beiden nach dem Unfall.
Unglaublich aber wahr, nach 4 Monaten steht Paul van Dyk wieder auf der Bühne.

Im Buch schildert Paul van Dyk als eine Art Biografie auch sein Leben. Vom Leben in der DDR, der schweren Ausreise 1 Woche vor der Wiedervereinigung, wie er DJ wurde, etc.

Ich habe vor dem Lesen des Buches nie etwas von Paul van Dyk gehört oder gelesen.
Sein Werdegang und sein Umgang mit dem Unfall und wie er das Buch geschrieben hat, haben mich sehr beeindruckt.
Es ist ein lesenswertes Buch, auch ein Buch, das allen, die schwer krank sind, Mut machen kann, sich nicht unterkriegen zu lassen.

ISBN: 9783710900310

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Heide Keller : Traumzeit und andere Tage

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Die Schauspielerin Heide Keller hat in „Traumzeit und andere Tage“ ihre Erinnerungen an ihr Leben aufgeschrieben.
Heide Keller kennt man als Schauspielerin. Lange Jahre verkörperte Heide Keller die Chefhostess Beatrice auf dem „Traumschiff“.

Ruth Maria Kubitschek schrieb über das Buch „Das Buch von Heide Keller ist ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit: Charmant und klug geschrieben, voll trockenem Humor und Selbstironie…“
Ich kann mich nur anschließen.
Es ist ein sehr persönliches Buch der Schauspielerin, die uns Lesern Einblick in ihr, nicht immer einfaches, Privatleben und ihr berufliches Schaffen, das weit mehr als das Traumschiff ist, gewährt.
Heide Keller gewährt aber neben Einblicken in ihr Leben auch Einblick in die Dreharbeiten des Traumschiffs, offenbart Freundschaften und vieles mehr.

Heide Keller stammt aus Düren. Ihre Kindheit ist geprägt vom katholischen Rheinland. Der Glaube wird in der Familie groß geschrieben.
Die eingeheiratete Tante Hede hatte am gleichen Tag Geburtstag wie Heide Keller. Während des Krieges lebte die ganze Familie, auch Tante Kättchen, die Großtante, in einem Haus.

Als Heide Keller geboren wurde, fand ihr Vater sie hässlich. Und dann wird noch der „überflüssige“ Bruder geboren und auch noch eine Schwester, die Heide Keller von Anfang an liebt.

Der gestrenge Vater ist Bankdirektor.
Heide Keller zieht es nach Düsseldorf zum Vater und die Stiefmutter „hübscht“ sie gleich auf, sie soll wie ein Düsseldorfer Mädchen aussehen.
Heide Keller nimmt Schauspielunterricht. Der erste Anfängerjob ist in Kleve am Niederrhein-Theater.

Die erste große Liebe kommt, die Engagements führen die Schauspielerin in andere Städte und eines Tages entdeckt Wolfgang Rademann sie für das Traumschiff.
Die 1.Ehe scheitert.

Das Buch von Heide Keller ist ein sehr persönliches Buch.
Sie schreibt sehr mitreißend, man fühlt sich als sei man dabei gewesen.
Heide Keller ist eine gute Erzählerin.

Wer Heide Keller mal als Mensch mit den Höhen und Tiefen ihres Lebens entdecken möchte udn auch in die Theater – und Filmbranche hineinschnuppern möchte, der ist hier richtig.

ISBN: 9783426214442

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Kilian Schönberger: Waldwelten

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Wald im Großformat gibt es zu bestaunen in „Waldwelten“ von Kilian Schönberger.
Kilian Schönberger ist Geograf und Fotograf. Diese Kombination aus 2 Berufen hat sicher zu diesem wundervollen Buch beigetragen.
Wald aus ganz ungewöhlichen Perspektiven betrachtet, erwartet den Betrachter in diesem Werk.
Texte gibt es zu den Fotos auch, diese stammen von Viktoria Urmersbach.

Eins vorweg, das Buch ist groß und schwer, also erst einmal hinsetzen und dann das Buch auf den Schoß legen und Fotos geniessen.

Schönberger hat die Fotos, die uns verschiedene Wälder näher bringen, in mehrere Kapitel unterteilt, Kapitel, die mal nicht geographisch unterteilt sind, sondern nach ganz anderen Kriterien:
– Vorwort, in dem man die Leidenschaft des Fotografen spürt. Und vor dem Vorwort erst mal tolle Fotos
– Seelenlandschaft und Sehnsuchtsort – Der Mensch und sein Wald
– Zukunftswald – Zurück zur Natur
– Vom Urwald zum Kulturwald
– Waldvielfalt – Zwischen Küste und Gebirge
– Waldwissen und Waldwunder
– Grenzenloses Walderlebnis
– Besondere Wälder in der Mitte Europas.

Auf einer Karte sind die deutschen Wälder, aus denen die Fotos stammen, eingezeichnet. Vom Norden bis zum Süden, vom Westen bis zum Osten, egal ob der Darsswald, die Eifel, der Spreewald oder das Voralpenland, Wald in seiner Vielfalt ist im Buch zu bestaunen.
Eins meiner Lieblingsfotos aus dem Buch ist schon vor dem Vorwort zu finden „Linienspiel“.
Es ist faszinierend wie es Kilian Schönberger gelungen sein Ziel, die Magie des Waldes einzufangen, zu erreichen.

Bei den frostigen Fantasiegestalten fühlt man sich gleich als betrachte man bei Eiseskälte knorrige Bäume.
Im Ahrtal treffen Weinreben auf Wald. Auch die Pölking-Kiefer, Fotobegeisterten bekannt, fehlt nicht.
Die „schwimmende Insel“ am Buhlbachsee hat mich ich auch total in ihren Bann gezogen. Diesen Moment der Spiegelung einzufangen, wie lange hat der Fotograf wohl dafür gebraucht, wieviel Fotos gemacht?, das frage ich mich.

Die Texte sind gut und regen zum Nachdenken an, für mich sind sie aber völlig in den Hintergrund gerückt. Die Fotos sind zu faszinierend, als dass ich Texte bräuchte.

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für den Wald, Naturfotografie oder die Natur insgesamt interessiert.
Es ist ein tolles Werk.

ISBN: 9783954162291

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Hermann van Veen: Erinnerte Tage

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Hermann van Veen, der bekannte niederländische Musiker, hat seine Erinnerungen niedergeschrieben.

Zunächst war ich verwirrt, man muss sich ins Buch einlesen, denn van Veen hat seine Autobiographie nicht chronologisch aufgeschrieben, nein er springt in den verschiedenen Zeiträumen hin und her. Da muss man als Leser den roten Faden im Kopf behalten.
Wenn man davon absieht, ist es ein sehr schönes Buch.

Hermann van Veen, geboren in Utrecht in den letzten Kriegsjahren, hat viel erlebt.
Seine Lebenserinnerungen sind auch ein Stück Zeitgeschichte.

Geboren wurde van Veen in eine Familie mit Eltern, die gegen die Religion waren. „Wenn Gott existiert hätte, dann hätte es nämlich niemals Gaskammern gegeben, sagte mein Vater einmal.“
Dies gefiel seinem Opa, der Prediger gar nicht.
An diesen Opa erinnert sich van Veen als einen Opa, der für ihn da war, der mit ihm viel unternommen hat.

Der Weg des Hermann van Veen für ihn im Jahr 1962, er ist 17 Jahre alt, ins Konservatorium.
Für die erste Geige des Künstlers hat der Vater Überstunden gemacht, um sie ihm zu kaufen.

Mit 35 bekam er eine Geige, die in Mittenwald im 18.Jahrhundert hergestellt wurde. Hermann van Veen ist zu der Zeit viel in der DDR aufgetreten. Geld wollte er nicht, das Ostgeld war nichts wert. Aber auf Speichern stöbern und sich etwas aussuchen das war sein Ding. Auf diesem Weg kam er zu 2 Geigen.

Urlaub machte die Familie in seiner Jugendzeit u.A. in den 50er Jahren in Katwijk am Zee, genannt die Arbeiterküste. Die ganze Großfamilie mit Großeltern, Cousins, etc., 11 Personen insgesamt, fuhr mit einem Zelt dorthin. Er beschreibt es „wie Brotscheiben in einer Konservendose“ so eng lag man im Zelt.

Die grosse Karriere des Hermann van Veen war seine Arbeit als Varietékünstler.
Nicht zu vergessen ist aber auch, dass er Alfred Jodocus Kwak erfunden hat.

Hermann van Veen hat viel erlebt.
Er schreibt sehr offen und anschaulich, z.B. von der Blonde Truns, usw.
Man merkt auch wie sehr er heute seine Enkelkinder liebt und die Zeit geniesst.

Das Buch ist nicht nur eine Reise durch das Leben des Hermann van Veen, sondern auch eine Zeitreise.

Quelle: Knaur

Quelle: Knaur

ISBN: 9783426214084
Bestellen können Sie das Buch hier.

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Elena Uhlig : Mein Gewicht und ich

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Elena Uhlig ist Schauspielerin.
Irgendwann habe ich sie im Fernsehen gesehen bei Lafer!Lichter!Lecker!. Elena Uhlig sprach ganz locker über den Kampf mit dem Gewicht.
Und den Kampf hat sie gewonnen. Na klar musste ich das Buch lesen über das Sie sprach.

Wer mal wieder herzlich lachen will für den ist das Buch ein Muss.
Für alle, die Elena Uhlig gerne näher kennenlernen möchten, ist das Buch auch super.
Ich sehe sie gerne in Filmen. Und in der Sendung, in der ich Elena Uhlig gesehen habe, merkte man auch wie lebenslustig diese Schauspielerin ist.
Zu dick gibt es nicht. Und vor allem ist nicht die Meinung anderer über die Figur nicht wichtig, sondern nur, dass man sich selber wohlfühlt.
Das ist das Credo der Autorin.

Herrlich schon der Beginn des Buches:
„Ich widme dieses Buch meiner grossen Liebe Fritz Karl,
der die Hoffnung nicht aufgibt,
dass ich noch mal eine Gazelle werde.
Und ich finde, es ist gut, Träume zu haben..“

Alleine dieses Zitat zeigt schon wie „die Uhlig“ wie Fritz Karl sie nennt, tickt.

Ihren stetigen Kampf für eine Rolle abnehmen, für die andere zunehmen und den Ausweg aus dem Dilemma hat die Autorin in mehreren Episoden ihres Lebens beschrieben. Auch Fotos werden uns Lesern nicht vorenthalten.
Erstaunlich finde ich auch wie man auf den Fotos erkennen kann, dass Elena Uhlig, je nach Outfit, immer ganz anders aussehen kann. Überflüssige Rundungen sind da oft nicht zu erkennen.
Sie lässt uns teilhaben an Erfahrungen mit Personal Trainern, welche Bauchweg-Hose ist gut, welche sollte man meiden.

Elena Uhlig hat ein Thema, das viele Frauen belastet, aufgegriffen. Und sie leidet nicht, nein sie hat ihre Figur so angenommen wie sie ist und zeigt, dass man nur mit sich selbst zufrieden sein muss.
Das Buch ist mehr als ein Buch über die Schauspielerin Elena Uhlig, obwohl sie sehr wohl auch so ganz nebenbei die Härten des Jobs mit aufzeigt, nein es ist auch ein Buch gegen den Schlankheitswahn.

Ich kann das Buch von Elena Uhlig nur empfehlen, es ist toll geschrieben und regt auch zum Nachdenken an.

Quelle:Droemer Knaur

Quelle:Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-65571-9
Bestellen können Sie das Buch gleich hier.

 

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Andreas Kieling : Im Bann der Bären

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Eins vorweg, ich schätze Andreas Kieling und seine Arbeit sehr.
Das war für mich Anlass dieses Buch mit dem Untertitel „Mein Leben in Alaska“ zu lesen. Ich habe es genossen dieses Buch zu lesen.
Auf der Buchmesse in Frankfurt 2015 war Andreas Kieling zu Gast zum neuen Buch, zu sehen hier.

Bereits im Vorwort beschreibt Andreas Kieling warum er Alaska so liebt, ein Land in dem er 25 Jahre lang sehr häufig und lange war.

Alaska ist groß, der Autor hat es bereist von Nord nach Süd und von West nach Ost. Unter grossen Strapazen hat er alleine und teilweise auch mit seiner Familie, dieses Land erkundet. Die wunderbare Natur und die vor allem die Tierwelt hat Andreas Kieling beschrieben und fotografiert.

Das Buch ist eine Fundgrube für Naturliebhaber, für Tierliebhaber, für Alaskaliebhaber, für alle, die nach Alaska reisen wollen, denn dazu gibt es viele Tipps und auch für alle Menschen, die, so wie ich, einfach in wunderschönen, mitreißenden Erzählungen mit dazu passenden Fotos schwelgen möchten.

Da Alaska soviel bietet, hat der Autor das Buch in Kapitel unterteilt, die der geographischen Aufteilung folgen:
– Yukon River
– Denali – Nationalpark
– Glacier Bay
– Kanada – Hudson Bay
– Aleuten
– Aleuten II
– Brooks Range und North Slope
– Yukon River II
– Anhang : Leben und überleben in Alaskas Wildnis.

Andreas Kieling kannte Alaska 1991 nur aus Büchern, hauptäschlich von Jack London. Alaska das Land der Goldgräber, aber auch der Bären, der Berge, der Inuits.
Im Buch bringt uns der Autor dieses Land nahe. Aber nicht aus der Sicht des üblichen Touristen, sondern aus der Sicht eines Abenteurers und Naturfreundes, der er nun einmal ist. Kaum eine Strapaze war zu groß, kaum ein Risiko hat er ausgelassen.
Man kann den Autor begleiten auf seinen Reisen durch Alaska, man lernt viel über die Tiere, die dort leben. Bären, die ihn mal eben zum „Babysitter“ gemacht haben. Aber auch den Zwiespalt in der Familie lernt man kennen. Erik und Andreas die Abenteurer, die wohl am Liebsten umsiedeln würden nach Alaska, Birgit und Thore, denen die Wildnis nicht gerade ans Herz gewachsen ist.

Man lernt, dass Grizzlys Gummi mögen, Kuchen ist auch ok.

Das Buch ist reich an Fotos und da kommt ein Kritikpunkt von meiner Seite. Ich hätte tolle Aufnahmen erwartet. Von den Motiven her sind sie das auch. Aber leider sind einige Fotos technisch nicht so gut abgebildet. Häufiger findet man unscharfe Fotos, pixelige, auf alle Fälle denen die grosse Abbildung nicht gut tut. Das ist sehr schade.
Allerdings erklärt es sich dadurch, dass die Anfänge der Alaska-Zeit noch eher im Analogzeitalter lagen. Ja und digitalisierte Analogfotos sind nun mal qualitativ nicht gerade top.

Mein Fazit: wer Andreas Kieling auf seinen Reisen begleiten will, ist hier genau richtig. Wer nur tolle Fotos sehen will, wird enttäuscht sein. Mir gefallen aus technischen Aspekten heraus manche Fotos gar nicht, da bin ich vom Autor andere Qualität gewöhnt. Die Motive finde ich aber sehr schön.

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Michael Albus , Gesine Schwan : Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch

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Auf dieses Buch mit dem Untertitel „Vom Mut Grenzen zu überschreiten“ hatte ich mich sehr gefreut.
Auf der Buchmesse in Frankfurt habe ich Frau Schwan gerade noch als sehr herzlich und engagiert erlebt.

Leider hat mich das Buch etwas enttäuscht.
Ich bin wohl von falschen Voraussetzungen ausgegangen.
Erwartet hatte ich ein Buch von und über den Menschen Gesine Schwan.
Das ist es leider nur teilweise.

Es ist sehr interessant von der Kindheit der Autorin zu lesen, die nicht immer einfach war. Auch ihre erste Ehe, die mit dem Tod des geliebten Ehemanns endet, beschreibt sie mit viel Gefühl.
Die Zeit der Bangens, die Begleitung des Mannes am Sterbebett. Frau Schwan lässt tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt zu.
Auch ihre zweite Ehe lässt sie nicht aus, ebenso ihre erwachsenen Kinder, die ihr Halt geben.
Sie schreibt über ihre Zeit als Präsidentin der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, eine Zeit in der sie sich den Polen angenähert hat.

Auch die beiden Kandidaturen zur Bundespräsidentin, beide Male unterliegt sie, thematisiert sie.
Die Flüchtlingskrise hat die engagierte Christin auch ins Buch aufgenommen.

Michael Albus, der Co-Autor, lässt den Leser auch ins Leben ins Gesine Schwan hineinblicken.

Soweit gefällt mir das Buch sehr gut.

Was mir nicht gefällt, sind die politischen Statements der Autorin. Als Beispiel will ich die Griechenland-Krise nennen. Klar gehört die grundsätzliche Einstellung von Frau Schwan zu ihrer Persönlichkeit. Meine Kritik setzt da an, wo sie z.B. den Kleidungsstil von Yanis Varoufakis verteidigt. Was hat das in einem Buch über Gesine Schwan zu suchen.

Mein Fazit: Dies wäre ein ganz hervorragendes Buch über Gesine Schwan, wenn die Ausflüge der Autorin, z.B. die Verteidigung von Varoufakis nicht wären.

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Corinne Hofmann Gespräch 16.10.2015

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Am 16.10.2015 fand im Lesezelt auf der Frankfurter Buchmesse ein Gespräch von Margarete von Schwarzkopf mit Corinne Hofmann statt.

Corinne Hofmann, die mit ihrem Buch „Die weisse Massai“ schon einen Bestseller geschrieben hat über ihre Zeit in Afrika, ist schon einige Zeit wieder in Europa. Sie wird immer wieder gefragt, warum sie überhaupt nach Afrika gegangen ist, wie ihr Leben verlaufen ist.
Diese Fragen haben sie, unter anderem, veranlasst das Buch „Das Mädchen mit dem Giraffenhals“ zu schreiben.

Das neue Buch ist quasi die Autobiographie ihrer Kindheit.
Im Gespräch erzählt Corinne Hofmann über ihre Kindheit in den Schweizer Bergen. Weit ab vom Dorf, in dem die Schule ist und die Mitschüler leben, 6 km Fußweg entfert, mitten in der Bergen hat sie mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen gelebt.
Sie musste mit ihren Brüdern in einem Zimmer schlafen. Sie hatte kein Reich für sich. Dies hat sie gerade in der Pubertät sehr belastet.

Da sie schon immer groß war, wurde sie gehänselt, heute würde man es als Mobbing bezeichnen. Tituliert wurde sie „Giraffenhals“ oder „Bohnenstange“, der Giraffenhals hat sich durchgesetzt und findet auch Niederschlag im Buchtitel.

Einfach war ihre Jugend nicht, auch nicht nach der Schule. Es folgten in der Ausbildung sexuelle Übergriffe.
Das Fernweh hat ihr Leben geprägt.
Das Verhältnis zu den Eltern war nicht immer gut. Die Eltern haben sich getrennt. Corinne Hofmann hatte 18 Jahre lang keinen Kontakt mehr zum Vater.
Ihr engster Vertrauter war und ist der jüngere Bruder.

Für das Buch hat sie recherchiert über ihre Kindheit, ihre Jugendzeit. Sie hat Fotos ausgegraben, die sich im Buch finden, Gespräche mit den Brüdern und den Eltern geführt.
Seit 15 Jahren hat sie wieder Kontakt zum Vater und freut sich darüber.

Sie hatte Angst davor ein Buch über die Kinder- und Jugendzeit zu schreiben.
Es war eine Auseinandersetzung mit der Zeit vor Afrika.
Heute ist die Autorin froh, dass sie diesen Weg gegangen ist.

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Paul Sahner : Ich hatte sie fast alle!

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Paul Sahner, Promireporter, Klatschreporter, Legende, Boulevard-Journalist, viele Titel fallen einem zu diesem Mann ein.

Das Erscheinen seines Buches dürfte er nicht mehr erleben. Er verstarb im Juni 2015 an einem Herzinfarkt im Alter von 70 Jahren.
Sein beruflicher Weg führte über verschiedene Stationen, Polizeireporter bei der Bild-Zeitung, Bunte, HörZu, Stern, Penthouse und zurück zur Bunte als Mitglied der Chefredaktion.
Gemeinsam mit Hubert Burda hat er lange das Gesicht der Zeitschrift mit geprägt.

Paul Sahner hat die Großen der Welt kennengelernt. Egal ob als Interviewpartner oder ob er deren Biografien geschrieben hat.
Dieses Buch ist so eine Art Autobiografie, aber auch ein Dialog mit Socki, Sockis Tagebuch und ein Blick hinter die Kulissen.

Wer ist Socki? werden Sie fragen. Socki ist der Kater von Paul Sahner und seiner Frau.
Ja und Socki verehrt Choupette. Choupette?? Ja das ist die Katze von Karl Lagerfeld.

Sie sehen nicht nur die Menschen treffen sich, sondern auch die Vierbeiner haben Vorlieben.

Paul Sahner hat sein Buch mit einer grossen Offenheit geschrieben. Er lässt tiefe Einblicke in sein Leben zu. In die wilden Zeiten, man denke an Gunter Sachs, etc.
Aber auch in die ruhigeren Zeiten. In Zeiten, in denen er zugeben musste einen falschen Schritt gemacht zu haben, wie den Wechsel zu Penthouse.

Neben Paul Sahner lernt der Leser aber auch viele Promis kennen, oft von einer anderen Seite. Von einer angreifbaren, der privaten Seite.
Egal ob Dalai Lama, Udo Jürgens, dessen Biografie er schrieb, den Papst, Michael Jackson, usw.

Eine Reihe von Fotos, egal ob der junge Sahner oder Paul Sahner in Lanzing, seinem geliebten Wohnsitz, Socki, Sahner mit Henry Kissinger….. reichern das Buch an.
Teils Zeitdokumente, beim Lesen habe ich gemerkt was alles schon geschehen ist, was man aber nicht mehr im Fokus hat.

Paul Sahner hatte eine Leben mit Höhen und Tiefen und vielen Begegnungen, auf alle Fälle ein Leben mit Begegnungen, die dieses Leben bereichert haben.

Und wer besser aussah Boenisch oder Sahner, das ist Geschmackssache. Das werden Sie erst verstehen, wenn Sie dieses Buch gelesen haben.
Das Buch ist weit ab von Klatsch und Tratsch, es ist eine Art Zeitdokument, ein Blick hinter die Kulissen der Promis und eines grossen Journalisten.

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