Gansloßer , Kitchenham : Hundeforschung aktuell

twitterrss
twitter

Udo Gansloßer und Kate Kitchenham haben nach 7 Jahren wieder einmal auf hervorragende Art und Weise die neuesten Ergebnisse zur Hundeforschung zusammengefasst in ihrem Buch
„Hundeforschung aktuell – Anatomie, Ökologie, Hundeverhalten“.

Das Buch ist gedacht für alle, die nicht die Zeit haben, sich selber jede Publikation durchzulesen.
Die Autoren haben auf gut verständliche Art und Weise die Daten der letzten Zeit aufgearbeitet.
Das Buch ist umfangreich und lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite.
Udo Gansloßer und Kate Kitchenham ist es wieder einmal gelungen uns Lesern die spannenden Themen aus der Forschung zum Thema Hund zusammenzufassen.

Die Autoren haben sehr unterschiedliche Themen bearbeitet. Alleine die Kapitelüberschriften lassen schon erahnen was den Leser erwartet:
– Domestikation – auch mit Genetik, Fellfarben, etc.
– Das soziale Leben der Hunde – mit uns Menschen – hier findet man auch viel zum Thema Bindung, Stress, Gefühlswelt, Emotionen
– Das soziale Leben der Hunde – mit Artgenossen – vom Straßenhund über Kastration bis hin zur Kommunikation über Signale
– Lernen und Intelligenz – was Hunde leisten – Problemlösekompetenz, Lernmethoden, Zeitempfinden..
– Lebenslauf – was formt den Hund – von Beginn bis zum Alterungsprozeß
– Helfer auf vier Pfoten – Helfer der Menschen und der Natur – Assistenzhunde, Hundenase und Krebs,das Thema, das mich am meisten fasziniert, gerade, wenn man die Studien kennt, zum Thema Krebsfrüherkennung
– Genetik und Zucht – rassetypisches Verhalten, Rassezucht, genetische Disposition für Größe, etc.,
– Wildtierhunde – wild lebende Hunde, Goldschakal, Wolf, Herdenschutzhunde, etc.

Den Autoren ist es gelungen auch komplizierte Zusammenhänge für Laien verständlich aufzuarbeiten.
Der Versuchsaufbau wird teils mit Tabellen verdeutlich. Es gibt blaue Seiten „Aus der Forschung“ auf denen eine spezielle Studie vorgestellt wird.

Im Anhang findet man das Literaturverzeichnis, sodass man sich spezielle Studien komplett anschauen kann.

Aus meiner Sicht kann man als Hundehalter oder auch Trainer ganz viel aus dem Buch lernen zum Verhalten des Hundes, wie erklärt sich was? Was bedeutet heute Hundezucht im besten Fall und auch was ist Qualzucht.
Und viele andere Themen, die sehr interessant sind, wird man entdecken.
Ich habe lange gebraucht, um das Buch zu lesen.
Es ist dick und bietet viel Inhalt, über den ich ab und an auch mal nachdenken musste oder die Originalpublikation gelesen habe, bevor es weiterging.

Mein Fazit: dieses Buch ist lesenswert. Man kann keine Anleitung erwarten zu einem Thema.
Wer sich aber mit dem Thema Hund als Ganzes auseinandersetzen möchte, seinen Hund besser verstehen möchte oder Tierarzt oder Trainer ist und beruflich auf dem neuesten Stand der Forschung sein möchte, der ist hier richtig.
Danke an die Autoren, es wieder einmal gelungen, eine umfangreiche Materie verständlich zusammenzufassen und für den Leser gut aufzubereiten.

ISBN: 9783440156445

ich freue mich, wenn der Post geteilt wird

Gansloßer /Käufer: Auszeit auf Augenhöhe

twitterrss
twitter

PD Dr.Udo Gansloßer und Mechtild Käufer haben das, aus meiner Sicht, wichtige Buch „Auszeit auf Augenhöhe“ geschrieben.
Der Untertitel verrät um was es geht „Mensch-Hund-Spiel: Kleiner Einsatz mit grosser Wirkung“.

Dr.Udo Ganßloßer ist Zoologe, seit einigen Jahren  sind die Canidae (Hundeartige) einer seiner Schwerpunkte.
Er und seine Arbeitsgruppe beschäftigen sich mit Themen der Mensch-Hund-Beziehung, Tierschutzethik,usw.
Der Autor ist gut vernetzt und immer sehr gut informiert, was man merkt, wenn man ihn auf Vorträgen erlebt.
Mechtild Käufer ist Hundetrainerin und Dipl.Sozialarbeiterin, sie ist bekannt für ihre Arbeit zum Thema Spielverhalten beim Hund.

Die Autoren ermuntern im Buch zum Spielen mit dem Hund. Mensch-Hund-Spiel war lange verpönt. Als wir unseren ersten Hund vor 8 Jahren bekamen und mit ihm beim DRC trainiert haben, war spielen NoGo, ein Hund musste funktionieren. Anjo (Hund 2) haben wir nun 5 Jahre, zur Welpenerziehung waren wir in der Hundeakademie Perdita Lübbe und wir wurden sowohl im Einzeltraining wie auch in den Hunderunden ermuntert und angeleitet zum Spiel. Was ein Glück, denn Anjo liebt es zu spielen. So stärkt man die Bindung an den Menschen, das ist auch der Tenor des Buches von Udo Gansloßer.

Das Buch ist sehr strukturiert aufgebaut. Die Autoren erklären zunächst den Spielbegriff, gibt es artübergreifendes Spiel, etc., danach werden verschiedene Arten des Spiels erklärt, man bekommt als Leser sehr viele Tipps, wie man mit dem Hund spielen kann mit und ohne Spielzeug. Oft sah ich Anjo vor mir, der sich genauso verhält wie beschrieben.
Man lernt im Buch den Hund im Spiel zu „lesen“. Hilfreiche Tabellen, usw. ergänzen das Buch.

Unterteilt ist das Buch in mehrere Kapitel, die schon zeigen wie vielfältig und umfassend die Autoren das Thema darstellen:
– Etikettenschwindel
– Pseudospiele
– Echte Sozialspiele
– Spielkommunikation
– Spielroutinen, Typen, Stile
– Sozialspiel
– Spielkompetenz.

Mir gefällt sehr gut, dass es im Buch „Merkkästchen“ und Checklisten gibt, die schnell aufzufinden sind und immer wieder auf einen Blick die wichtigen Dinge aufzeigen.
Das für mich wichtigste Kästchen im Buch ist die Liste auf S.11, die ich zitiere:
„Kriterien für Spiel
1. Die Spieler verfolgen keine über das Spiel hinausgehenden Ziele.
2. Das Verhalten im Spiel sieht anders aus als außerhalb des Spiels.
3. Das Verhalten wird nicht stereotyp, sondern in stets neuen Varianten wiederholt.
4. Spiel ist spontan, freiwillig, selbstbelohnend und macht Spaß.
5. Ein Tier spielt nur, wenn es zufrieden ist und sich sicher und entspannt fühlt.“

Diese Liste orientiert sich an der Definition von Spiel von Burghard(2015).
Diese Kriterien sagen eigentlich alles und machen deutlich, dass z.B. Apportiertraining kein Spiel sondern Beschäftigung ist.

Den Autoren ist es gelungen klar zu machen was ist reines Spiel, wo ist der Unterschied zwischen Spiel und z.B. Nasenarbeit, etc.?
Sie motivieren den Hundehalter und auch Trainer Spiel zuzulassen, auch Spiel, das vom Hund initiiert wird.
Auch Bellen darf der Hund dabei und wer genau aufpasst, kann auch beim eigenen Hund das Spielbellen vom sonstigen Bellen unterscheiden.
Bellspiele habe ich kennengelernt im Buch, die kannte ich nicht, sie sind rassetypisch.

Und ich bin beruhigt, unsere geliebten Zerrspiele mit einem alten geknoteten T-Shirt, sind gut und stärken die Bindung. Wie verpönt waren und sind z.T. diese „bösen Zerrspiele“ doch. Aber generell sind sie förderlich für die Mensch-Hund-Beziehung.

Udo Gansloßer und Mechtild Käufer haben ihre sehr gut verständlichen Aussagen stets belegt mit Studien, Aussagen von Experten, usw. Jede Menge Quellenangaben findet man im Serviceteil.

Mir gefällt es sehr gut, dass das Spiel von Kindern und Hunden, speziell Welpen, verglichen wird. Man kann es eben nicht 1:1 übertragen.

Wer sich auf das Buch und die Aussagen und Anleitungen der Autoren einlässt, wird entweder bestätigt in dem was er schon macht und bekommt noch jede Menge Ideen und Tipps, danke dafür, oder aber denkt danach hoffentlich um, dass Strenge und Drill in der Hunderziehung, zumindest beim Familienhund, eher weniger bringen als die Stärkung der Bindung. Und vor allem macht es auch einem selber mehr Spaß auf diese Art und Weise mit dem Hund das Zusammenleben zu gestalten.

Das Buch ist reich bebildert mit Fotos, die die Aussagen und Tipss verdeutlichen.

Aus meiner Sicht sollten alle Welpenbesitzer und auch manch ein Hundetrainer dieses Buch als Pflichtlektüre lesen.

ISBN: 9783440151952
Bestellen können Sie das Buch via amazon hier.

ich freue mich, wenn der Post geteilt wird