Jürgen Teipel: Unsere unbekannte Familie

Jürgen Teipel ist Autor und Journalist, früher war er DJ, Konzertveranstalter, er ist rum gekommen im Leben. „Unsere unbekannte Familie“ ist aber nicht die Geschichte von Jürgen Teipels Familie.
Nein es geht im Buch, wie schon das Cover zeigt, um Menschen und Tiere.
Der Anlass für das Buch waren die Ameisen hinter dem Wohnblock, in dem der Autor als Kind gelebt hat.
Ihnen hat er mit Streichhölzern Brücken, etc. gebaut. Ebenso gaben Geschichten von Erfahrungen mit Tieren, die er hörte, den Anstoss für das Buch.

Jürgen Teipel hat mit vielen Menschen gesprochen, die Tiere in der Familie haben oder mit Tieren Dinge erlebt haben, die zeigen, wie sehr auch diese Lebewesen eine Familie brauchen.
Jeder, der selber Tiere hat, kann die Erzählungen nachvollziehen. Man kennt es, dass es eine Wechselbeziehung zwischen dem Tier und seinen Menschen gibt. Ist der eine krank, leidet der andere mit, wie in einer Familie üblich.

Der Plan des Autors war eine Dokumentation zu schreiben aus Tiergeschichten, die er erzählt bekam. Wichtig war ihm die Sprache des Erzählers beizubehalten, aber bei der Niederschrift das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.
Entstanden ist ein Buch mit herrlichen Erzählungen, die uns zeigen, dass Tiere auch einen Familiensinn haben.
Sie leiden, denken, empfinden, können sich freuen, usw.

Egal ob Sybille Wiemer ein „ausgemustertes“ Dressurpferd zu einem tollen Therapiepferd macht und Menschen, die auf ihm reiten, Hoffnung macht, der WG-Hund zurück kommt, Grundlagenforschung im Rahmen der Freilandbeobachtung möglich ist und Forscher und Schweine dabei zum Team werden und vieles mehr.

Das Buch liest sich sehr gut. Es führt einen auf den Weg Tiere noch mehr zu achten als man es ohnehin schon macht, auch Bienen und andere Tiere, die keine Haustiere sind.
Dem Autor ist es gelungen ein Buch zu schaffen, das aus meiner Sicht, auch sehr gut geeignet ist für den Schulunterricht, da nicht jedes Kind das Glück hat, mit Tieren aufzuwachsen und auf diese Art und Weise auch den Respekt vor diesen Lebewesen lernen kann.

Ein sehr lesenswertes Buch zum Thema Familie nicht nur für Tierliebhaber.

Auf der Verlagsseite finden Sie eine Leseprobe.

ISBN: 9783518468609

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Dora Heldt: Schnee ist auch nur hübsch gemachtes Wasser

„Schnee ist auch nur hübsch gemachtes Wasser“ hat Dora Heldt ihr kleines Buch mit Wintergeschichten genannt.

Nette Kurzgeschichten erwarten die Leser. Man trifft alte Bekannte aus den Büchern der Autorin oder aus ihren Kolumnen.
Die Geschichten sind zwar reine Unterhaltung, aber teilweise haben sie aus meiner Sicht, auch einen ernsteren Hintergrund.
Wenn ich so an Josefine mit ihren 92 Jahren denke, die liebevoll von Jens, dem Enkel ihrer verstorbenen Schwester Margarete, umsorgt wird und sich den Winter mit Schnee herbeisehnt, so steckt da mehr hinter als pure Unterhaltung. Es ist einfach herrlich zu lesen, wie Jens mit der alten Dame umgeht, ihren Wunsch erfüllt, usw.

Oder Anna, die sich Stress macht, um Weihnachten ein Menü auf den Tisch zu stellen, um niemanden zu enttäuschen, da kennen sich sicher einige Leser wieder.

Und ich bin sicher, dass es in vielen Familien genauso zugeht, wie bei Christine, Ines und Georg, die sich verpflichtet fühlen jedes Jahr nach Sylt zu ihren Eltern zu fahren und diese doch eigentlich in die Sonne wollen, aber darüber gesprochen hat niemand.

Dora Heldt hat es geschafft eine Reihe von Geschichten zusammenzustellen, die zwar mit dem Winter, teils auch mit Weihnachten, zu tuen haben, die aber ganz nah an der Wahrheit sind, vielleicht selbst erlebt oder erzählt bekommen. Und na klar hat die Autorin wieder das Sylter Flair eingefangen.

Mir hat das Buch gut gefallen, man kann es auch das ganze Jahr lesen, auch wenn es Wintergeschichten sind.

ISBN: 9783423216944

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Dora Heldt: Im Grunde ist alles ganz einfach

Dora Heldt schreibt alle 2 Wochen eine Kolumne in der „Für Sie“.
Was lag näher als diese Kolumnen auch in einem Buch zusammenzufassen.

Dora Heldt beschäftigt sich in ihren Kolumnen mit „Alltagsfragen“ von Frauen, nicht immer ganz ernst gemeint und einfach herrlich zu lesen.
Fragen wie „Warum macht Smalltalk auf Partys eigentlich immer so langsam im Kopf?“, die berühmte Suche nach der richtigen Handtasche, wie schmeckt Kindheit?, aber auch der Stress im Urlaub, usw., sind Themen, die Dora Heldt beschäftigen.

Dieses Buch ist herrlich zum Entspannen. Es hat mich auf einer langen Zugfahrt begleitet und unterhalten.
Und wieder erkannt habe ich mich auch, bei „Vorbereitung ist alles“, ich schaue mir vor wichtigen Terminen auch den Fahrweg, die Zeiten, etc, genau an, habe Stress beim Koffer packen, etc.
In vielen Kolumnen im Buch wird sich die Leserin wiedererkennen. Es sind Alltagsgeschichten, oft geschrieben mit einem Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Humor.

Das Buch kann ich empfehlen, wenn man mal wieder etwas lesen möchte, bei dem man abschalten kann, sich ab und an oder auch öfter wiedererkennen will und erkennen mag, dass es anderen genauso geht.
Herzhaft lachen erwünscht und erlaubt.

ISBN: 9783423216449
Bestellen können Sie das Buch bei amazon hier.

 

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Levend Seyhan: Kalter Cappuccino

Levend Seyhan hat mit „Kalter Cappuccino“ ein Buch mit „18 Kurz- und Kürzestgeschichten“ geschrieben.
Da ich vom astikos – Verlag gerfagt wurde, ob ich eins ihrer Bücher lesen und besprechen würde, es alles junge Autoren sind, habe ich zugesagt und mir
„Kalter Cappuccino“ ausgesucht.
Mir erschien das Buch lesenswert. Beschrieben wurde der Inhalt mit „Das Leben zwischen heißer Leidenschaft und kaltem Cappuccino hält einige Anekdoten bereit“.

Leider muss ich sagen, dass ich nach dem Lesen des Buches enttäuscht bin.
Versprochen wurden Anekdoten, klar es sind wenige dabei.
Aber offensichtlich haben der Autor und ich unterschiedliche Auffassungen was eine Anekdote ist.
Für mich aber eine Geschichte, die Richtung Fantasy abgleitet, keine Anekdote.
Beispiel: ein Selbstmörder sieht nach seinem Tod Dinge, die vorher geschahen.

Auch ansonsten sind die Geschichten doch oft surreal anmutend. Die Beschreibung eines Sturzes auf einer Rolltreppe wird auf eine Art und Weise beschrieben, die abstösst.
Diese Art der Ausdrucksweise zieht sich durch das Buch, z.B. “ ..Daraufhin löste er den Griff seiner Hand und ließ sein Herz, das sie nicht hatte nehmen wollen, auf den Boden fallen. Er brauchte es nicht mehr.“

Ich habe tapfer durchgehalten und das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gelesen.

Mein Fazit: mir persönlich gefällt es nicht.

ISBN: 9783946196082

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