Eliane Reichardt : Hochbegabt?

Eliane Reichardt hat nach ihrem Buch „Hochsensibel“ nun auch ihr neues Buch „Hochbegabt ? Potenziale erkennen und fördern“ veröffentlicht.

Die Autorin weiß wovon sie spricht, sie ist selber hochbegabt und hochsensibel.
Man differenziert oft zwischen den Hochbegabten mit einem IQ von 130 an aufwärts, die ca 2,28 % der Menschheit ausmachen und den Begabten, deren IQ ab 115 beginnt.
Eliane Reichardt beschreibt in ihrem Buch, dass es für den Menschen, der diese Gabe hat, keinen Unterschied macht, ob man nun einen IQ von 115 oder von 130 hat.
Eins ist identisch, wie man sich fühlt und wie die Umwelt auf einen reagiert.
Man ist nun mal anders und es gilt dies früh zu erkennen.

Ich kenne es auch aus eigener Erfahrung. Allerdings hat man zu der Zeit meiner Kindheit viele Zusammenhänge nicht gewusst, ich war das ernste Kind, das seltsame Ideen hatte.
Kreidequietschen auf der Tafel in der Schule der blanke Horror, usw.

Leider ist es auch heute noch so, dass Kinder als verhaltensauffällig eingestuft werden, obwohl sie einfach nur anders ticken.
Die meisten Lehrer sind auch jetzt noch nicht so weit, dass sie eine Hochbegabung entdecken oder damit umgehen können.

Hochbegabung bzw. begabt ist eine Gabe und wird doch oft in die Ecke psychische Störung gepackt.

Die Autorin schafft es im Buch zum einen die heutigen Erkenntnisse zum Thema Begabung, auch die Verquickung mit Hochsensitivät, die oft gegeben ist, und alles was sich drum herum rankt, gut verständlich uns Lesern näher zu bringen.
Sie erklärt warum Intelligenztests oft nicht zielführend sind.
Auch physiologische Hintergründe wie der atypische Testosteronspiegel – bei Mädchen oft eher hoch und Jungen eher niedrig, der mit der Hochbegabung einhergeht, wird erklärt und auch die Auswirkungen.

Auf S.81 bei den Merkmalen begabter Menschen findet man sich wieder. Leider kann ich mir die nicht anheften quasi als Gebrauchsanweisung, die erklärt, dass ich nicht böse schaue weil ich böse bin, etc.

Eltern bekommen jede Menge Tipps für den Umgang mit ihren Kindern und auch wie sie Ihnen im Alltag helfen können.
Begabte Erwachsene bekommen  zahlreiche Hilfestellungen. Auch die Liste der möglichen korrelierenden Erkrankungen , wie Allergien, etc., erklärt sicher dem jeweiligen Leser oft wieso er etwas hat.

Aus meiner Sicht ein exzellentes Buch zum Thema aus der Sicht einer Hochbegabten.
Man sollte es Erziehern und Lehrern als Pflichtlektüre geben.
Partnern vielleicht auch, es ist nicht immer leicht zu verstehen, warum ein leichtes Quietschen für den Betroffenen nicht zu ertragen ist.

ISBN: 9783424153323

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Eliane Reichardt : Hochsensibel

Eliane Reichardt, die selber hochsensibel ist, hat dieses Buch zum Thema hochsensibel , mit dem Untertitel „Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfalten“ geschrieben.
Hochsensibel, Hysterie oder Persönlichkeitsmerkmal, das ist das was man üblicherweise liest, je nach Quelle.

Wenn man selber so ein HSM (hochsensibler Mensch) ist, dann kennt man so Sprüche, wie „was bist Du empfindlich“, usw. Die nicht betroffenen, ein besseres Wort fällt mir nicht ein, Menschen im Umfeld, können nicht nachvollziehen, wie sehr einen Schnaufen, tiefes Atmen, ein heller Ton, blendendes Licht etc. stören können.
Als Kind bin ich schier verzweifelt, wenn mal wieder der Lehrer mit der Kreide auf der Tafel gequiescht hat.
Hohe Töne verursachen Kieferschmerzen.

Ich weiss wovon die Autorin schreibt.
Ähnlich wie Eliane Reichardt sehe ich die Hochsensibilität aber nicht als psychische Störung, sondern einfach als Gabe, als Merkmal meiner Persönlichkeit.
Das gehört zu mir. Und ich bin nicht alleine, ca 15 % der Menschen haben dieses Merkmal.

Es gibt jede Menge Bücher zum Thema, viele driften in den esoterischen Bereich ab. Das ist für mich gar nichts.
Elaine Aron ist in meinen Augen die beste Autorin zum Thema, die wir haben. Sie beschäftigt sich schon sehr lange mit Hochsensibilität.
Eliane Reichardt nimmt ihrem Buch sehr oft Bezug auf die Ergebnisse von Elaine Aron. Sie bezieht sich auch andere Autoren.

Im Buch findet sich auch ein Selbsttest. Man kann anhand des Tests einordnen, ob man wirklich hochsensibel ist.
Das Buch ist aus meiner Sicht ohnehin grösstenteils eher für die Menschen geschrieben, die sich unsicher sind, ob sie hochsensibel sind und erkunden wollen ob sie es sind, und für die, die neu mit der Hochsensibilität konfrontiert sind. Ebenso ist es super für alle, die sich auch mit der Forschungsgeschichte beschäftigen wollen.

Da ich schon viele Jahre weiss, dass ich zu den HSMs gehöre ( gestestet wurde ich bereits vor ca. 15 Jahren) und mich auch damit viel beschäftigt habe, war das Thema der Forschung für mich persönlich uninteressant.
Viele HSMs erfahren aber neue Dinge, die helfen seine Besonderheit zu verstehen, wie die intuitive Wahrnehmung. Wenn man das verstanden hat, versteht man auch wie man tickt.
Bei mir gibt es aus dem Umfeld immer mal wieder spaßeshalber den Spruch „hast Du wieder die Kristallkugel ausgepackt“, wenn ich wieder vorher weiss was jemand machen wird, incl. unserer Fellnasen.

Die Autorin ermuntert dazu, dieses Persönlichkeitsmerkmal anzunehmen und seine eigenen Mechansismen zu finden, damit umzugehen.
Dazu gibt sie viele praktische Tipps. Ich habe jede Menge Denkanstösse mitgenommen.
Oft hat man schon eigene Tricks. Die empfohlenen kleinen Auszeiten, wenn man mal wieder überfordert ist, z.B. längerer Weg zum stillen Örtchen, kenne ich gut.
Manches ist mir klar geworden, was ich der Hochsensibilität nicht zugeordnet hätte.

Mein Fazit: Ein empfehlenswertes Buch, wenn auch, für mich persönlich, die Forschungsgeschichte ein überflüssiger Part war.

Bestellen können Sie das Buch gleich hier.

ISBN:9783424152937

Quelle:Randomhouse

Quelle:Randomhouse

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