Nigel Slater : Das Küchentagebuch

Sie kochen gerne, sie lieben Kochbücher, immer nach Rezept kochen ist aber nicht Ihr Ding?
Dann sind Sie hier richtig.
Sie suchen gute Rezepte, die sich gut nachkochen lassen, dann sind Sie hier auch richtig.

Nigel Slater ist ja ein wenig unkonventionell. Er ist nicht einer der üblichen Sterneköche, die mal wieder ein Buch rausgeben, sondern er ist Food-Journalist.

Dieses Buch trägt den Untertitel „Mit 250 Rezepten durch das Jahr“. Aber den Leser erwartet viel mehr als 250 Rezepte. Das wäre ja auch zu einfach.

Erst einmal zum Äusseren, das Buch hat einen hellgrünen Leineneinband, schon mal ganz ungewöhnlich für ein Buch, das Rezepte beinhaltet. Auf der Seite ein Ausschnitt eines Fotos, das wie ein Gemälde anmutet. Und drumherum eine Banderole mit einem Porträt des Autors und dem Titel.
Das Buch erinnert eher an einen Kunstband als an ein Kochbuch. Und es geht so weiter, Fotos, die eher an den künstlerischen Bereich erinnern als an die Küche. Wundervoll arrangiert und fotografiert von Jonathan Lovekin, der Landschaften genauso hinreißend fotografiert wie ein Gericht, ein Stilleben.

Im Vorwort schreibt Nigel Slater „Ich koche. Das tue ich an so ziemlich jedem Tag meines Lebens…Aber im allgemeinen bloß schlichte, unaufdringliche Rezepte, eher zum Austauschen als zum ehrfürchtigen Bestaunen.“
Wie erfahren, dass Nigel Slater so eine Art Tagebuch führt, Notizbücher mit Einkaufslisten und Ideen für Rezepte. Er sammelt darin alles Wichtige zu seinen Rezepten, egal ob es nun darum geht welche Temperatur des Backofens nun falsch war für den Kuchen, welche ideal, waren 2 oder 3 Eier besser. Einfach die Kleinigkeiten, die ein Gericht perfekt werden lassen oder es zerstören.
Diese Notizkladden waren die Grundlage für dieses Buch.

Nigel Slater lässt uns Leser teilhaben an seinen Überlegungen, z.B. das Schummeln beim Blätterteig. Hier gibt der Autor frank und frei zu, dass er auch den tiefgefroren Blätterteig nimmt.
Herrlich, wenn er uns Tipps und Tricks an die Hand gibt, ehrlich ist und uns hilft beim Kochen und Backen.
Die Rezepte erstrecken sich von einer einfachen Suppe aus Speck und Sellerie über eine Pie aus Hühnchen und Lauch, die mit dem Schummelm beim Blätterteig, superlecker, bis zum Aprikosen-Streuselkuchen, usw.

Für jeden Geschmack ist etwas dabei und man kann ganz viel lernen beim Lesen der Texte, die weit über die Rezepte hinausgehen.
Egal ob es um den gusseisernen Schmortopf geht oder Rezeptzutaten.

Es macht grossen Spaß das Buch zu lesen, Rezepte nachzukochen, zu erleben wie lecker einfache Gerichte wie z.B. Gewürzter Brot-und-Butter-Pudding mit gebratenen Bananen ist, dient auch der Resteverwertung oder auch der Mozarella-Salat mit Tomatenbröseln.
Mich hat das Buch auch animiert mit diesem und jenem zu experimentieren, wenn man etwas jahreszeitbedingt nicht bekommt oder etwas nicht zuhause ist. Nigel Slater ermutigt dazu.

Das Buch ist auch sehr gut als Geschenk geeignet, aus meiner Sicht, für alle, die gerne kochen, schon alles haben und offen sind für neue Ideen.

Quelle:DUMONT

Quelle:DUMONT

Nigel Slater
Das Küchentagebuch.
Mit 250 Rezepten durch das Jahr
532 Seiten , 180 farbige Abbildungen, Originalverlag: Harper Collins, Originaltitel: Kitchen Diaries II
Erscheinungstag: 29.12.2014
ISBN 978-3-8321-9477-2

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Nigel Slater : Einfach genießen

Wer auf Nigel Slaters Homepage schaut, liest als erstes “ a cook who writes“.
Schaut man dann weiter, dann stellt man fest, ja der Mann schreibt und nicht nur Kochbücher. Keine Angst er kocht auch. Wenn man die Fotos zu den Rezepten sieht, dann läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Dieses Buch ist mein erstes Nigel Slater-Buch.
Der Titel „Einfach genießen – Kochen Schritt für Schritt“ lässt den Leser ein Kochbuch mit einfachen Anleitungen von Standardrezepten erwarten.
Weit gefehlt.

Dieses Buch ist eine Quelle für ganz viel Kochideen.
Es geht los mit einem Zitat von Nigel Slater „Gut essen heißt in Wahrheit nichts weiter als : Gute Zutaten, einfach zubereitet.“
Und dieses Credo zieht sich durch das ganze Buch.

Eine Einführung lässt den Leser eintauchen in die Denke des Kochs.
Beantwortet wird die Frage „Warum kochen?“, die wird nicht beantwortet mit, um satt zu werden.
Sie lernen Seelenfutter kennen, Kinder bestechen und vieles mehr.

Slater stellt dann die Frage „Wo möchten Sie essen?“ und ich habe mich gefragt was das in einem Kochbuch zu suchen hat.
Weiter geht es mit dem Aufruf „Machen Sie sich nicht soviel Arbeit“, kommt mir sehr entgegen, ich habe nicht immer soviel Zeit.

Und so geht das Buch weiter. Mit Tipps für einfache Gerichte, egal ob Vorspeise oder Hauptgang. Auch jeden Tag kochen muss nicht sein.
Und ermuntert der Autor seine Leser auch noch ohne Rezept zu kochen. Halt steht auf dem Titel nicht „Kochen Schritt für Schritt“?
Keine Anleitungen eines Profis?? Keine ausgefeilten Rezepte??
Nein, kein eine Prise davon, eine davon und man weiß mal wieder nicht was eine Prise ist.

Uns erwartet in diesem Buch viel mehr.
Es gibt z.B. Listen zum Thema „Geschmack verstärken-oder mildern“ in denen Gemüse, Kräuter, etc. stehen, die zu einem anderen Produkt passen und dies aufpeppen und das immer und nicht bei einem Gericht.
Auch himmlische Kombinationen lernen Sie kennen.

Es folgen Tipps für wichtige Gerätschaften, Listen was man besonders gut grillen kann, im Ofen bruzzeln lässt, usw.
Welche Kräuter und Gewürze, was in welchem Monat?
Mayonnaise selber machen, eine Bratensoße herstellen, Suppen, und viele andere Rezepte folgen. Rezepte ohne klare Mengenangaben für alle Zutaten aber mit ganz viel Möglichkeiten sie abzuwandeln.

Ich bin total fasziniert von diesem Buch. Eine stattliche Sammlung von Kochbüchern habe ich, aber selten hat mich ein Buch beim Lesen so inspiriert.
Kaum ein Buch hat mir soviel einfache Dinge vor Augen geführt und mich auf Grundlagen zurück geführt. Das Buch hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Beim Kochen ist weniger oft mehr.

Die Fotos passen auch immer ganz genau zum Text.

Jeder, der Lust neue Ideen zu bekommen und gerne kocht, aber auch Anfänger, sind hier genau richtig.

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