Freddy Derwahl : Nonna stirbt

„Nonna stibt – Die Geschichte einer Lebenswende“ wurde von Freddy Derwahl geschrieben.
Freddy Derwahl ist Belgier, arbeitet als Journalist.

Diese Erzählung hat mich vom Thema her angesprochen, aber ich bin enttäuscht vom Buch.

Nonna, eine starke Frau, lebt in Eupen. Ein altes Patrizierhaus mit einem wundervollen Garten ist ihr Zuhause. Hier lebt sie mit Max, ihrem Lebensgefährten.
Kein einfaches Leben in der letzten Zeit. Max hat Alzheimer.

Bis, ja bis Max sich selbst tötet. Er stürzt sich vor einen Zug.

Nonna zieht um in ihr Haus in der Provence, ins Winterhaus in Lourmarin.
Die Ardennen im Sommer und die Seealpen im Winter das war das Leben von Max und Nonna.
Lourmarin ist der Ort, den Nonna liebt.

Im Buch wechselt sich erzählender Text mit Nonnas Tagebucheinträgen ab.
Im Tagebuch von 1976 kommen Erinnerungen an die Hitler-Zeit hoch, ebenso  an die Kinder, auch an Bayern die Heimat ihrer Kindheit.

Als Nonna nach dem Suizid von Max in Lourmarin lebt, beginnt eine Brieffreundschaft zu einem Freund ihres Sohnes. Er ist ihre Stütze in der Zeit.
Nach und nach wandelt sich der Briefkontakt von einer oberflächlichen Freundschaft zu einer Art Liebe auf Distanz.
Er schreibt später auch ihr Tagebuch.

Später bekommt Nonna Krebs und die Freundschaft zu dem jüngeren Mann gibt ihr Halt, teils auch die Religion.

Soweit so gut. Der Inhalt des Buches hatte mich gereizt, die Geschichte hat aus meiner Sicht Potenzial für ein wundervolles Buch.

Leider ist aus meiner Sicht die Umsetzung nicht so gut gelungen.
Das ständige Springen zwischen Erzählung, Tagebucherinnerung, Zeiten, etc. hat mich eher verwirrt. Viele Teile habe ich zweimal gelesen.
Am liebsten hätte ich spätestens nach der Hälfte das Buch weg gelegt, aber ich hoffte auf Besserung, die leider nicht kam.
Gelesen habe ich es von der ersten bis zur letzten Seite.
Mich hat das Buch enttäuscht.

Quelle: Herder-Verlag

Quelle: Herder-Verlag

ISBN 9783451349935
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Keil/Scherf: Das letzte Tabu

Annelie Keil und Henning Scherf haben zusammen das Buch „Das letzte Tabu – Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen“ geschrieben.

Annelie Keil ist Sozialwissenschaftlerin, sie war lange Professorin in Bremen.
Heute arbeitet sie im Bereich der Sterbe- und Trauerbegleitung.

Henning Scherf war Politiker und Bürgermeister von Bremen.
Er engagiert sich stark im sozialen Bereich.

Die Autoren sind schon lange befreundet. Ein gemeinsames Anliegen ist es, das Thema Sterben aus der Tabuzone herauszuholen.
Sterben ist das Ende des Lebensweges, ein Weg den jeder Mensch gehen muss.
Beide haben ganz unterschiedliche familiäre Hintergründe, unterschiedliche Erfahrungen aus denen sie schöpfen.

Keil und Scherf tragen ihre Gedanken bei zu diesem Buch. Gedanken zum Sterben, das so vielfältige Gesichter haben kann.
Dabei ist die Sicht von Annelie Keil eher geprägt von der wissenschaftlichen Seite, teils esoterisch angehaucht.
Henning Scherf ist da pragmatischer.

Ihre Berichte aus der Sterbebegleitung, egal wie auch immer geartet, verdeutlichen wie wichtig es ist zu erfahren welchen Tod, welche Begleitung sich der Mensch, der im Sterbeprozess ist,  wünscht.
Man sollte bereits vor dieser Phase offen über das Thema Sterben reden, Wünsche äussern. Das vereinfacht dem Sterbenden und den Angehörigen und Freunden den Umgang mit diesem Lebensabschnitt.
Scherf und Keil machen Mut dieses Thema anzupacken.

Auch das Thema Suizid lassen die Autoren nicht aus, ebenso wie die Sterbehilfe.

Annelie Keil und Henning Scherf geben aus ihren Erfahrungen Tipps und Anregungen für das Gespräch über dieses wichtige Thema, aber auch, um erst einmal selber darüber nachzudenken.

Annelie Keil berichtet auch aus der Erfahrung ihrer Arbeit darüber was Sterbende oft bereuen, was sie gerne noch erledigt hätten.

Ein lesenswertes Buch das wachrüttelt. Mir persönlich haben die Teile von Henning Scherf besser gefallen.

Quelle:Herder-Verlag

Quelle:Herder-Verlag

ISBN: 978-3-451-34926-3
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