Maximiliane Schaffrath : Systemrelevant

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Maximiliane Schaffrath hat das Buch “ Systemrelevant – Hinter den Kulissen der Pflege “ geschrieben.
Die Autorin hat eine Ausbildung für Pflegekräfte gemacht.

Sie will mit dem Buch auf die Missstände in der Pflege und den Pflegenotstand hinweisen.

Frau Schaffrath schildert ihren Weg als Auszubildende durch verschiedene Stationen.

Es beginnt in der Hämatologie. Ein wahrlich nicht einfaches Fachgebiet. Tagtäglich ist man von Patienten mit Blutkrebs zu tuen.
Leukämie ist die häufigste Erkrankung auf der Station.

Frau Schaffrath fühlt sich damit überfordert, es hat sie niemand vorgewarnt was auf sie zukommt.
Sie wird mit Abkürzungen konfrontiert, die sich nicht kennt, wie AML, CLC…

Sie muss viel lernen.

Auch prangert sie an, dass ein Patient, aus ihrer Sicht, sie ist noch in der Ausbildung, ins MRT muss. Aus Sicht der Pflegeschülerin nur um Geld zu verdienen.
Der Patient verstarb während des MRT – ein unwürdiger Tod.

Man durchläuft mit mit der Autorin verschiedene Stationen.
Es sind dabei auch welche, die nicht auf dem Lehrplan stehen, auch dies prangert die Autorin an.

Sie hilft vermeintlich einem Patienten nach Suizidversuch, kann diesen Versuch nicht tolerieren.
Erst als es dem Patienten zuviel wird, erzählt er die Gründe des Suizides, der aus seiner Sicht leider scheiterte. Und er macht klar, dass es um sein Leben geht.

Da ich über 30 Jahre beruflich auch in viele Kliniken komme und mich durchaus auch mit vielen Ärzten und Pflegepersonen unterhalte, ist mir zwar durchaus klar, dass viele Dinge in der Pflege aus Zeitmangel oder wegen Vorschriften zu kurz kommen.
Es gibt viele Dinge, die nicht rund laufen.

Ich finde es auch gut, wenn Missstände aufgezeigt werden. Ja auch die Arbeitszeiten, die gerade im Moment in Corona-Zeiten, ausufern, sind zu lang.
Was ich nicht gut finde ist, dass eine Autorin, die ja erst anfing in der Pflege zu arbeiten, das System in der Klinik, in der sie war, anprangert.
Aus meiner Sicht war sie zu dem Zeitpunkt gar nicht in der Lage zu überschauen, was nötig und was unnötig ist.
Und ihre Kollegin, die sie schildert, hat sicher nicht gerne Patienten fixiert und sediert, das geschah aus Überforderung und Personalmangel auf der Station.

Mein Fazit: die Autorin pauschalisiert aufgrund eigener Erfahrungen in ihrer Zeit als Pflegeschülerin.
Viele Dinge stimmen, aber sie neigt aus Unwissenheit und teils auch Anmaßung zur Übertreibung. Für mein Gefühl stellt sie auch teilweise KollegInnen und Ärzte an den Pranger und unterstellt unnütze Diagnostik und Therapien.
Gefühlt hat sich die Autorin ihren Frust mit der Ausbildung und den Erfahrungen in dieser Zeit „von der Seele geschrieben“. Man findet mehr Vorwürfe als ein „ich schau mal nach was das für Abkürzungen sind..“ Zumindest erfolgte dies zu einem größeren Teil als sachlich die Missstände zu benennen.

ISBN-13 : 978-3777629421

Quelle : Verlag

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Über Sabine

wohnhaft in Mainz

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