Hera Lind : Die Frau, die frei sein wollte

Hera Lind hat mit „Die Frau, die frei sein wollte“ einen Roman nach der Vorlage einer wahren Geschichte geschrieben.

Es beginnt in Köln im Sommer 1979. Selma, die junge Türkin, arbeitet im Geschäft ihres Vaters. Seine Familie stellt Lederbekleidung und andere Bekleidung her und verkauft diese im eigenen Geschäft.
Was seltsam ist, dass er die 17-jährige Selma, die ihm hilft, einfach alleine im Geschäft lässt.
Die Geschwister leben z.T. noch bei der Mutter in Hannover.

Selma ist mit der Hochzeitsplanung beschäftigt. Sie wird Ismet heiraten, eine grosse Hochzeit in der Türkei ist geplant.
Damit ist es vorbei als sie von Orhan quasi entführt wird.
Für Selma beginnt ein Martyrium.

Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die zwischen ihrem modernen deutschen Leben und den türkischen Traditionen, stattfindet.
Prügel sind bei Orhan an der Tagesordnung. Wem soll Selma sich anvertrauen?
Sie bekommt eine Tochter, Elif, und lebt in Angst um Elif und um das eigene Leben.
Selma schafft den Absprung, lebt aber weiter in Angst.

Eine Therapie und eine neue Beziehung helfen Selma zunächst.
Irgendwann gibt es eine Wende im Leben der jungen Frau und sie kann wieder glücklich sein.
Die Geschichte dieser Frau hat mich mitgenommen. Man fiebert mit ihr, überlegt, warum sie nicht einfach in ein Frauenhaus geht, Anzeige erstattet.
Aber sie ist gefangen in ihrer Erziehung bis es zur Wende kommt.

Das Thema und die Handlung sind ergreifend, die Umsetzung hat mich während des Lesens genervt.
Die Autorin springt ständig zwischen den Zeiten, es gelingt kaum den Überblick zu halten.
Ich habe das Buch während des Lesens mehrfach weg gelegt.
Sprünge vom Sommer 1979 zurück nach 1975, dann September 2013, wieder zurück in den Dezember 1979, usw.
Wenn die Geschichte chronologisch geschrieben gewesen wäre, hätte ich sie nur als absolute Leseempfehlung bewerten können, so leider nicht.

ISBN: 9783453359284

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