Hans Jürgen Herber : Der lange Abschied

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Dieses Buch trägt den Untertitel „Als meine Frau mit 40 an Alzheimer erkrankte“.
Meine Erwartungen an dieses Buch waren wohl falsch, sie wurden zumindest nur zum Teil erfüllt.
Aufgrund des Titels hätte ich ein Buch erwartet, in dem es um die junge Frau des Autors, die das grosse Schicksal trifft – Diagnose Alzheimer mit 40.

Dieses Buch erscheint mir aber als Selbsttherapie der Ehemanns der an Alzheimer erkrankten Yvonne Herber und Autors.
Alzheimer mit 40, eine Diagnose, die, die ganze Familie betrifft.

Das Buch beginnt nach einem Vorwort des Autors, das auf ein interessantes Buch hoffen lässt zum Thema Alzheimer, mit der Geschichte der frühen Lebensjahre des Autors. Ab Seite 32 geht es dann auch mal um seine Frau Yvonne, um Geldprobleme, etc. Ab Seite 52 geht es dann mit dem eigentlichen Thema los, der Alzheimer – Erkrankung von Yvonne.

Man hätte viel schreiben können als Autor über die Patientin.
Ich weiss genau wovon ich spreche, meine Mutter hatte Alzheimer. Ich kenne diesen Verfall eines Menschen mit allen Höhen und Tiefen, ich weiß wie sich Angehörige fühlen.
Klar ist, dass es auch um den Ehemann und den Sohn und alle anderen Menschen im Umfeld gehen muss in einem solchen Buch. Erwartet hätte ich als Hauptperson aber die Betroffene.
Die Hauptperson in diesem Buch ist aber der Ehemann.
Er arbeitet seine Gefühle, seine Befindlichkeiten in diesem Buch auf.
Jeder mag selber entscheiden wie er dazu steht, ich finde es befremdlich, dass er seine Geliebte ins Haus holt. Diese hilft zwar bei der Betreuung der Ehefrau mit als Freundin der Ehefrau, aber ich könnte mir das nicht vorstellen.

Klar es geht auch um die Ehefrau als Patientin mit allen Hoffnungen, Zeiten in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie, in der sie auch untergebracht wird, um der Familie Urlaub zu ermöglichen.
Aber hauptsächlich schreibt sich in meinen Augen der Mann der verstorbenen Frau seinen Frust der letzten Jahre, seine Ohnmacht mit der Erkrankung und seinem Leben von der Seele.
Ich vermisse die Empathie, die zu diesem Thema gehören müsste.

Mein Fazit zu diesem Buch: Wer ein Buch lesen möchte, in dem es um den Angehörigen einer früh an Alzheimer erkrankten Frau geht, lesen möchte, ist hier richtig. Wer, wie ich ein Buch erwartet, in dem es um die kranke Frau geht, wird enttäuscht sein.

ISBN : 978-3843606257

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Elke Pistor : Treuetat

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Elke Pistor schickt mal wieder das Team um Verena Irlenbusch auf Verbrecherjagd.

Leonie Ritte, genannt Leo, die Polizistin, hatte einen Motorradunfall. Eine Diagnose unter vielen ist die Schädigung des Armnervengeflechts. Wird sie wieder mit ihren Kollegen Verena Irlenbusch und Christoph Todt ermitteln können?
Ja sie wird wieder diensttauglich, aber Schreibtischarbeit ist zunächst angesagt.
Ihr Chef Walter Rogmann unterstützt seine Mitarbeiter wo er nur kann. Auch Leo hat er geholfen.

Verenas Oma Ruth hat Alzheimer. In ein Heim soll sie nicht. Die Kommissarin hat eine Pflegerin zuhause, diese muss aber dringend in ihre Heimat und Ruth muss vorübergehend ins Heim.
Diese Situation belastet Verena sehr. Sie findet auch Unterlagen über ihren Opa, der gar nicht Widerstandskämpfer war, sondern Nazi.

Ja und der Vierte im Bunde der Ermittlertruppe des Kölner K11 ist Christoph Todt, der den Suizid seiner Frau Annika noch nicht verkraftet hat und eine kleine Tochter hat.

Jeder hat so seine Probleme, die auch im Buch eine Rolle spielen. Kann so ein Team erfolgreich sein. Ja sie können.

Morgenbesprechung im K11, Leo fängt wieder an stundenweise zu arbeiten.
Die Fälle an diesem Tag:
– Kai Ziegler ist Journalist. Kai, der die Story seines Lebens schreiben will, verunglückt tödlich. Autounfall.
– Eine männliche Leiche wird aus dem Rhein geholt, die Leiche weist mehrere Messerstiche auf und hat Crystal Meth bei sich.
Genug Arbeit steht an.

An Zieglers Wagen wurde manipuliert, dadurch kam es zum Unfall. Eine Morddrohung gab es auch.

Das Team ermittelt. Es tuen sich Verbindungen auf, die ganz weit in die Vergangenheit reichen. Nichts ist so wie es scheint. Genauso wie es Verena mit der Geschichte ihres Opas geht.
Man kann den Täter nicht erraten.

Elke Pistor hat es wieder einmal geschafft einen spannenden Krimi zu schreiben. Einen Krimi, der eine spannende Handlung hat aber auch von der Geschichte und dem aktuellen Leben der handelnden Personen lebt. Sie lässt die Personen im Buch durch ihre Art des Schreibens quasi lebendig werden.

Dabei lässt die Autorin aktuelle Themen wie Alzheimer, Pflegeproblematik, alleinerziehend, Suizid, Familiengeheimnisse, etc. nicht aus.
Alles ist hervorragend recherchiert.

Weiter so, ich warte auf das nächste Buch.

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Die Alzheimer-Lüge: Die Wahrheit über eine vermeidbare Krankheit Broschiert – von Michael Nehls (Autor)

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Michael Nels ist Arzt und war in der Pharmaindustrie tätig.
Dieses Buch ist in meinen Augen eine Art Anleitung zum gesünderen Leben.

Nehls betrachtet die Bereiche „Gehirn fit halten“ , Ernährung, usw.
Erinnert mich an seine Methusalem-Theorie. Ob es wirklich taugt, um Alzheimer zu vermeiden, bezweifle ich schon etwas.

Sicher gibt er gute Tipps, um seinen Körper und den Geist fit zu halten. Dies hilft gegen die Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, etc. Und klar hilft die Senkung dieser Risikofaktoren auch gegen eine frühe Demenz. Ob dies aber gegen den echten Morbus Alzheimer hilft, weiß ich nicht.
Man bezeichnet landläufig ja oft gewisse Demenzformen als Alzheimer und sie sind es nicht. Da ist mir auch im Buch oft die Grenze etwas schwammig dargestellt.

Wenn man einen Menschen mit diagnostiziertem und posthum auch nachgewiesenem Alzheimer in der Familie hatte und dann nur wenig zu den Theorien des Autors passt, darf man ja skeptisch sein.

Es gibt sicher auch nicht nur die einzige Ursache für diese Erkrankung.

Auch setzt der Autor oft voraus, dass der Leser viele Bgeriffe kennt, die aus dem medizinisch-wissenschaftlichen Bereich stammen. Ob jeder weiß was z.B. dre Hippocampus ist, weiß ich nicht.

Mein Fazit: ein lesenswertes Buch zum Thema „gesünder leben“ mit vielen Tipps zur bewussteren Lebensführung, aber wohl eher kein Allheilmittel gegen diese teufliche Krankheit.

 ISBN: 978-3-453-20069-2


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Mutter, wann stirbst du endlich?: Wenn die Pflege der kranken Eltern zur Zerreißprobe wird [Gebundene Ausgabe] Martina Rosenberg

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Martina Rosenberg, die 1963 geboren wurde am Ammersee, längere Zeit auf Kreta lebte, ein BWL – Studium hinter sich gebracht hat und letztendlich auch noch Journalismus studiert hat, lebt heute mit ihrer Familie in München.
Im Buch mit dem auf den ersten Blick provokativen Titel „Mutter, wann stirbst Du endlich?“ geht es um das Leben von Martina Rosenberg und ihrer Familie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland und ihre Konfrontation mit der Alzheimer – Erkrankung ihrer Mutter und allem was damit zusammenhing..
Da auch meine Mutter an Alzheimer erkrankt war, hat mich das Buch interessiert. Ich hatte mich vor dem Lesen gefragt, ob es der Autorin gelingt die Situation der Erkrankten und ihrer Angehörigen rüberzubringen.
Ich muss sagen, es ist Martina Rosenberg mehr als gelungen. Mit einer erstaunlichen Offenheit schildert die Autorin beginnend mit dem Beschluß nach Deutschland zurückzukehren und ins Haus ihrer Eltern zu ziehen, was ja erst auch gut anfing als Generationenwohnen, das Zusammenleben mit ihren Eltern, das im Laufe der Zeit zur Qual wird.
Zunächst bemerkt sie Veränderungen bei der sonst so lebensbejahenden  und zupackenden Mutter. Dann kommt die Diagnose Alzheimer. Der Vater der Autorin bekommt einen Schlaganfall, was die Situation verschärft. Er wird depressiv und aggressiv.
Eindrucksvoll schildert Martina Rosenberg die Hilflosigkeit, die man als Angehöriger empfindet, man wird konfrontiert mit Dingen, die weit über das hinausgehen was man als Kind von seinen Eltern wissen will. Ebenso lernt man in dem Buch die Probleme kennen, die sich auf einer Alzheimer – Erkrankung ergeben, wie das Beantragen der Betreuung, die Bürokratie mit den Krankenkassen und Behörden, die Organisation der Betreuung, die psychische Verfassung beider Elternteile, usw.
Oft wurde die Autorin damit alleine gelassen, sie muss sich Stellen suchen, die ihr helfen und gerät selber an den Rand ihrer Kräfte, obwohl ihr Mann ihr stets zur Seite steht.
Letztendlich bleibt nur die Flucht aus dem Elternhaus, indem die junge Familie selber baut und Martina versucht Abstand zu gewinnen, was kaum gelingt.
Auch die Sterbebegleitung ihrer Mutter wird zur innerlichen Zerreißprobe. Erst nach dem Tod der Mutter, der das Erfüllen des letzten Wunsches der Mutter, nämlich dem Sterben können, kehrt nach langer Zeit und ganz langsam wieder Ruhe in das Leben der Tochter ein.
Fasziniert habe ich das Buch in 2 Tagen gelesen, aufhören ging nicht, eigene Erinnerungen kamen hoch und ich kann der Autorin nur sagen aus eigener Erfahrung, es ist so, wie es in dem Buch steht, man vergisst die schlimme Zeit und zurück bleiben die schönen Erinnerungen an die Eltern.
Und ich kann nur unterstützen was sie schreibt, auch ich hatte oft die Frage im Kopf warum darf man Tieren beim Sterben helfen und geliebte Menschen muss man bei Qualen zusehen, bei meiner Mutter sogar mit Patiententestament. Man stößt oft auf Unverständnis der Ärzte
Das Buch ist meine dringende Leseempfehlung für alle Gesundheits- und Sozialpolitiker, für alle betroffenen Angehörigen, die hier erfahren werden, dass sie nicht alleine sind, für Pflegekräfte, Krankenkassen – und MDK Mitarbeiter, die einem so manchen Stein in den Weg legen, Beamte betroffener Ämter und jeden Interessierten.
Diese Krankheit kann uns alle treffen als Angehöriger oder Betroffener und ich bewundere es, dass Martina Rosenberg wachrütteln will und auch eine sehr gute Liste mit Informationsstellen angehangen hat.


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