Hülya Özkan : In Erdogans Visier

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„In Erdogans Visier“ Mit dem Untertitel „Warum er die Deutschtürken radikalisieren will und was das für uns bedeutet“, ist von Hülya Özkan geschrieben worden.
Dieses ganz aktuelle Buch hat eine Autorin geschrieben, die weiß wovon sie schreibt.
Hülya Özkan ist Fernsehmoderatorin und hat als Redakteurin gearbeitet. Sie schreibt Krimis und zeichnet verantwortlich für die Bücher zur Serie „Mordkommission Istanbul“.

Wer die Medien verfolgt, weiß wie stark Erdogan versucht auf das Leben in Deutschland Einfluss zu nehmen, besonders auf das Leben der Deutschtürken.
Das deutsch-türkische Verhältnis ist extrem belastet.
Wer, wenn nicht eine gut informierte Deutschtürkin, kann besser beschreiben wie es zu der brisanten Situation kam, in der wir im Moment sind und wie gefährlich es gerade ist.
Nicht umsonst wurde gerade in diesen Tagen eine Reisewarnung der Regierung für die Türkei herausgegeben.

Ein Zitat aus dem Buch, das zeigt wie man die Position Erdogans sehen muss:
S.9. „Er ist der „Vater“, der seine „Kinder“ beschützt. Seine Anhänger in Deutschland, oft aus ländlichen Gebieten der Türkei stammend, genauso islamisch-konservativ wie er, klammern sich an die alte Heimat und werden durch ein perfekt funktionierendes AKP-Netzwerk,…., sorgsam betreut.“
Das Zitat sagt schon alles. Erdogan nutzt seine Anhänger unter den Landsleuten in Deutschland zum Machterhalt. Man bedenke nur das Ergebnis des Referendums und die Stimmen aus Deutschland.

Auch Putin schätzt Erdogan, weil durch ihn ein Keil zwischen die Nato-Mitgliedsstaaten geschoben wird.
Lange wurde die Türkei bzgl. des EU-Beitritts hingehalten, auch dafür rächt er sich jetzt.

Es gibt genügend Deutschtürken, wie z.B. Ahmad Mansour, die vor religiösem Fanatismus warnen.
Nicht jeder will diese Warnungen hören, nicht immer dringen sie durch.

Interessant finde ich, dass die Autorin aufklärt, was nun wirklich tief verwurzelt ist in türkischen Traditionen und was nicht.
Nikap und Burka sind es nicht, das wusste ich nicht.

Hülya Özkan schildert auch den Verlauf, den der Weg der Deutschtürken nahm. Von den ersten türkischen Gastarbeitern bis heute geht es, erst angeworben, dann lästig, immer wieder wechselt die Stimmung den Deutschtürken gegenüber.

Erst 2015, als die Flüchlinge kamen, wurde Deutschland offiziell Einwanderungsland. Man sprach von Integration.
Ich kann mich noch gut erinnern an meine Schulzeit, von Integration sprach niemand, die ausländischen Mitschüler mussten schauen woher sie Hilfe bekamen. Auch das schildert die Autorin.

Sie schildert auch gelungene Integrationsmodelle.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es eine voll integrierte Deutschtürkin ist, die mit „türkischer Seele“ schreibt und auch beschreibt wie man sich als Deutschtürkin gefühlt hat und auch heute noch fühlt. Und dies stets sachlich und mit vielen Quellenangaben.
Sie weisst auf Fehler von beiden Seiten hin, warnt vor dem was noch passieren kann, und was wir tuen können.
Hülya Özkan warnt auch davor Erdogans Ansinnen auf die leichte Schulter zu nehmen. Hut ab vor dem Mut so deutliche Worte zu schreiben.
Das Buch sollte Pflichtlektüre sein für alle, die in der Politik tätig sind. Hier bekommt man ganz viele Hinweise wo etwas schief läuft und wo Gefahren lauern.

ISBN: 9783426789193
Bestellen können Sie das Buch via amazon hier.

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