Antje May : Mascha Du darfst sterben

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Sterben ist ein Teil jeden Lebens, die Endstrecke.

Antje May war schon länger sowohl im ambulanten Bereich als auch im stationären Bereich in der Altenpflege tätig. Engagiert war sie auch in der Lebenshilfe.
Sterben und Tod waren ihr nicht fremd.

Nach einem Verkehrsunfall Ihrer Tochter Mascha erlebt Antje May das Thema aus einer anderen Sicht. Sie ist plötzlich betroffene Mutter.
Die Autorin kennt die Meinung ihrer Tochter. Mascha will nicht vor sich hin vegetieren in einem Zustand, den man nicht mehr Leben nennen kann.

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma fällt Mascha in ein Wachkoma.
Ihr Zustand schwankt zwischen hoffen und aufgeben. Die Ärzte wollen oft Maximalmedizin, die Mutter will das Beste für ihr Kind.
Letztendlich fällt die Entscheidung in einer aussichtslosen Situation gegen die Apparatemedizin und für das Hospiz.
Es ist eine Situation in der Tod eine Erlösung für Mascha wäre.
Ihrer Mutter ist die Entscheidung nicht leicht gefallen.

Beeindruckend ehrlich schildert Antje May ihre Gefühle und Gedanken in der Zeit. Sie tut sich leichter mit Einschätzungen und Entscheidungen als andere Angehörige, da sie einen entsprechenden beruflichen Hintergrund hat.
Dennoch empfindet man anders, wenn es um das eigene Kind geht, das ja eigentlich sein Leben noch vor sich hat.
Als Leser kann man die Zerissenheit der Mutter und der anderen Angehörigen nachempfinden so eindrücklich schildert Antje May diese.

Dieses Buch, und das ist auch die Intention der Autorin, regt dazu an nachzudenken. Nachzudenken was für den Menschen im Grenzbereich zwischen Leben und Tod wichtig ist, eigene Bedürfnisse hinten an zu stellen.
Das Buch ist ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit im Medizinbetrieb. Aber auch ein Plädoyer für mehr Palliativemdizin und Hospize.

Auf dem Rückeinband steht:
„Sie ermutigt mit ihrer Erfahrung, den vermeintlichen Willen eines Menschen bis in die letzte Konsequenz zu erfüllen, auch wenn es eine Entscheidung gegen das Leben ist.“

Und genau das ist das Buch auch, es macht Mut an den Menschen zu denken, der im Sterben liegt oder auf dem Weg dorthin ist. Keine Maximalmedizin, um jemanden am Leben zu erhalten.
Die Autorin kämpft für die Menschenwürde bis zum Tod.
Und sie schildert auch wie Angehörige den Tod eines geliebten Menschen verkraften müssen, was das bedeutet.

Aus meiner Sicht sollte dieses Buch Pflichtlektüre werden für alle jungen Ärzte, die mit vielen lebenserhaltenden Massnahmen groß werden, aber oft nicht lernen was mir mal ein altgedienter Hausarzt gesagt hat und was beeindruckt hat „Man muss sterben lassen können.“
Ein kleiner Satz mit viel Wahrheit.

Dieses Buch kann helfen den Tod aus der Tabuzone rauszuholen. Es ist lesenswert.

Quelle: Randomhouse

Quelle: Randomhouse

ISBN: 9783579086347
Bestellen können Sie das Buch hier.

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About Sabine

wohnhaft in Mainz

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