Annabelle Schachmes : Die jüdische Küche

Annabelle Schachmes hat für Magazine wie Vanity Fair und Vogue als Journalistin gearbeitet.

Mittlerweile hat sie sich der Rezeptentwicklung und der Foodfotografie zugewandt.
Und ich kann nur sagen, sie beherrscht ihr Handwerk.

Ich habe ja einen „Kochbuch-Tick“ aber die jüdische Küche sagte mir nun gar nichts.

Als ich dann auf das Buch von Annabelle Schachmes „Die jüdische Küche, Eine kulinarische Reise zwischen Tradition und Moderne“ stieß, war ich neugierig.
Gibt es eine jüdische Küche?? Wenn man dann bei Wikipedia schaut, stellt man fest, nein.
Es gibt nicht eine jüdische Küche sondern mindestens mal 2, die aschkenasischeund die sephardische bzw. israelische Küche.
Im Vorwort zum Buch schreibt Amanda Sthers, die franzöische Roman- und Drehbuchautorin, „Es gibt nämlich ungefähr so viele verschiedene jüdische Küchen wie es Juden gibt!“.

Und was erwartet mich nun im Buch habe ich mich gefragt?
Annabelle Schachmes schreibt dazu in der Einleitung, dass die jüdische Küche eine Weltküche ist. Das merkt man im Buch, Rezepte aus vielen Ländern erwarten den Leser und Koch.
In jeder jüdischen Familie gibt es ein „heiliges“ kleines Buch mit Rezepten. Schachmes hat sich auf ihrer Recherchereise für dieses Buch viele dieser Bücher angesehen.
Sie ist lange Zeit gereist in jede Menge Länder.
„Aber es ist auch eine Art Quintessenz aller „heiligen Büchlein“, all jener Rezepte, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Denn das wäre in gewisser Weise, als ob wir unsere Geschichte vergessen würden“
Dieses Zitat sagt sehr viel über das Buch.

Annabelle Schachmes hat nicht nur Rezepte gesammelt, nein, sie hat in ihren Fotos und begleitenden Texten ganz viel jüdisches Leben rund um den Globus eingefangen.
Egal ob Speisen, Märkte, Restaurants, Auslagen vor Läden oder im Geschäft, stimmungsvolle Fotos erwarten den Betrachter. Fotos, die mich teils auch nachdenklich gemacht haben.
Bewusst kenne ich kein jüdisches Geschäft, aber ich werde darauf achten, möchte eins besuchen.

Zu einzelnen Fotos, die oft mehreren Rezepten voran gestellt sind, gibt es Erläuterungen, wie z.B. beim Hering.
Auch bei den Speisen stehen Informationen, wie z.B. bei Pierogi von denen ich nun weiß, dass sie aus der polnischen Küche stammen.
Oft, wie in dem gerade genannten Beispiel, gibt es ein Grundrezept und verschiedene Füllungen oder Abwandlungen.

Direkt gemacht habe ich Böreks. Die sind richtig lecker. Wir haben die in der kurzen Zeit, seit ich das Buch habe, schon 2x gemacht.
Böreks passen hervorragend zu Gegrilltem aber auch einfach zu einem Glas Wein.

Die Autorin Annabelle Schachmes hat die Rezepte unterteilt in mehrere Kapitel, die Ihnen schon die grosse Vielfalt des Buches zeigen:
– Gewürztes, Eingelegtes & Würzmittel
– Vorspeisen
– Hauptgerichte
– Beilagen
– Suppen
– Street Food & New Yorker Delis
– Brot & Backwaren
– Desserts

und als besonderes Kapitel dahinter „Jüdische Feiertage“.
In dem letzten Kapitel bringt uns die Autorin nahe wie die jüdischen Feiertage heissen und was sie bedeuten. Dies ist eine tolle Ergänzung des Buches und auch für meinen Horizont, mit dem Thema hatte ich mich noch nie beschäftigt.
Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist auch ein tolles Geschenk für Kochbegeisterte.

Die juedische Kueche von Annabelle Schachmes

Die juedische Kueche von Annabelle Schachmes

ISBN: 9783517095219
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Dieter Aurass: Frankfurter Kaddisch

Dieter Aurass war lange Jahre als Polizist in verschiedenen Funktionen tätig.
Egal ob Personenschutz, Terrorismusbekämpfung, Spionageszene, ist ihm nichts fremd.
Kurz vor dem Eintritt in den „Unruhestand“ hat Aurass angefangen als Autor tätig zu werden.

„Frankfurter Kaddisch“ ist ein Krimi, der in Frankfurt spielt. Das Buch profitiert vom enormen Erfahrungsschatz des ehemals als Polizisten tätigen Autors Dieter Aurass.

Frankfurt ist der Schauplatz für 3 Selbstmorde. Jedes Mal sind die Toten ältere Menschen und dazu auch noch Juden.
Ein Zusammenhang zwischen Selbstmorden, gibt es das?
Da es teils mysteriöse Suizide sind, ermittelt die Polizei.

Was liegt näher als Gregor Mandelbaum, er ist jüdischer Abstammung, ermitteln zu lassen.
Das Team von Gregor besteht aus vielen unterschiedlichen, teils skurrilen Typen, die ihm das Leben nicht immer leicht machen.
Jutta Beltermann, genannt Mutti, Dieter Alsmann, ein altgedienter Hauptkommissar, Klaus Braake, ein Nerd, und die erst 22-jährige Jenny bilden zusammen mit Gregor Mandelbaum eine Mordkommission.

Mandelbaum stammt aus der Familie, der das alt eingesessene Frankfurter Bankhaus Mandelbaum gehört. Er ist jung, hochbegabt, ist Autist und nicht immer einfach zu handhaben.
Sein Sozialverhalten gibt Anlass auf Abstand zu bleiben, sowohl für sein Team wie auch für seinen Chef Lohmeyer. Beliebt ist Gregor nicht.

Gregor Mandelbaum muss für die Ermittlungen mit Dr.Sonja Savoyen von der Rechtsmedizin zusammenarbeiten.
Auch dies gestaltet sich zunächst nicht einfach.

Aufgewachsen sind Gregor und seine Schwester in der Villa ihres Onkels Jakob. Erzogen wurden sie vom Butler Jonathan, der für die Geschwister Vaterersatz ist.

Dieter Aurass hat es verstanden einen Krimi zu schreiben, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist.
Das Buch ist nicht nur aufgrund der Todesfälle spannend, nein es spielt auch das Leben der Juden in Frankfurt hinein.
Sowohl historische Gegebenheiten, als auch aktuelle Verquickungen spielen eine Rolle. Gregor sieht auch seine Lebensgeschichte im Laufe des Buches von einer anderen Seite.

Als Leser kann man auch eintauchen in die Welt eines hochbegabten Autisten, dessen Leben nicht immer einfach ist.
Die Charaktere und Orte lässt der Autor so lebendig werden, dass man das Gefühl bekommt als Beobachter bei der Geschichte dabei zu sein.
Ein sehr lesenswerter Krimi, ich hoffe auf eine Fortsetzung.

Quelle: Gmeiner

Quelle: Gmeiner

ISBN: 9783839219591
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Leon Sachs : Falsche Haut

Leon Sachs ist das Pseudonym von Marc Merten.
Leon Sachs hat in Fribourg in der Schweiz Medienwissenschaften studiert.
Gearbeitet hat er einige Jahre als PR-Berater. Danach hat er in Durham Theologie und Religion studiert. Ein, wie ich finde, eher ungewöhnlicher Werdegang.
Heute lebt und schreibt Marc Merten als Journalist in Köln. Und, wenn man auf seine Homepage schaut, ist er absoluter 1.FC Köln – Fan, der Geißbock lässt grüßen.

Dieser Thriller, und es ist ein Thriller durch und durch, ist der Debütroman des Autors. Ich hoffe es folgt bald der nächste.
Das Buch hat mich total gefesselt.
Unter dem Titel „Falsche Haut“ konnte ich mir so gar nichts vorstellen.
Der Thriller spielt zwischen 2.Weltkrieg, deutsch-französischer Geschichte, Geheimbund oder soll ich eher Mafia auf französisch sagen, Wein, und vielem mehr.
Leon Sachs muss sehr viel Zeit in die Recherche investiert haben, er hat soviel Details aus der Zeit des 2.Weltkriegs, der Juden in dieser Zeit, usw. in die Handlung eingebracht, die weiß man nicht so schnell nur aus einem Geschichtsbuch.

Alex Kauffman ist Professor für Geschichte an der Universität Fribourg. Seine Freundin aus Kindheitstagen, Natalie Villeneuve, lebt bei Adoptiveltern in Paris und braucht seine Hilfe.
Alex und Natalie waren Waisen und sind in einem Heim in Hagenau aufgewachsen. Ein Schicksal das die beiden verbindet.
Das 2. das die beiden verbindet, ist die Tatsache, dass beide Juden sind.
Alex Eltern waren tödlich verunglückt, Natalie wurde vor dem Waisenhaus abgelegt.
Aufgewachsen sind die beiden wie Geschwister.

So verwundert es nicht, dass Natalie, die in Paris lebt, als sie Hilfe braucht, Alex anruft und ihn bittet zu kommen.
Régis, Natalies Adoptivvater, ist tot. Auch er und seine Frau sind Juden.
Natürlich eilt Alex gleich zu ihr. Er hatte Régis versprochen, wenn dieser sterben sollte, für Natalie dazu sein.
Natalies Onkel Christophe, der sehr wohlhabend ist, hat bereits für die Unterbringung von Alex gesorgt.
Alles scheint normal, eine Familie, die in der Zeit nach einem Schicksalsschlag zusammenhält.

Es ist aber alles andere als normal, nur das verrate ich nicht.
Leon Sachs hat es verstanden, mit grosser Liebe zum Detail,  eine Story zu schaffen, in deren Verlauf Natalies Leben bedroht ist und Alex immer tiefer in die Geschichte hineingezogen wird.
Als Leser lernt man viel über die französisch-deutsche Geschichte, die Verwicklungen von Politikern und sonstigen einflussreichen französischen Bürgern in der Zeit nach dem Krieg, in Machenschaften, die man nicht für möglich hält.
Es gibt Todesfälle, Entführungen und jede Menge Grausamkeiten.
Aber auch glückliche Momente, z.B. in denen Natalie erfährt wer ihre Eltern waren.

Alex und Natalie sind diejenigen, die den „Wächtern“ gefährlich werden können. Spannung pur.
Dieses Buch hat mich gefangen genommen von der ersten bis zur letzten Seite.

Ein grosses Werk, das ich in diesem Ausmaß in einem Debütroman nicht erwartet hätte.

Quelle: emons

Quelle: emons

ISBN: 9783954517732
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