Düzen Tekkal : Deutschland ist bedroht

Düzen Tekkal ist Jesidin. Sie ist in Deutschland aufgewachsen.
In Hannover hat sie politische Wissenschaft und deutsche Literaturwissenschaft studiert. Düzen Tekkal arbeitet als Journalistin, Filmemacherin und Kriegsberichterstatterin.

Ich habe sie auf einer Veranstaltung erlebt, sie ist eine Kämpfernatur, geht auch in No Go Areas, um der Sache zu dienen.
Die Autorin ist aus ganzem Herzen Deutsche und Jesidin. Ihr Vater kämpft für die Rechte der Jesiden.
Sie kommt aus einer liberalen muslimischen Familie. Da Düzen Tekkal ja beide Kulturkreise kennt, den deutschen und den arabischen, hat sie sich einen Namen gemacht als national und international anerkannte Expertin zu den Themen Jesiden, Islamismus und Salafismus.

„Deutschland ist bedroht“ ist ein Buch, dass sich nicht sklavisch an den Titel hält. Der Untertitel lautet „Warum wir unsere Werte jetzt verteidigen müssen“.
Dies ist aber nur eins der Themen des Buches.

Sie berichtet über den Weg, den sie und ihre Familie (11 Kinder) in Deutschland genommen haben.
Aufgewachsen in einem sozialen Brennpunkt gelang es der Autorin, mit Unterstützung von Lehrern und Familie, ihren Weg zu gehen. Sie wollte aus ihrem Leben etwas machen und hat es auch geschafft.
Düzen Tekkal berichtet eindrucksvoll wie es ist, wenn man als Migrantenfamilie in Deutschland lebt und auch noch einer Religion angehört, die nur eine kleine Minderheit darstellt und bekämpft wird.

Hilferufe aus dem Irak führten dazu, dass Tekkal sich 2015  auf den Weg machte. „Hilf uns, wir werden alle getötet“ hatte der Anrufer gesagt.
Es riefen immer Menschen an, die Milizen des IS hatten jesidische Männer, Frauen und Kinder getötet.
Sie fliegt mit ihrem Vater hin. Wie gefährlich das war, war ihnen klar. Aber Düzen Tekkal war auch klar, dass die Öffentlichkeit informiert und sensibilisiert werden musste.

Später dreht sie im Irak einen Film zum Thema, einen Film, der sehr unterschiedlich gesehen wird. Diesen Film will eine Kinokette nicht zeigen. Sie haben Angst vor Anschlägen des IS.
Düzen Tekkal zeigt die Grausamkeiten des IS auf. Etwa 1000 Deutsche haben sich dem IS angeschlossen. Sie warnt vor möglichen Auswirkungen.

Im Verlaufe des Buches schreibt die Autorin aus ihrer Sicht was sie davon hält, dass Angela Merkel im Namen der EU Erdogan Geld zugesagt hat.
„Auf diese Weise wird das Flüchtlingsproblem aber nicht gelöst, ja nicht einmal einer Lösung näher gebracht, sondern lediglich verlagert. Darüber hinaus hat sich die EU erpressbar gemacht.“
Sie berichtet über die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei und deutlicher als in den letzten Tagen kann man sie ja nicht vor Augen geführt bekommen.

Auch berichtet Tekkal darüber welche Auswirkungen der Kampf der Türkei gegen die PKK hat, nämlich ein Erstarken des IS.
Und sie ist mit diesen Warnungen ja nicht alleine. Jürgen Todenhöfer bringt dies ja auch ständig vor.

Es folgen Erklärungen zu den Anschlägen von Paris.
Auch klärt die Autorin über den IS auf. Über die Gefährlichkeit des IS. Sie verdeutlicht dem Leser wie der Islam zu sehen ist, auch in Deutschland. Den Islam gibt es nicht.
Themen wie Pegida, frustrierte Jugendliche was wird daraus?
Was sollen wir mit den Flüchtlingen machen?, etc. greift sie auf.

Aus ihrem kulturellen und religiösen Hintergrund heraus und aufgrund ihrer vielen Erkenntnisse, eigenem Erleben und Verbindungen bietet Düzen Tekkal im Buch Denkanstösse für Lösungsmöglichkeiten.

Wenn auch das Buch nicht immer am direkt am Titel orientiert ist, so ist es doch ein sehr informatives,  gut verständliches Buch. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, bedrückt aber auch hoffen lässt.

Quelle: Berlin-Verlag

Quelle: Berlin-Verlag

ISBN: 978-3-8270-1328-6
Bestellen können Sie das Buch gleich hier.

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Jürgen Todenhöfer : Inside IS

Wer Jürgen Todenhöfer und seine Bücher kennt, weiß, dass er den Islam verteidigt wo er nur kann.
Nicht die Religion und die demokratischen Muslime sind die Gewalttäter, sondern Radikale, Terroristen.

Im Post zur Lesung in Frankfurt habe ich dies auch mit Zitaten von Jürgen Todenhöfer belegt.

Das Buch ist erschreckend und spannend zugleich.

Ich will nicht die Einstellung des Autors Jürgen Todenhöfer (JT) ins Visier nehmen. Das steht mir auch nicht zu. JT polarisiert, das ist klar. Für ihn sind die westlichen Staaten, allen voran die USA, schuldig.

Er, sein Sohn und ein Begleiter waren 10 Tage im Islamischen Staat. Todenhöfer schildert die langen Vorbereitungen. Lange vor dem Besuch wurden Interviews per Skype geführt.
Letztendlich verließ sich die Gruppe auf die Zusage des Kalifen, dass sie wieder lebend heim kämen.
Mutig sind die 3 Männer dann in den Islamischen Staat gereist. Sie sind wieder zurück gekommen, haben für ihre Sache Todesängste ausgestanden und Torturen auf sich genommen.

JT ist es aber wichtig aufzuklären, auch gerade junge Menschen, die in den IS wollen in guter Absicht, will er aufrütteln was dahinter steckt.

Dieser Staat, der, mit im Verhältnis wenigen Kämpfern, grosse Landstriche seiner Herrschaft unterworfen hat. Mit Kämpfern für die ein Menschenleben nichts wert ist.
Schonungslos schildert JT wie diese Männer vorgehen.
Oft sind die treibenden Kräfte Europäer.
Mit einem der bekanntesten IS-Kämpfer, der aus Solingen stammt, hat Jürgen Todenhöfer ein langes Interview geführt. Wenn man diesen Teil des Buches liest, kann es einem schlecht werden. Ein junger Mann, der anbietet auch mal so nebenbei zur Demonstration seiner Macht einen Menschen umzubringen.c2efb36825394cb89994e8b2c8ecd4ab

Nach aussen erlebt die Gruppe natürlich, dass man ihnen den Islamischen Staat als rechtlich einwandfreien Staat präsentiert. Man hat dort eine Gesundheitsfürsorge, Kranke werden versorgt, Polizei, etc. alles ist da.
Die Gräueltaten werden oft verschwiegen oder aber herausgestellt als Taten im Sinne von Allah.
Der Koran wird vorgeschoben, obwohl dieser im eigentlichen Sinne Frieden predigt.

Das große Anliegen des Autors ist die Tatsache, dass der Koran und der Islam mit diesem Islamischen Staat und seinen Machenschaften nichts zu tuen hat.

Mein Fazit: ein lesenswertes Buch. Beim Thema bleibt es nicht aus, dass es stellenweise grausam ist. Dieses Buch bringt die Wahrheit über den IS dem Leser schonungslos nahe.

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Lesung und Gespräch Jürgen Todenhöfer : Inside IS 18.6.2015 Frankfurt

Jürgen Todenhöfer war gestern zu Besuch in Frankfurt. Der Raum im Saalbau Griesheim war bis auf den letzten Platz besetzt. Das hatte ich nicht erwartet.
Und Herrn Todenhöfer ging es nicht anders wie manch einem Besucher, er stand im Stau. Die Verspätung hat ihm aber niemand übel genommen. Vor allem nicht nach diesem furiosen Abend.

Der Publizist hat es, als einziger westlicher Mensch bisher, geschafft den IS zu besuchen.
Es gehört schon jede Menge Mut dazu, dies zu tuen. Die grösste Sorge galt dem mitreisenden Sohn.

Seine Erlebnisse hat Jürgen Todenhöfer in dem Buch – Inside IS – 10 Tage im „Islamischen Staat“- niedergeschrieben.

Der Abend war beeindruckend, geprägt von dem Mut des Autors auch „heisse Eisen“ anzufassen, von der Liebe zu seinen Kindern und den Sorgen um sie, von der Sympathie, die er allen Menschen entgegen bringt.
Charakterisiert wird er am besten durch einige Zitate
„Islam ist etwas Wunderbares“
„Islam und IS sind wie Himmel und Hölle“.
Jürgen Todenhöfer hebt auch hervor, dass die Nächstenliebe, die er auf früheren Reisen nach Syrien, den Irak und andere Länder in der Ecke, kennenlernen dürfte, viel grösser ist als in Deutschland.

Der Autor hatte den festen Willen in den IS zu reisen, ganz entgegen aller Sicherheitsbedenken. Er hat es auch geschafft mit Hilfe des Kalifen, der ihm garantierte, dass er lebend wieder raus käme, aber kann man auf eine solche Garantie setzen??
Es war zwar eine schwierige Rückkehr aber sie ist geglückt.

Es folgt eine Lesung aus dem Buch, bei vielen Passagen überkamen mich Schauer. Wie grausam können Menschen nur sein. Es fällt schwer sie überhaupt Menschen zu nennen.
Auch scheuen sich die Führungskräfte nicht selbst vor laufender Kamera ihre Menschenverachtung zu zeigen. Das Interview mit einem deutschen Dschihadisten gibt es hier.

Auch findet man auf der Seite von Jürgen Todenhöfer Fotos von der Reise.

Im Laufe der Diskussionsrunde kamen Fragen auf nach der Beteiligung westlicher Länder am Zustandekommen des IS. Es gibt Dokumente aus 2012 dazu, die belegen, dass die USA beteiligt waren. Was daraus wurde hat man wohl nicht geahnt.

Es wurde auch gefragt wie hoch der Ausländeranteil bei den Kämpfern ist.
Syrien ca 20000 Kämpfer mit einem Ausländeranteil von 70 %, die IS ist in Syrien unbeliebt
Irak ca 30000 Kämpfer mit einem Ausländeranteil von 30 %, die IS wird dort in sunitischen Städten toleriert

Jürgen Todenhöfers Vorschlag für eine Lösung des Konflikts ist eine Friedenskonferenz, ähnlich wie die KSZE, zwischen den Staaten. Dies muss die westliche Welt vorantreiben.

Das Buch liegt hier, ich werde es sicher mit gemischten Gefühlen lesen. Ich weiß mich erwartet ein gut recherchiertes Buch, aber auch Grausamkeiten, so grausam wie der IS.

 

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