Michael Tsokos : Die Zeichen des Todes

Michael Tsokos leitet das Institut für Rechtsmedizin an der Charité, das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin-Moabit und auch, von ärztlicher Seite, die Gewaltschutzambulanz der Charité.
Er kennt Gewaltverbrechen und muss sich, meist post mortem, mit den Opfern beschäftigen.

Im neuen Buch „Die Zeichen des Todes“, beschreibt Michael Tsokos eine ganze Reihe von Fällen, die er aus seiner praktischen Arbeit kennt.
Auch Fälle, die man durch die Presse schon kennt, sind dabei, wie den Fall des ehemaligen Mitglieds der Piratenpartei Gerwald Claus-Brunner, der Mirko getötet hat. Ein Fall, der für Aufruhr gesorgt hat.
Aber auch der Tod des kleinen Volkan, der durch den Hund Zeus getötet wurde, wird im Buch dokumentiert.
Es sind auch viele andere Fälle beschrieben, meist sehr erschreckende Fälle.

Tsokos hat dieses Mal, aus meiner Sicht, weniger seine Arbeit dokumentiert, was ich beim vorhergehenden Buch sehr geschätzt habe, als die gesamte Ermittlungsarbeit zum Fall und quasi das Umfeld des Falls.
Exemplarisch möchte ich am Fall Volkan verdeutlichen was ich damit meine: Tsokos stellt auf S.61 die Frage „Warum manche Hunde Menschen attackieren“ und geht auf das Thema Kampfhunde ein. Ebenso berichtet er über die Kampfhund-Debatte, die nach dem Tod des Jungen entbrannt ist.

Mir hat das Vorgehen des Autors in „Sind Tote immer leichenblass?“, mehr über die Arbeit des Gerichtsmediziners zu erfahren, besser gefallen.
Es ist zwar interessant einen Fall incl. der Diskussionen, die danach geführt werden, zu betrachten, davon zu lesen, aber ich hätte es begrüsst, wenn Tsokos den Fall nur aus der Sicht des Gerichtsmediziners betrachtet hätte.

Alles in allem aber ein lesenswertes Buch, wenn man sich damit beschäftigen möchte, welche grausamen Taten begangen werden, wie die Hintergründe auch aus dem sozialen Hintergrund heraus und auch die Betrachtung des generellen Umfeldes sind und welche Rolle die Medien spielen.

ISBN: 9783426276174

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Mareike Marlow : Blutroter Flieder

Mareike Marlow, die Autorin von „Blutroter Flieder“ kannte ich nicht. Dies ist das erste Buch, das ich von ihr lese.

Wie es dazu kam? Nein nicht der Flieder ist schuld.
Mareike Marlow ist das Pseudonym von Marion Meister.
Ja und Marion Meister ist verheiratet mit Derek Meister, dessen Bücher „Der Jungfrauenmacher“ und „Die Sandwitwe“ ich verschlungen habe.
Und über die facebook-Seite von Derek habe ich dieses Buch entdeckt.
Zum Glück muss ich sagen.

„Blutroter Flieder“ ist ein spannender Krimi, genau 2 Abende habe ich gebraucht. In einem Rutsch lesen ging nicht, schlafen musste ich auch mal.
Mareike Marlow hat lange in Berlin gelebt bevor die Familie Meister in einen kleinen Ort in der Nähe des Steinhuder Meeres gezogen ist.
Die Ortskenntnisse aus diesen verschiedenen Wohnorten und die Eigenschaften der Menschen in den Gegenden hat die Autorin in diesen Krimi einfliessen lassen.

Tessa hat als Journalistin in Berlin gelebt, sie ist eine typische „Großstadtpflanze“. Kaffee in diversen Variationen aus dem Kaffeevollautomat ist ihr Lebenselixier.
Sie hat eine Halbschwester, Jana, die in Burgheide lebt, einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Bremen. 30 Jahre Altersunterschied liegen zwischen Jana und Tessa.
Jana war Landärztin in Burgheide, sie ist mittlerweile im Ruhestand. Jana lebt im Haus am See, dem Haus, das Joona, der Vater der beiden Schwestern, ihnen vererbt hat mit einer Bedingung.
Jana und Tessa müssen 1 Jahr zusammen im Haus wohnen bleiben.

Jana und Tessa, 2 Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ein Jahr zusammenleben. Horror oder nicht?
Als erstes stellt Tessa fest, dass Jana keine Kaffeemaschine hat. Tee soll sie trinken oder Instant-Kaffee. Das geht gar nicht, eine Kaffeemaschine wird sofort bestellt.
Auch sonst fühlt Tessa sich nicht so ganz wohl. Langweilig ist Burgheide, nur Ruhe, nichts los.

Dann wird Sara, die Profireiterin und Mitbesitzerin eines Gestütes tot aufgefunden. In den Flieder gestürzt. Von ihrem geliebten Pferd „Dancing Queen“ gestürzt. Sara ist tot.
Sara ohne Helm? Sie reitet nur mit Helm. Und ihr Helm hängt im Stall.
Es gibt eine Reihe Ungereimtheiten.

So nach und nach, Sie können es sich denken, beginnen Tessa und Sara zu ermitteln.

Mehr verrate ich nicht.

Mareike Marlow ist es gelungen, den Leser eintauchen zu lassen ins Geschehen. Man fühlt sich mittendrin im Dorfgeschehen, lernt schrullige und weniger schrullige Menschen kennen.
Die Menschen, die mit dem Gestüt zu haben, spielen eine Rolle, Martin und der mit Alkohol gebackene Kuchen und vieles mehr.
Und so ganz nebenbei bekommt man auch noch Rezepte für leckere Kuchen.

Wer Krimis mit einem Schuß Humor, die mit grossem Einfühlungsevrmögen in die handelnden Personen geschrieben sind, mag, der ist hier richtig.

Quelle : Droemer Knaur

Quelle : Droemer Knaur

ISBN: 9783426517000
Bestellen könne Sie das Buch gleich hier.

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Ich heirate einen Arsch: Roman Taschenbuch – von Kerstin Hohlfeld (Autor), Leif Lasse Andersson (Autor)

Kerstin Hohlfeld ist schon länger als Autorin von Frauenromanen bekannt.
Leif Lasse Andersson ist ein Pseudonym eines Redakteurs, der bereits lange Zeit im Zeitungsbusiness in führender Position tätig ist und sich hier an ein anderes Genre rantraut.

Die beiden Autoren haben nun gemeinsam ein Buch geschrieben und zwar immer abwechselnd aus der Sicht von Luisa, der weiblichen Protagonistin, und der von Björn, dem männlichen Gegenpart.
Man merkt im Buch, dass jeder der Autoren weiss wovon er/sie schreibt, man kennt sich ja aus als Mann oder Frau.

Das Buch beginnt mit dem Schluß. Ungewöhnlich, eine Hochzeit am Anfang und dann folgt nicht das Leben sondern der Beginn der Beziehung.
Luisa ist junge Journalistin. Das Praktikum bei der Marion ist beendet und übernommen wird Luisa nicht.
Das gelbe Kleid hat da auch nichts genutzt.

Das Kleid fällt auch Björn auf, er spricht Luisa darauf an. Blöde Anmache und dann von einem so alten Mann, denkt sie.
Luisa ist 28, Björn flotter Mitvierziger.
Die beiden essen zusammen etwas.

Björn ist Chefredakteur der „Monday“, der Traumzeitung schlechthin. Das hat Luisa herausgefunden bei Ihrer Recherche.
Sie bewirbt sich bei ihm, da er sich nicht, wie versprochen, gemeldet hat.

Björn ist geschieden und hat ständig wechselnde Frauenbekanntschaften.

Luisa bekommt einen Termin zum Vorstellungsgespräch. Total nervös geht sie hin, aber nicht nur sie ist nervös, nein Björn auch.
Luisa bekommt den Job. Sie darf beim Monday arbeiten, ein Traum geht in Erfüllung.

Die beiden kommen sich näher. Der Chefredakteur, der in der High-Society verkehrt und Golf spielt, in einer riesigen Wohnung lebt und Luisa, die Anfängerin, die diese Welt so gar nicht kennt.
Ja und auch Linda ist noch im Spiel, die Freundin von Björn.

Zwei ganz unterschiedliche Leben prallen aufeinander.
Auch die Elternhäuser der beiden spielen eine Rolle. Die Familie von Björn gehört zu Hamburgs Immobilienhaien, eine Tatsache, die Luisa so gar nicht gefällt.
Björn muss feststellen, dass Luisa mehr ist als die üblichen Flirts, dass er bereit ist für sie sein Leben zu ändern.

Dieses Buch ist weit mehr als ein lockerer Roman. Als Leser taucht man ein in ganz unterschiedliche Gedankenwelten der Protagonisten. Man kann sich reinversetzen in die Leben der beiden.
Den Autoren ist es gelungen so anschaulich und mitreissend zu schreiben, dass man die Tage von Luisa und Björn mit erlebt und mitfiebert.

ISBN: 978-3-426-51634-8

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