Andy Cools : Unser Chemo-Baby

Andy Cools und seine Frau Lesley Verley haben den Mut gehabt und trotz Lesleys Brustkrebs die Entscheidung pro Kind getroffen.
Das Buch trägt den Untertitel „Kampf um zwei Leben“. Bei diesem Kampf lassen sie beiden unser Leser als Beobachter als Zuschauer und Mitfiebernde dabei sein.

Andy Cools, der so gar nichts mit Medizin zu tuen hat beruflich, hat ein wundervolles Buch geschrieben zu dem Thema Brustkrebs und Schwangerschaft. Das Buch macht Mut, gibt Hoffnung und macht auch betroffen.
Lesley und Andy hatten bereits ein Kind verloren, nun war Lesley schwanger und überglücklich. Endlich das ersehnte Kind.
In dieses Glück hinein platzt die fürchterliche Diagnose Brustkrebs. Und damit nicht genug, es war die besonders aggressive Form, also keine Chance mit der Therapie bis nach der Geburt des Wunschkindes zu warten.

Die beiden finden in Gasthuisberg Ärzte, die ihnen nicht nur zum Schwangerschaftsabbruch raten, wie üblich, sondern, die Verständnis für den Kinderwunsch haben. Ärzte, die Mut machen, Möglichkeiten eröffnen Chemotherapie und Schwangerschaft gleichzeitig zu er- und durchleben.
Eine harte Zeit kommt auf Lesley auf Andy zu. Eine Zeit, in der Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht leicht zu treffen sind.

Andy will den Weg den in die Öffentlichkeit, will anderen Betroffenen Mut machen, Lesley will dies zunächst nicht.
Sie stimmt dann doch zu, wird auch von einer Fotografin begleitet. Ohne den Mut der Eheleute wäre dieses wunderbare Buch nicht entstanden. Ein Buch mit wundervollen Fotos aber auch erschreckenden.
Wenn man das Foto von Lesley mit ihrem Sohn, als er schon etwas älter ist, sieht, kann man die Freude empfinden, die sie ausstrahlt.

Zum Teil schonungslos und auch wieder mit ganz viel Liebe für einander, die man als Leser spüren kann, nehmen Lesley und Andy uns Leser mit auf den Weg von der Diagnose bis hin zu Marnix Geburt und im Nachwort auch noch etwas weiter.

Kaum ein Buch hat mich jemals so berührt im positiven Sinne.

Ich kann das Buch nur empfehlen für alle Frauen, die, die Diagnose Brustkrebs bekommen, egal ob mit oder ohne Kinderwunsch, für alle anderen Krebskranken und für alle Leser, die sich einfach nur dafür interessieren wie man durch die eigene Kraft auch eine solche Krankheit besiegen kann oder auch schwere Situationen im Leben meistern kann. Ich finde die Situation steht stellvertretend für viele schwere Situationen im Leben.

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Bracht – Liebscher : Faszien-Rollmassage


Das Thema Faszien, Faszien-Rollmassage und alles darum herum ist gerade aktuell.

Dr.Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht haben ein Buch zu dieser Methode der Schmerzbekämpfung und Schmerzvermeidung,-vorbeugung geschrieben, in dem sie ihre Methode vorstellen.
Die Faszien-Rollmassage setzt an bei den Ursprüngen des Schmerzes, an den verklebten Faszien.
Die Autoren beschreiben detailliert wie das Geschehen rund um die Schmerzentstehung, aus ihrer Sicht, ist. Welche Rolle spielen Faszien, Muskeln, usw.

Dann beschreiben sie ihre Theorien warum man mit der Faszien-Rollmassage den Schmerz komplett weg bekommen soll.
Sie versprechen im Untertitel des Buches „Schmerzfrei von Kopf bis Fuß“.
Das hört sich recht großspurig an. Im Text des Buches rudern die Autoren auch an manchen Stellen zurück und empfehlen dem Leser, dass er, wenn die Methode nicht schnell Linderung bringt, einen Arzt aufzusuchen soll.
Ich bezweifle auch, dass die Methode bei z.B. Tumorschmerzen hilft.

Generell aber ist es eine sinnvolle Methode bei Alltagsbeschwerden, um diese zu bekämpfen. Auch wird die Vorbeugung mit der Faszien-Rollmassage empfohlen.
Einen Teil der Schmerzfrei-Übungen kenne ich aus der Physiotherapie, sie haben mir wirklich gut geholfen.

Auch haben bei Kopfschmerzen die Übungen mit Ball und auch die Schmerzfrei-Übungen den Schmerz genommen.

Alle Übungen sind sehr detailliert beschrieben. Auch die Schmerzfrei-Übungen kann man gleich machen nach der Anleitung.
Zu den Rollmassagen enthält das Buch eine hilfreiche DVD mit Filmen zu allen Themen. Diese sind gut gemacht, alles wird exakt beschrieben und gezeigt. Damit sollte jeder Betroffene klar kommen.

Ein Manko hat das Buch aus meiner Sicht: bei den Rollmassagen sind auf den Fotos die wesentlichen Regionen, die man bearbeiten soll, gekennzeichnet, allerdings so schwach, dass man es nicht unbedingt erkennt.

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Ralf Bürglin : Sie sind wieder da

Ralf Bürglin ist Bio-Geograph und Journalist. Ausserdem fotografiert er sehr gerne.
Besonders angetan haben es ihm Wolf, Bär und Luchs.

In diesem Buch findet man zum einen wundervolle Fotos der genannten Tiere, zum anderen aber auch sehr viele Informationen zu den großen Drei.

Der Autor beschreibt das Wesen dieser Tierarten mit großem Sachverstand. Er lässt uns Leser eintauchen in das Leben von Wolf, Bär und Luchs.
Wir lernen verschiedene Lebensräume der Tiere kennen.
Ebenso erfährt man etwas über Spuren, die das Tier hinterlässt und was sie bedeuten. Dabei geht es nicht nur um die Spuren der Pfoten, nein auch was es bedeutet, wenn man Urin findet, eine Markierung ist und was sie bedeutet, usw.
Was macht die Riechnase des Wolfes aus? Wie leben die Tiere, alleine oder im Rudel? Aber auch Fakten zu dem Wolf als Touristenattraktion und damit als Wirtschaftsfaktor.

Wie erkennt man, ob ein Beutetier einem Wolf oder einem frei lebendem Hund zum Opfer gefallen ist?
Wann verlassen Bärenjunge ihre Geburtshöhle? Und sehr viel mehr kann in diesem Buch erfahren.

Auch heikle Themen wie Zirkusbären fehlen nicht.

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich damit wo man die Tiere in freier Wildbahn beobachten kann.
Wie kommt man zu tollen Fotos dieser Tiere?

Danach beschreibt der Autor zu verschiedenen Teilen in Europa : Mitteleuropa, Südeuropa, Nordeuropa und Osteuropa, wo man die Tiere findet, wie man sie beobachten kann, welche organisierten Touren gibt es?
Es gibt Wolfswanderungen, von denen hatte ich schon gelesen, aber Wolfsradwege waren mir fremd.

Ergänzt wird das Buch durch QR-Codes und Links, die zu Filmen und Audiodateien führen, sehens- und hörenswert.

Und zum Abschluß des Buches finden sich die Destinationen in Europa wo man diese Tiere beobachten kann, mit Hinweisen auf Touren, etc.

Es macht Spaß dieses Buch zu lesen und diese stimmungsvollen Fotos anzuschauen.

160 Seiten
162 Farbfotos
laminierter Pappband
285 x 239 mm (LxB)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-440-14593-7
Art.-Nr.: 14593

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Elli H.Radinger : Mit Wölfen leben

Die Herausgeberin dieses sehr lesenswerten Buches ist Elli H.Radinger.
Sie ist Fach-Journalistin mit den Themenschwerpunkten Hund und Wolf. Ausserdem forscht sie seit Jahren zum Thema Wölfe im Yellowstone-Nationalpark.
Elli H.Radinger hat auch ein tolles Blog, dessen Beiträge ich schon lange abonniert habe. Meine Empfehlung für alle Hunde-, Wolfs- und Naturliebhaber.

2014 auf der Frankfurter Buchmesse habe ich Elli H.Radinger persönlich kennenlernen dürfen und habe ihre beiden Leidenschaften empfinden können, ihre „Kinder“, sie brennt für die Themen Wölfe und Schreiben, wie sonst Eltern für ihre Kinder brennen. Beides sind wahre Leidenschaften.

Das Buch trägt den Untertitel „Das Beste aus 25 Jahren Wolf Magazin“.
Elli H.Radinger ist seit 25 Jahren Herausgeberin des Wolf Magazin. Sie und Günther Bloch wollten über das Thema Wölfe informieren. Dies sollte abseits des Images des Wolfes geschehen, das so Richtung „Rotkäppchen und der böse Wolf“ ging.
Sie wollten aufklären über diese wundervollen Tiere von denen wir Menschen soviel lernen können.

In diesem Buch finden sich nun Artikel aus den letzten 25 Jahren. Es ist einfach wundervoll zu lesen was die vielen Artikel zum Thema Wolf schildern.
Es ist eine Zeitreise zum Thema.
Beeindruckend ist auch wie sich die Sichtweise zum Thema Wolf bei den Experten wandelt und weiterentwickelt.

Zunächst ist der Wolf das scheue Tier, das den Menschen meidet. Zunehmend kommt es aber zu einem für den Wolf unguten Wandel. Er gewöhnt sich an den Menschen was auch Gefahren für beide Seiten mit sich bringt. Der Wolf wird zur Touristenattraktion.
Mich hat dazu der Artikel von Elli H.Radinger : Von Menschen und Wölfen aus 2010 sehr berührt. Ein Leitwolf muss sterben, da er Autos nur noch als auf der Straße parkende Objekte kannte und nicht ahnte, dass eines davon ihn überfahren könnte.

Die Autoren der Artikel scheuen sich auch nicht, auch auf die potentielle Gefährlichkeit eines Wolfes hinzuweisen.

Das Buch ist ein Quell sehr wichtiger Artikel zum Thema Wolf, auch abseits von der Touristenattraktion.
Es kommen viele bekannte Forscher zu Wort, z.B. Erik Zimen, Frank Wörner, Günther Bloch, Frank Simon, usw.

Unterteilt ist das Buch in die Kapitel :
– Mensch und Wolf
– Erlebnisse mit Wölfen
– Wolfsverhalten
– Mythos Wolf
– Kurzgeschichten.

Wie diese Kapitel schon vermuten lassen, wird das Thema von ganz unterschiedlichen Seiten aus beleuchtet. Man erfährt hier etwas zu Wolfskindern ebenso wie zu der Notwendigkeit des Wolfes für das Gleichgewicht in der Natur, von dem was man vom Wolfsverhalten auf die Erziehung unserer Hunde übertragen kann, was haben Frauen mit Wölfen zu tuen und ganz viel mehr.

Mein Fazit: Wenn Sie Wölfe, Hunde oder Tiere generell lieben, wenn sie sich Platz gelassen in Ihrem Leben für die Wichtigkeit unserer Tierwelt, dann ist dieses Buch ein Muss.

Taschenbuch: 268 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (20. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734757924
ISBN-13: 978-3734757921

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Diana Dreeßen : Mach dich unbeliebt und glücklich

Die Autorin Diana Dreeßen-Wösten ist Management-Trainerin.
Sie macht Trainings für Unternehmen, ist als Coach tätig, bietet Seminare an, und legt mit diesem Buch ihr erstes Werk vor.

Das Buch von Diana Dreeßen, das den Titel „Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst!“, ist von der ersten bis zur letzten Seite lesenswert.
Die Autorin hat es verstanden das Buch so zu schreiben, dass dieses wichtige Thema gut verständlich und motivierend rüberkommt.

Sie macht Mut eingefahrene Gleise zu verlassen. Man sollte Konflikte nicht immer vermeiden und damit den bequemeren Weg gehen. Nein ein Konflikt muss ausgetragen werden, man muss sich Respekt erarbeiten. Nur so kann man glücklich werden.
Dies gilt für den beruflichen und den privaten Bereich.

Wen stört es nicht schon mal, wenn man einer unfreundlichen Verkäuferin gegenübersteht? Der Chef oder ein Kollege machen uns das Leben schwer. Wie oft schluckt man den Ärger runter, anstatt sich zu wehren.
Die Autorin schildert jede Menge Fälle aus ihrer Berufspraxis und macht dem Leser Mut deutlich „nein“ zu sagen, an sich selbst zu denken und so den Respekt zu bekommen, den er verdient hat.

Aufgeteilt ist das Buch in „Schlüssel“ zum Erfolg und die Bereiche:

– Willkommen in ihrem persönlichen Kompetenzraum!
– Lassen sie Altes los und fangen an, an sich selbst zu glauben
– Durchsetzen für Anfänger und Fortgeschrittene
– Sie sind mehr, als Sie denken – Die Vielfalt Ihrer Rollen auf der Showbühne des Lebens
– Mit guter Vorbereitung zu strategisch durchdachtem Handeln in schwierigen Situationen
– Wo stehe ich, wer bin ich, was will ich? – Die richtige Positionierung in Ihrem Leben
– Wissen, was man will, und wissen, was man nicht will
– Mach dich unbeliebt und glücklich

Alleine die Übeschriften lassen schon erkennen, dass dieses Buch für jeden etwas bietet und wie breit gestreut das Spektrum ist.
Es ist kurzweilig geschrieben. Ich habe ganz viele Impulse bekommen beim ersten Lesen und werde es mit etwas zeitlichem Abstand ein 2.Mal lesen.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der bereit ist, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und neue Wege beschreiten will.

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Martina Rosenberg : Anklage:Sterbehilfe

Nachdem ich von der Autorin bereits das Buch „Mutter, wann stirbst Du endlich?“ gelesen habe (Rezension hier), in dem sie schildert wie es ihr ergangen ist mit ihrer Mutter, die an Alzheimer erkrankte, hat mich auch ihr neues Buch zum Thema Sterbehilfe interessiert.

Zu dem Thema habe ich zuletzt das Buch von Küng : Glücklich sterben, gelesen (Rezension hier).

In dem Buch von Martina Rosenberg, geht es darum, wie auch der Untertitel sagt, ob unsere Gesetze Angehörige zu Straftätern machen.
Die Autorin hat sich mit dem Fall von Jan beschäftigt, der aktive Sterbehilfe bei seiner Mutter geleistet hat.

Jan, der als Kind schwierige Zeiten durchgemacht hat, lieber ins Heim wollte, als bei seiner Mutter Katharina leben bleiben, kann das Leiden seiner Mutter nicht mehr ertragen.
Katharina lebt mit Jans Stiefvater Thomas zusammen. Mit ihrer Freundin geht es auf nach Italien in Reiterferien.
Eines Tages bekommen Jan und Thomas die Nachricht, dass Katharina einen schweren Reitunfall hatte.

Sie holen Katharina nach Deutschland in eine Klinik. Es wird ihnen von den Ärzten mitgeteilt, dass die Schädel – und Gehirnverletzungen so schwer sind, dass Katharina wohl nicht mehr aus dem Wachkoma aufwachen wird. Die Ärzte stellen die Behandlung um auf eine Erhaltung der Funktionen.
Es beginnt für Katharina ein vor sich hin Vegetieren.

Thomas reibt sich auf zwischen Job und Besuchen bei Katharina. Seine Frau muss in ein Pflegeheim. Der ganze Druck, der Stress führt bei Thomas zum Burn-Out. Jan kann es auch kaum noch ertragen seine Mutter zu besuchen. Thomas ist nicht mehr in der Lage weiterhin die Betreuung seiner Frau zu übernehmen. Es kommt zur Übernahme der Betreuung durch eine externe, vom Gericht bestellte, Betreuerin.

Wie leider viele Menschen, hat auch Katharina keine Patientenverfügung. Nur der mutmassliche Wille ist bekannt, dafür gibt es auch Zeugen. So will Katharina nicht leben.
Jan wird drogensüchtig, das Leben ist für ihn nicht mehr erträglich, er findet keine Arbeit mehr. Er kommt in eine Therapie, schöpft neue Kraft.

7 Jahre liegt seine Mutter mittlerweile im Wachkoma, 7 unerträgliche Jahre.
Thomas und Jan sind sich einig, so soll es nicht weitergehen. Katharina soll erlöst werden, so wie es ihr Wille gewesen wäre.
Es kommt, wie es kommen muss, die Betreuerin entscheidet sich dagegen.

Im vollen Bewusstsein, dass er eine Straftat begeht, tötet Jan seine Mutter.
Er stellt sich der Polizei und wird inhaftiert.

Die Autorin bekam die Chance ihn häufig in der JVA zu besuchen und viele Gespräche mit ihm zu führen. Auch hat sie akribisch recherchiert im Verwandten- und Freundeskreis von Katharina, bei Behörden, Juristen, usw.
Das Buch schildert genau die Gefühle der Angehörigen.

Dieses Buch ist ein Appell an alle, an so wichtige Dinge, wie eine Patientenverfügung zu denken. Auch ein Appell an Angehörige, miteinander zu reden in solch schmerzlichen Situationen, sich zu beraten, alle zu involvieren und rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.
Auch eine Anregung mal darüber nachzudenken, wie man selbst in einer solchen Situation behandelt werden möchte, welche Auswirkungen so eine Situation auf das Umfeld hat, usw. ist dieses Buch.

Viele Tipps gibt es am Ende des Buches.

Mich hat das Buch, wie auch das erste Buch der Autorin, sehr beeindruckt.

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Alexandra Jamieson : Frauen Essen Sehnsüchte

Alexandra Jamieson lebt in New York.
Sie ist Ernährungs- und Gesundheitsberaterin.

Nachdem die Autorin selber Probleme mit Essstörungen hatte, hat sie sich mit den Themen Hunger, Essen, Sehnsüchte, intensiv auseinander gesetzt.
In ihrem Buch schildert sie die Zusammenhänge aus ihrer Sicht.

Man vermisst etwas im Leben, hat Sehnsucht nach Freundschaft, Erfolg, usw. und kann diese Sehnsüchte nicht erfüllen.
Zur Kompensation greift man dann zu Essbarem. Klar, wer kennt das nicht? Schokolade mal so eben genascht aus Frust.
Es ist eben oft eine Frage der Menge und ob man sich bewusst ist, was man alles isst.

Und sicher hat die Autorin Recht damit, wenn sie einen Zusammenhang herstellt zwischen psychischem Befinden und Kompensation durch Nahrunsgmittel.

Jamieson hat eine Art von Diät für ihre Klientinnen entwickelt. Zuerst weg mit Milchprodukten, es folgen andere Nahrungsbestandteile, Zucker, Gluten, usw.
Dies empfinde ich als ein dogmatisches Verordnen. Sie schildert Kundinnen und wie sie sich danach fühlen. Alle sind danach glücklich, frei von z.B. Hautproblemen, Übergewicht.

Das Buch rüttelt wach, es macht dem Leser bewusst wieviel man unbewusst und nebenbei isst. Und das ist gut.
Was mir nicht so gefallen hat, ist die Art, wie die Autorin ihren Weg als den einzig wahren Weg herausstellt.
Aber das macht wohl jeder Autor, der damit Geld verdient.

Sicher gibt es mehrere Ansätze und nicht für jeden, der Probleme hat und diese durch Nahrung kompensiert, ist dieser Weg der einzig wahre.
Oft reicht ja schon sich bewusst zu werden woran Essstörungen liegen.
Und gerade auf den Hype um Gluten aufzuspringen, naja ob das immer der richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln. Ich mag einfach dieses Missionieren nicht.

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Der Krankenflüsterer: Ein Diagnostiker erzählt von seinen interessantesten Fällen Gebundene Ausgabe – von Walter Möbius (Autor)

Prof.Dr.Walter Möbius ist Internist und Psychiater. Eine eher ungewöhnliche Kombination.

Er ist 1937 geboren, ist mittlerweile im Unruhestand.
Professor Dr. Walter Möbius war vierundzwanzig Jahre Chefarzt der Inneren Abteilung des Johanniter Krankenhauses in Bonn.

Er hat viele Patienten erlebt und war auch selber mal Patient.
Im Buch schildert er spannende Fälle sowohl aus seiner Zeit als Chefarzt als auch aus seiner Assistenzarztzeit. Und er schildert auch wie er sich selber als Patient gefühlt hat.

Das Nachwort ist von Elke Heidenreich. Sie beschreibt den Autor so „Walter Möbius Menschenliebe ist grenzenlos. Jeder Einzelne ist ihm wert, angehört zu werden, er hilft, wo Hilfe nötig ist, still, selbstverständlich, unentgeltlich, glücklich. Wer so einen Arzt als Lotsen um sich hat, der muss sich vor nichts mehr fürchten.“

Prof.Möbius hat zu der Zeit in Bonn, das ja damals Bundeshauptstadt war, viele Politiker unter seinen Patienten gehabt.
Auch war er in seiner Stuttgarter Zeit mit zuständig für die RAF-Häftlinge.
Er schildert sehr eindrücklich was es für ihn bedeutet hat sich gegen seine Vorgesetzten aufzulehnen.
Er hat eine Versorgung der RAF-Täter, die im Hungerstreik waren, per Magensonde abgelehnt, da er die Verantwortung getragen hätte. Nur Infusionen war er bereit zu legen.

Ebenso berichtet er über aussergewöhnliche Fälle, die er in der Psychiatrie erleben konnte.
Er lässt den Leser teilhaben am Bangen um drogensüchtige Jugendliche.
Viele Fälle sind anders als sie zunächst scheinen.

Besonders beeindruckt hat mich die Schilderung des Autors wie es ihm als Patient ergangen ist nach einem schweren Autounfall.
Plötzlich sind die Rollen vertauscht. Dies hat ihm zu schaffen gemacht. Walter Möbius schildert seine Gefühle dabei.

Und auch die Schilderung über den Besuch auf einer Leprastation in Südamerika, wo er mit der anderen Seite von Contergan, der heilenden nicht verstümmelnden Seite des Präparates, ist mitreissend.

In allen Beiträgen des Buches habe ich genau das gespürt was Elke Heidenreich über den Menschen Walter Möbius geschrieben hat. Er ist in erster Linie ein sehr mitfühlender Mensch, ein Mensch, der helfen will und dies auch heute noch macht.

Mein Fazit: ein eindrucksvolles Buch über den Menschen Walter Möbius, den man durch seine Fälle kennenlernt.

Was mich stört ist die Aufmachung auf der Rückseite des Buches, wo er als „Der „Dr.House“ des wahren Lebens“ beschrieben wird.
Ich finde, dass er ausser der analytischen Art nichts mit Dr.House gemeinsam hat.
Und dieser Vergleich wird auch diesem Menschen nicht gerecht.

weiterführende Links zur Vita

und zu dem was der Autor heute macht

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Agnes Christofferson : Elsas Stern

Bewusst habe ich das Nachwort auch erst am Ende gelesen.

Die Autorin schreibt so real, dass ich mich beim Lesen stets gefragt habe, ob Elsa, die Protagonistin, eine enge Verwandte von Agnes Christofferson war.
Die Autorin hat so gut recherchiert und viele Gespräche mit Auschwitz-Überlebenden geführt, dass die Handlung im Buch ganz real rüberkommt.

Als Leser begleitet man Elsa, die kurz vor Beendigung des 2.Weltkrieges nach Auschwitz deportiert wird, bei ihrem schlimmsten Lebensabschnitt.
Diese grausamen Geschehnisse erfährt Elsas Tochter Leni aus dem Tagebuch ihrer Mutter.

Elsa erlebt schon als junges Mädchen das Schlimmste was einem Menschen passieren kann. Sie wird Opfer von Dr. Hauser, der an Menschen experimentiert hat in der Nazi-Zeit genau wie Mengele.
Elsa erleidet, genau wie die anderen Häftlinge, grosse Qualen. Sie wird verstümmelt, gefoltert. Sie ist Jüdin und Juden passen nun so gar nicht ins Bild eines Menschen bei den Nazis.

Es ist sehr bedrückend dieses Buch zu lesen, oft kaum zu ertragen. Ohne Tränen habe ich das Buch nicht zu Ende lesen können.

Leni, Elsas Tochter, hat nach der Lektüre des Tagebuchs von Elsa nur das Ziel Dr.Hauser einer gerechten Strafe zuzuführen.

Das Buch spielt abwechselnd in der Auschwitz-Zeit und in der Gegenwart.

Ein Buch, das über vergangene Zeiten berichtet, aber in den Zeiten, in denen Neonazis wieder mehr in die Öffentlichkeit treten, auch hochaktuell ist.
Dieses Buch rüttelt wach, was aus dem Gedankengut der Nazis werden kann im Extremfall.

Mein Fazit: ein sehr bedrückendes Buch zu einem wichtigen Thema.

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