Kilian Schönberger: Waldwelten

Wald im Großformat gibt es zu bestaunen in „Waldwelten“ von Kilian Schönberger.
Kilian Schönberger ist Geograf und Fotograf. Diese Kombination aus 2 Berufen hat sicher zu diesem wundervollen Buch beigetragen.
Wald aus ganz ungewöhlichen Perspektiven betrachtet, erwartet den Betrachter in diesem Werk.
Texte gibt es zu den Fotos auch, diese stammen von Viktoria Urmersbach.

Eins vorweg, das Buch ist groß und schwer, also erst einmal hinsetzen und dann das Buch auf den Schoß legen und Fotos geniessen.

Schönberger hat die Fotos, die uns verschiedene Wälder näher bringen, in mehrere Kapitel unterteilt, Kapitel, die mal nicht geographisch unterteilt sind, sondern nach ganz anderen Kriterien:
– Vorwort, in dem man die Leidenschaft des Fotografen spürt. Und vor dem Vorwort erst mal tolle Fotos
– Seelenlandschaft und Sehnsuchtsort – Der Mensch und sein Wald
– Zukunftswald – Zurück zur Natur
– Vom Urwald zum Kulturwald
– Waldvielfalt – Zwischen Küste und Gebirge
– Waldwissen und Waldwunder
– Grenzenloses Walderlebnis
– Besondere Wälder in der Mitte Europas.

Auf einer Karte sind die deutschen Wälder, aus denen die Fotos stammen, eingezeichnet. Vom Norden bis zum Süden, vom Westen bis zum Osten, egal ob der Darsswald, die Eifel, der Spreewald oder das Voralpenland, Wald in seiner Vielfalt ist im Buch zu bestaunen.
Eins meiner Lieblingsfotos aus dem Buch ist schon vor dem Vorwort zu finden „Linienspiel“.
Es ist faszinierend wie es Kilian Schönberger gelungen sein Ziel, die Magie des Waldes einzufangen, zu erreichen.

Bei den frostigen Fantasiegestalten fühlt man sich gleich als betrachte man bei Eiseskälte knorrige Bäume.
Im Ahrtal treffen Weinreben auf Wald. Auch die Pölking-Kiefer, Fotobegeisterten bekannt, fehlt nicht.
Die „schwimmende Insel“ am Buhlbachsee hat mich ich auch total in ihren Bann gezogen. Diesen Moment der Spiegelung einzufangen, wie lange hat der Fotograf wohl dafür gebraucht, wieviel Fotos gemacht?, das frage ich mich.

Die Texte sind gut und regen zum Nachdenken an, für mich sind sie aber völlig in den Hintergrund gerückt. Die Fotos sind zu faszinierend, als dass ich Texte bräuchte.

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für den Wald, Naturfotografie oder die Natur insgesamt interessiert.
Es ist ein tolles Werk.

ISBN: 9783954162291

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Hermann van Veen: Erinnerte Tage

Hermann van Veen, der bekannte niederländische Musiker, hat seine Erinnerungen niedergeschrieben.

Zunächst war ich verwirrt, man muss sich ins Buch einlesen, denn van Veen hat seine Autobiographie nicht chronologisch aufgeschrieben, nein er springt in den verschiedenen Zeiträumen hin und her. Da muss man als Leser den roten Faden im Kopf behalten.
Wenn man davon absieht, ist es ein sehr schönes Buch.

Hermann van Veen, geboren in Utrecht in den letzten Kriegsjahren, hat viel erlebt.
Seine Lebenserinnerungen sind auch ein Stück Zeitgeschichte.

Geboren wurde van Veen in eine Familie mit Eltern, die gegen die Religion waren. „Wenn Gott existiert hätte, dann hätte es nämlich niemals Gaskammern gegeben, sagte mein Vater einmal.“
Dies gefiel seinem Opa, der Prediger gar nicht.
An diesen Opa erinnert sich van Veen als einen Opa, der für ihn da war, der mit ihm viel unternommen hat.

Der Weg des Hermann van Veen für ihn im Jahr 1962, er ist 17 Jahre alt, ins Konservatorium.
Für die erste Geige des Künstlers hat der Vater Überstunden gemacht, um sie ihm zu kaufen.

Mit 35 bekam er eine Geige, die in Mittenwald im 18.Jahrhundert hergestellt wurde. Hermann van Veen ist zu der Zeit viel in der DDR aufgetreten. Geld wollte er nicht, das Ostgeld war nichts wert. Aber auf Speichern stöbern und sich etwas aussuchen das war sein Ding. Auf diesem Weg kam er zu 2 Geigen.

Urlaub machte die Familie in seiner Jugendzeit u.A. in den 50er Jahren in Katwijk am Zee, genannt die Arbeiterküste. Die ganze Großfamilie mit Großeltern, Cousins, etc., 11 Personen insgesamt, fuhr mit einem Zelt dorthin. Er beschreibt es „wie Brotscheiben in einer Konservendose“ so eng lag man im Zelt.

Die grosse Karriere des Hermann van Veen war seine Arbeit als Varietékünstler.
Nicht zu vergessen ist aber auch, dass er Alfred Jodocus Kwak erfunden hat.

Hermann van Veen hat viel erlebt.
Er schreibt sehr offen und anschaulich, z.B. von der Blonde Truns, usw.
Man merkt auch wie sehr er heute seine Enkelkinder liebt und die Zeit geniesst.

Das Buch ist nicht nur eine Reise durch das Leben des Hermann van Veen, sondern auch eine Zeitreise.

Quelle: Knaur

Quelle: Knaur

ISBN: 9783426214084
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Elena Uhlig : Mein Gewicht und ich

Elena Uhlig ist Schauspielerin.
Irgendwann habe ich sie im Fernsehen gesehen bei Lafer!Lichter!Lecker!. Elena Uhlig sprach ganz locker über den Kampf mit dem Gewicht.
Und den Kampf hat sie gewonnen. Na klar musste ich das Buch lesen über das Sie sprach.

Wer mal wieder herzlich lachen will für den ist das Buch ein Muss.
Für alle, die Elena Uhlig gerne näher kennenlernen möchten, ist das Buch auch super.
Ich sehe sie gerne in Filmen. Und in der Sendung, in der ich Elena Uhlig gesehen habe, merkte man auch wie lebenslustig diese Schauspielerin ist.
Zu dick gibt es nicht. Und vor allem ist nicht die Meinung anderer über die Figur nicht wichtig, sondern nur, dass man sich selber wohlfühlt.
Das ist das Credo der Autorin.

Herrlich schon der Beginn des Buches:
„Ich widme dieses Buch meiner grossen Liebe Fritz Karl,
der die Hoffnung nicht aufgibt,
dass ich noch mal eine Gazelle werde.
Und ich finde, es ist gut, Träume zu haben..“

Alleine dieses Zitat zeigt schon wie „die Uhlig“ wie Fritz Karl sie nennt, tickt.

Ihren stetigen Kampf für eine Rolle abnehmen, für die andere zunehmen und den Ausweg aus dem Dilemma hat die Autorin in mehreren Episoden ihres Lebens beschrieben. Auch Fotos werden uns Lesern nicht vorenthalten.
Erstaunlich finde ich auch wie man auf den Fotos erkennen kann, dass Elena Uhlig, je nach Outfit, immer ganz anders aussehen kann. Überflüssige Rundungen sind da oft nicht zu erkennen.
Sie lässt uns teilhaben an Erfahrungen mit Personal Trainern, welche Bauchweg-Hose ist gut, welche sollte man meiden.

Elena Uhlig hat ein Thema, das viele Frauen belastet, aufgegriffen. Und sie leidet nicht, nein sie hat ihre Figur so angenommen wie sie ist und zeigt, dass man nur mit sich selbst zufrieden sein muss.
Das Buch ist mehr als ein Buch über die Schauspielerin Elena Uhlig, obwohl sie sehr wohl auch so ganz nebenbei die Härten des Jobs mit aufzeigt, nein es ist auch ein Buch gegen den Schlankheitswahn.

Ich kann das Buch von Elena Uhlig nur empfehlen, es ist toll geschrieben und regt auch zum Nachdenken an.

Quelle:Droemer Knaur

Quelle:Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-65571-9
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Andreas Kieling : Im Bann der Bären

Eins vorweg, ich schätze Andreas Kieling und seine Arbeit sehr.
Das war für mich Anlass dieses Buch mit dem Untertitel „Mein Leben in Alaska“ zu lesen. Ich habe es genossen dieses Buch zu lesen.
Auf der Buchmesse in Frankfurt 2015 war Andreas Kieling zu Gast zum neuen Buch, zu sehen hier.

Bereits im Vorwort beschreibt Andreas Kieling warum er Alaska so liebt, ein Land in dem er 25 Jahre lang sehr häufig und lange war.

Alaska ist groß, der Autor hat es bereist von Nord nach Süd und von West nach Ost. Unter grossen Strapazen hat er alleine und teilweise auch mit seiner Familie, dieses Land erkundet. Die wunderbare Natur und die vor allem die Tierwelt hat Andreas Kieling beschrieben und fotografiert.

Das Buch ist eine Fundgrube für Naturliebhaber, für Tierliebhaber, für Alaskaliebhaber, für alle, die nach Alaska reisen wollen, denn dazu gibt es viele Tipps und auch für alle Menschen, die, so wie ich, einfach in wunderschönen, mitreißenden Erzählungen mit dazu passenden Fotos schwelgen möchten.

Da Alaska soviel bietet, hat der Autor das Buch in Kapitel unterteilt, die der geographischen Aufteilung folgen:
– Yukon River
– Denali – Nationalpark
– Glacier Bay
– Kanada – Hudson Bay
– Aleuten
– Aleuten II
– Brooks Range und North Slope
– Yukon River II
– Anhang : Leben und überleben in Alaskas Wildnis.

Andreas Kieling kannte Alaska 1991 nur aus Büchern, hauptäschlich von Jack London. Alaska das Land der Goldgräber, aber auch der Bären, der Berge, der Inuits.
Im Buch bringt uns der Autor dieses Land nahe. Aber nicht aus der Sicht des üblichen Touristen, sondern aus der Sicht eines Abenteurers und Naturfreundes, der er nun einmal ist. Kaum eine Strapaze war zu groß, kaum ein Risiko hat er ausgelassen.
Man kann den Autor begleiten auf seinen Reisen durch Alaska, man lernt viel über die Tiere, die dort leben. Bären, die ihn mal eben zum „Babysitter“ gemacht haben. Aber auch den Zwiespalt in der Familie lernt man kennen. Erik und Andreas die Abenteurer, die wohl am Liebsten umsiedeln würden nach Alaska, Birgit und Thore, denen die Wildnis nicht gerade ans Herz gewachsen ist.

Man lernt, dass Grizzlys Gummi mögen, Kuchen ist auch ok.

Das Buch ist reich an Fotos und da kommt ein Kritikpunkt von meiner Seite. Ich hätte tolle Aufnahmen erwartet. Von den Motiven her sind sie das auch. Aber leider sind einige Fotos technisch nicht so gut abgebildet. Häufiger findet man unscharfe Fotos, pixelige, auf alle Fälle denen die grosse Abbildung nicht gut tut. Das ist sehr schade.
Allerdings erklärt es sich dadurch, dass die Anfänge der Alaska-Zeit noch eher im Analogzeitalter lagen. Ja und digitalisierte Analogfotos sind nun mal qualitativ nicht gerade top.

Mein Fazit: wer Andreas Kieling auf seinen Reisen begleiten will, ist hier genau richtig. Wer nur tolle Fotos sehen will, wird enttäuscht sein. Mir gefallen aus technischen Aspekten heraus manche Fotos gar nicht, da bin ich vom Autor andere Qualität gewöhnt. Die Motive finde ich aber sehr schön.

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Michael Albus , Gesine Schwan : Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch

Auf dieses Buch mit dem Untertitel „Vom Mut Grenzen zu überschreiten“ hatte ich mich sehr gefreut.
Auf der Buchmesse in Frankfurt habe ich Frau Schwan gerade noch als sehr herzlich und engagiert erlebt.

Leider hat mich das Buch etwas enttäuscht.
Ich bin wohl von falschen Voraussetzungen ausgegangen.
Erwartet hatte ich ein Buch von und über den Menschen Gesine Schwan.
Das ist es leider nur teilweise.

Es ist sehr interessant von der Kindheit der Autorin zu lesen, die nicht immer einfach war. Auch ihre erste Ehe, die mit dem Tod des geliebten Ehemanns endet, beschreibt sie mit viel Gefühl.
Die Zeit der Bangens, die Begleitung des Mannes am Sterbebett. Frau Schwan lässt tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt zu.
Auch ihre zweite Ehe lässt sie nicht aus, ebenso ihre erwachsenen Kinder, die ihr Halt geben.
Sie schreibt über ihre Zeit als Präsidentin der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, eine Zeit in der sie sich den Polen angenähert hat.

Auch die beiden Kandidaturen zur Bundespräsidentin, beide Male unterliegt sie, thematisiert sie.
Die Flüchtlingskrise hat die engagierte Christin auch ins Buch aufgenommen.

Michael Albus, der Co-Autor, lässt den Leser auch ins Leben ins Gesine Schwan hineinblicken.

Soweit gefällt mir das Buch sehr gut.

Was mir nicht gefällt, sind die politischen Statements der Autorin. Als Beispiel will ich die Griechenland-Krise nennen. Klar gehört die grundsätzliche Einstellung von Frau Schwan zu ihrer Persönlichkeit. Meine Kritik setzt da an, wo sie z.B. den Kleidungsstil von Yanis Varoufakis verteidigt. Was hat das in einem Buch über Gesine Schwan zu suchen.

Mein Fazit: Dies wäre ein ganz hervorragendes Buch über Gesine Schwan, wenn die Ausflüge der Autorin, z.B. die Verteidigung von Varoufakis nicht wären.

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Corinne Hofmann Gespräch 16.10.2015

Am 16.10.2015 fand im Lesezelt auf der Frankfurter Buchmesse ein Gespräch von Margarete von Schwarzkopf mit Corinne Hofmann statt.

Corinne Hofmann, die mit ihrem Buch „Die weisse Massai“ schon einen Bestseller geschrieben hat über ihre Zeit in Afrika, ist schon einige Zeit wieder in Europa. Sie wird immer wieder gefragt, warum sie überhaupt nach Afrika gegangen ist, wie ihr Leben verlaufen ist.
Diese Fragen haben sie, unter anderem, veranlasst das Buch „Das Mädchen mit dem Giraffenhals“ zu schreiben.

Das neue Buch ist quasi die Autobiographie ihrer Kindheit.
Im Gespräch erzählt Corinne Hofmann über ihre Kindheit in den Schweizer Bergen. Weit ab vom Dorf, in dem die Schule ist und die Mitschüler leben, 6 km Fußweg entfert, mitten in der Bergen hat sie mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen gelebt.
Sie musste mit ihren Brüdern in einem Zimmer schlafen. Sie hatte kein Reich für sich. Dies hat sie gerade in der Pubertät sehr belastet.

Da sie schon immer groß war, wurde sie gehänselt, heute würde man es als Mobbing bezeichnen. Tituliert wurde sie „Giraffenhals“ oder „Bohnenstange“, der Giraffenhals hat sich durchgesetzt und findet auch Niederschlag im Buchtitel.

Einfach war ihre Jugend nicht, auch nicht nach der Schule. Es folgten in der Ausbildung sexuelle Übergriffe.
Das Fernweh hat ihr Leben geprägt.
Das Verhältnis zu den Eltern war nicht immer gut. Die Eltern haben sich getrennt. Corinne Hofmann hatte 18 Jahre lang keinen Kontakt mehr zum Vater.
Ihr engster Vertrauter war und ist der jüngere Bruder.

Für das Buch hat sie recherchiert über ihre Kindheit, ihre Jugendzeit. Sie hat Fotos ausgegraben, die sich im Buch finden, Gespräche mit den Brüdern und den Eltern geführt.
Seit 15 Jahren hat sie wieder Kontakt zum Vater und freut sich darüber.

Sie hatte Angst davor ein Buch über die Kinder- und Jugendzeit zu schreiben.
Es war eine Auseinandersetzung mit der Zeit vor Afrika.
Heute ist die Autorin froh, dass sie diesen Weg gegangen ist.

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Paul Sahner : Ich hatte sie fast alle!

Paul Sahner, Promireporter, Klatschreporter, Legende, Boulevard-Journalist, viele Titel fallen einem zu diesem Mann ein.

Das Erscheinen seines Buches dürfte er nicht mehr erleben. Er verstarb im Juni 2015 an einem Herzinfarkt im Alter von 70 Jahren.
Sein beruflicher Weg führte über verschiedene Stationen, Polizeireporter bei der Bild-Zeitung, Bunte, HörZu, Stern, Penthouse und zurück zur Bunte als Mitglied der Chefredaktion.
Gemeinsam mit Hubert Burda hat er lange das Gesicht der Zeitschrift mit geprägt.

Paul Sahner hat die Großen der Welt kennengelernt. Egal ob als Interviewpartner oder ob er deren Biografien geschrieben hat.
Dieses Buch ist so eine Art Autobiografie, aber auch ein Dialog mit Socki, Sockis Tagebuch und ein Blick hinter die Kulissen.

Wer ist Socki? werden Sie fragen. Socki ist der Kater von Paul Sahner und seiner Frau.
Ja und Socki verehrt Choupette. Choupette?? Ja das ist die Katze von Karl Lagerfeld.

Sie sehen nicht nur die Menschen treffen sich, sondern auch die Vierbeiner haben Vorlieben.

Paul Sahner hat sein Buch mit einer grossen Offenheit geschrieben. Er lässt tiefe Einblicke in sein Leben zu. In die wilden Zeiten, man denke an Gunter Sachs, etc.
Aber auch in die ruhigeren Zeiten. In Zeiten, in denen er zugeben musste einen falschen Schritt gemacht zu haben, wie den Wechsel zu Penthouse.

Neben Paul Sahner lernt der Leser aber auch viele Promis kennen, oft von einer anderen Seite. Von einer angreifbaren, der privaten Seite.
Egal ob Dalai Lama, Udo Jürgens, dessen Biografie er schrieb, den Papst, Michael Jackson, usw.

Eine Reihe von Fotos, egal ob der junge Sahner oder Paul Sahner in Lanzing, seinem geliebten Wohnsitz, Socki, Sahner mit Henry Kissinger….. reichern das Buch an.
Teils Zeitdokumente, beim Lesen habe ich gemerkt was alles schon geschehen ist, was man aber nicht mehr im Fokus hat.

Paul Sahner hatte eine Leben mit Höhen und Tiefen und vielen Begegnungen, auf alle Fälle ein Leben mit Begegnungen, die dieses Leben bereichert haben.

Und wer besser aussah Boenisch oder Sahner, das ist Geschmackssache. Das werden Sie erst verstehen, wenn Sie dieses Buch gelesen haben.
Das Buch ist weit ab von Klatsch und Tratsch, es ist eine Art Zeitdokument, ein Blick hinter die Kulissen der Promis und eines grossen Journalisten.

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Dada Peng : Scheiss aufs Schicksal

Dada Peng ist Künstler, Autor, Flugbegleiter, Songwriter, Lebenskünstler.
Für ihn kann man viele unterschiedliche Bezeichnungen finden.

Bekannt wurde er, der das Grundstudium der Film- und Fernsehwissenschaften absolviert hat, durch die Moderation des Tigerenten Clubhauses auf KIKA und einer Kindertalkshow.

Dada Peng, aufgewachsen in Dortmund, hat alle Höhen und Tiefen des Lebens mitgenommen.

Mehrfach wurde er mit dem Tod konfrontiert. Beide Elternteile sind an Krebs verstorben. Er hat ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung. Ist er nun in Panik und Trauer verfallen, nein.
Religiös konnte er sich nicht einordnen, Christ, Jude, Islam, egal, es passt nicht.

Er hatte Angst sich als homosexuell zu outen, hätte er nicht haben müssen.
Ich bin ein Fernsehstar, verdiene gut, kann mir alles leisten, so schien es. In Hartz IV endete es.
Viele Menschen wären verzweifelt. Dada Peng nicht. Er hat die Verantwortung für sein Leben nicht abgegeben. Er hat sie angenommen.

Ein Schicksalsschlag nach dem anderen traf den Autor, er hat sich nicht entmutigen lassen.

Dada Pengs Lebensgeschichte macht Mut einfach das Schicksal in die Hand zu nehmen, es anzunehmen und sich dem eigenen Leben zu stellen.
Frei nach dem Motto „Alles wird gut.“
Oder wie die Rheinländer sagen : alles weed joot.

Ändern kann man das Schicksal sowieso nicht, wohl aber die Einstellung dazu.

Auf der Rückseite des Buches steht „Der Personal Trainer für Menschen, die ihr Leben selbst bestimmt verändern wollen.“
Das Buch wird dem Untertitel „Über Dein Glück entscheidest Du“ absolut gerecht.

Genau einen Abend habe ich gebraucht, um das Buch zu lesen.
Der Autor schreibt flüssig, gut lesbar, teils etwas schnodderig.

Es lohnt sich das Buch zu lesen, auch, wenn man gerade gut drauf ist. Das Schicksal nimmt einem keiner ab.

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Thomas Gottschalk : Herbstblond

Thomas Gottschalks Autobiographie, ich war ja skeptisch ob Thomas Gottschalk auch gut schreiben kann.
Er kann es.

Ich gehöre zu der Generation, die „Wetten dass“ noch als Kind kennt ganz aus den Anfängen. Man dürfte im Bademantel auf der Couch sitzen und „Familienfernsehen“ schauen.
Thomas Gottschalk kam dann irgendwann als Moderator dran und machte die Sendung zu dem was sie dann wurde, ganz grosse Unterhaltung.

Mit Thomas Gottschalk habe ich verbunden lockere Unterhaltung und das habe ich auch vom Buch erwartet.
Ich habe die auch bekommen, aber dazu auch eine ganz gehörige Portion Tiefgang.

Als Leser erfährt man viel über Gottschalks Kindheit. Eine Kindheit geprägt durch den frühen Tod des Vaters, mit einer liebevollen Mutter und Kleidung aus der Kleidersammlung.
Für Thomas Gottschalk eine mögliche Ursache für seinen „Klamottentick“.

Die Radiokarriere, die ihn geprägt hat. Udo Reiter einen seiner grossen Förderer, diese Zeit beschreibt er sehr ausführlich. Auch lässt der Autor den Leser teilhaben an seinen Gefühlen nach dem Suizid von Dr.Reiter. Aber auch nach dem Suizid von Gunter Sachs. Beides sind Ereignisse, die ihn nachdenklich gemacht haben, genauso wie die Schuldgefühle im Zusammenhänge mit dem tragischen Unfall von Samuel Koch.

Man lernt im Buch auch die öffentliche, „immer gut drauf“-Seite des Entertainers besser kennen.

Man begleitet ihn auf dem Weg von Kulmbach über München in die USA zusammen mit seiner Frau Thea. Und auch wieder auf dem Rückweg nach Deutschland.

Er lässt auch seine Fehler in der Kindererziehung nicht aus, das Verhältnis zu seinen Söhnen, den Stolz auf die Enkelkinder.

Mit einer grossen Ehrlichkeit ist es Thomas Gottschalk gelungen dem Leser mit diesem Buch 2 ganz unterschiedliche Seiten seines Lebens zu zeigen, die öffentliche und die private, oft eher nachdenkliche. Ich hätte nicht erwartet, dass mich dieses Buch so beeindrucken würde.
Und auch der Mensch hinter dem Buch ist anders als seine öffentliche Fassade.

Mein Fazit: es hat sich gelohnt dieses Buch zu lesen, wenn ich vorher skeptisch war.

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Minnesota Winter: Eine Liebe in der Wildnis Gebundene Ausgabe – von Elli H. Radinger (Autor)

Elli Radinger ist als Wolfsforscherin bekannt.
In diesem Buch geht es zwar auch um Wölfe, aber in der Hauptsache um die Autorin selber.

Elli Radinger, die Ihren Job als Anwältin aufgegeben hat, hat ihr Leben rund um die Wölfe arrangiert. Diese wundervollen Tiere sind ihre Leidenschaft.
Sie fühlt sich geehrt, dass das „International Wolf Center“ sie zu einem Kongress nach Ely in Minnesota einlädt.
Das Geld für die Forschung verdient sie als Journalistin. Auch ist sie Herausgeberin des „Wolfmagazins“.

Einer der ersten Vorträge auf dem Kongress wird von Greg Howard gehalten, einem Aussteiger, der in Minnesota in der Wildnis lebt, umgeben von Natur und Tieren.
Die Autorin verliebt sich in ihn. So sehr, dass sie bald darauf zu ihm fliegt, zu einem Mann, den sie gar nicht kennt.

Welch ein Wagnis.
Ihre geliebte Hündin Lady lässt sie bei ihren Eltern.

Elli Radinger gerät bei Greg, weitab jeder Zivilisation, in einen Strudel aus tiefer Liebe, Zerwürfnissen, Einsamkeit, Sehnsucht, Abenteuer und einer Art Abhängigkeit zu einem Mann, der keine Meinung ausser seiner eigenen gelten lässt.

Sie entdeckt die Natur und die Tiere am Timber Lake, trifft auf ihre geliebten Wölfe, auf Bären, eine unberührte Landschaft.
Schnell wird ein Felsen in der Nähe der Cabin zu ihrem Zufluchtsort in einer Welt, in der es weder Strom noch fliessendes Wasser gibt.

Die Autorin entdeckt viele Schönheiten des Landes auf den Trails mit Greg. Reist ab nach Deutschland und wieder hin nach Minnesota.
Immer schneller dreht sich ihr Gedankenkarusell, wo ist ihr wirkliches Leben? Kann sie mit einem Mann leben, der nur sich kennt und keine andere Meinung gelten lässt? Liebt sie diesen Mann? Oder ist nur die körperliche Liebe, die ihn anziehend macht?
Immer stärker wird die Sehnsucht nach ihrer Hündin, nach Zivilisation, Geborgenheit.
Sie muss erkennen, dass sie nicht wirklich Greg liebt sondern das Leben, das sie gerade führt. Mitten in der Natur mit den Tieren vor der Haustür.

Elli Radinger ist sehr mutig, sonst hätte sie dieses Buch nicht mit den privaten und intimen Erlebnissen geschrieben, so wie sie es getan hat. Schonungslos im Umgang mit sich selbst lässt sie den Leser eintauchen in ihre Gedankenwelt, ihre Gefühle, ihr Leben.
Ein sehr mitreissendes Buch, das ich ab und an weglegen musste, so sehr hat mich mitgenommen, was die Autorin ertragen musste.


Es seien mir noch einige Anmerkungen erlaubt:
Auf der Buchmesse in Frankfurt 2014 habe ich die Autorin kennengelernt. Sie hat 2 grosse Leidenschaften: die Wölfe und die Schreiberei. Nie hätte ich erwartet, dass Elli sich soviel antut für einen Mann.

Weiterführende Links zu ihrer Wolfsforschung findet man auf ihrer sehens – und lesenswerten Homepage

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